Review

MateBook E im Test: Das Surface von Huawei

Jan Johannsen
20.04.2022

Huawei versucht es mit dem Microsoft Surface aufzunehmen. Das Matebook E hinterlässt als Windows-Tablet einen guten Eindruck, das Zubehör reicht aber nicht an das Vorbild heran.

Bisher waren alle MateBooks Laptops. Das ändert sich mit dem MateBook E. Es ist ein Tablet mit Windows 11. Aber keine Sorge, mit einer Tastaturhülle verwandelt es sich in einen brauchbaren Notebook-Ersatz.

Die Eckdaten des Convertibles

  • Display: 12,6 Zoll OLED, 2560×1600 Pixel
  • Prozessor: Intel Core i5-1130G7
  • Integrierte Grafikeinheit: Intel Iris Xe Graphics
  • Arbeitsspeicher: 16 GB
  • Datenspeicher: 128 GB
  • Anschlüsse: Thunderbolt 4 (USB-C), 3,5 mm
  • Betriebssystem: Windows 11 Home
  • Gewicht: 712 Gramm (mit Hülle: 1152 Gramm)
Huawei MateBook E (12.60 ", Intel Core i5-1130G7, 16 GB, 512 GB, DE)

Huawei MateBook E

12.60 ", Intel Core i5-1130G7, 16 GB, 512 GB, DE

12.60 ", Intel Core i5-1130G7, 16 GB, 512 GB, DE

Display

Das 12,6 Zoll große OLED-Display des MateBook E ist bei Sonnenschein mit maximal 600 Nits hell genug, um alles darauf zu erkennen. Allerdings spiegelt der Bildschirm. Du musst also darauf achten, in welchem Winkel du zur Sonne sitzt. Sonst blendet sie und auch andere Lichtquellen können nerven. Die Auflösung von 2560×1600 Pixel sorgt für ein gestochen scharfes Bild. Das Display deckt den P3-Farbraum ab und überzeugt mit kräftigen, natürlich wirkenden Farben.

Ein schickes OLED-Display.
Ein schickes OLED-Display.

Der Rahmen ist an allen Seiten gleich groß – meinem inneren Monk gefällt die Symmetrie. Bei einer Screen-to-Body-Ratio von 90 Prozent fällt der Rahmen zudem schmal aus. Er ist aber gleichzeitig nicht zu schmal. Du kannst das Tablet gut halten, ohne dabei ungewollt auf den Touchscreen zu tippen.

Handling

Das MateBook E gehört in die Kategorie der größeren Tablets. Angesichts, dass Windows auf ihm läuft und es auch als Notebook-Ersatz gedacht ist, finde ich das sinnvoll. Zumal das MateBook E trotzdem handlich ist. Es lässt sich gut mit einer Hand halten. Zumindest einige Minuten – dann werden seine 712 Gramm langsam zu schwer.

Die Rückseite ist schön griffig.
Die Rückseite ist schön griffig.

Die Rückseite ist leicht rau und dadurch schön griffig. Ihre matte Farbe verhindert allerdings nicht vollständig, dass Fingerabdrücke auf ihr haften bleiben. Der Einschaltknopf an der linken Seite ist gleichzeitig der Fingerabdrucksensor. Das sorgt beim Einschalten im Idealfall für schnelles Entsperren. Allerdings nicht in einem Rutsch. Das MateBook E braucht eine Sekunde nach dem Drücken des Power-Buttons, bis der Fingerabdrucksensor bereit ist. Ich muss meinen Finger ein zweites Mal auflegen. Ihn liegen lassen, funktioniert auch, aber ich bin von Smartphones mit solch einer Taste anderes gewöhnt.

Der Fingerabdrucksensor und Einschaltknopf.
Der Fingerabdrucksensor und Einschaltknopf.

Tastatur-Hülle

Bei meinem Testgerät befindet sich im Lieferumfang des MateBook E das «Huawei Smart Magnetic Keyboard». Dabei handelt es sich um eine Hülle für das Tablet mit integrierter Tastatur und Touchpad. Mit ihr lässt sich das Tablet aufstellen und wie ein Notebook benutzen.

Die Magneten sind nicht stark genug, um mit der Hülle das Tablet zu bewegen.
Die Magneten sind nicht stark genug, um mit der Hülle das Tablet zu bewegen.

Das klingt sinnvoll, überzeugt in der Praxis aber nicht. Die magnetische Verbindung zwischen Smart Magnetic Keyboard und MateBook ist zwar stark genug, um die Hülle am Tablet zu halten, aber nicht das Tablet an der Hülle, wenn es wegkippt, verrutscht oder ich beim Aufklappen nur die Hülle anfasse. Steht das MateBook wie ein Laptop auf meinem Schoß, fürchte ich, dass es bei einer falschen Bewegung herunterfällt.

Die obere Hälfte der Rückseite des Smart Magnetic Keyboard lässt sich umklappen und dient als stufenlos verstellbarer Standfuß. Die nahtlose Einstellung des Aufstellwinkels ist lobenswert, aber der gesamte Bewegungsablauf erscheint mir umständlicher als beim Surface. Um den Standfuß zu bewegen, benötige ich beide Hände und trotzdem löst sich die Hülle dabei leicht vom Tablet. Microsofts Surface Convertibles punkten im Vergleich damit, dass der Standfuß bereits Teil des Gehäuses ist und es sich somit auch ohne Tastatur aufstellen lässt.

Der Winkel vom Standfuß ist frei wählbar.
Der Winkel vom Standfuß ist frei wählbar.

Bei der Europa-Vorstellung des MateBook E auf dem MWC 2022 zeigte Huawei noch ein Glide Keyboard. Optisch wirkt die Alternative zum Smart Magnetic Keyboard futuristischer. Sie ist allerdings noch nicht verfügbar und somit lässt sich noch nicht einschätzen, ob die eine bessere Tastaturhülle ist.

Tastatur und Touchpad

Die Tastatur, bzw. die Hülle, in der sie sich befindet, ist stabil genug, um gut darauf tippen zu können. Die Tasten haben einen kurzen Tastenhub und klare Druckpunkte. Das finde ich angenehm. Das Touchpad ist klein, aber groß genug, um den Mauszeiger über den gesamten Bildschirm bewegen zu können. Zudem ist es schön clicky. Das bedeutet, du spürst jeden Klick nicht nur durch einen klaren Druckpunkt, sondern hörst deine Eingabe auch.

Leistung

Das Testgerät, das Huawei mir zur Verfügung gestellt hat, ist die bestmögliche Ausstattungsvariante des MateBook E mit Intel Core i5-1130G7, Iris-Xe-GPU und 16 Gigabyte Arbeitsspeicher. Die andere Variante verfügt über einen Core i3-1110G4, eine Intel UHD-GPU und acht Gigabyte Arbeitsspeicher.

Um die Leistung zu messen, teste ich das Gerät mit den Benchmarks Geekbench 5 und Cinebench R23:

MateBook E (mit Core i5-1130G7)Surface 8 Pro (mit Core i7-1185G7)
Geekbench 5 (CPU)Single-Core: 1089 Punkte
Multi-Core: 2661 Punkte
Single-Core: 1562 Punkte
Multi-Core: 5920 Punkte
Geekbench 5 (GPU)OpenCL: 13124 Punkte
Vulkan: 13731 Punkte
-
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Cinebench R23Single-Core: 748 Punkte
Multi-Core: 1833 Punkte
Single-Core: 1508 Punkte
Multi-Core: 4818 Punkte

Mit den Ergebnissen sortiert sich das MateBook E im Mittelfeld der Notebooks ein. Für alltägliche Dinge und typische Büroaufgaben ist es gut gerüstet. Für ausgiebige Photoshop-Arbeiten, aufwändige Berechnungen und anspruchsvolle Spiele ist es zu schwach..

Kollege Martin Jud hat das Surface Pro 8 mit einem besseren Prozessor (Core i7-1185G7) getestet. Aus diesem Grund fallen seine Benchmark-Ergebnisse wenig überraschend besser aus. Allerdings gibt es Microsofts Tablet auch in günstigeren Varianten mit einem Core i5, der ähnliche Werte wie das MateBook E erreichen sollte.

Akku

Das MateBook E verfügt über einen Lithiumpolymer-Akku mit einer Kapazität von 42 Wh. Dass der Akku eher klein ausfällt, zeigt sich im Akkutest: Displayhelligkeit aufs Maximum und ein zehnstündiges Youtube-Video einschalten. Nach 5:08 Stunden wird der Bildschirm dunkel. Die Batterie ist leer. Das ist eher eine kurze Laufzeit – auch wenn du sie mit reduzierte Bildschirmhelligkeit verlängern kannst. Rechne ich die Laufzeit pro Wattstunde um, komme ich auf 7,33 Minuten. Bei diesem Wert bewegt sich das MateBook E im guten Durchschnitt – aber der Akku hat eben keine riesige Kapazität.

Anschlüsse und mehr

Das MateBook E ist nicht dafür gedacht, ohne Adapter oder Dockingstation mit viel Zubehör benutzt zu werden – zumindest wenn dieses Kabel hat. Es verfügt nur über einen 3,5-mm-Anschluss für Kopfhörer und einen Thunderbolt-4-Anschluss (USB-C). Der entspricht immerhin dem neusten Standard und schafft eine Datenrate von bis 32 Gigabit pro Sekunde. Sprich; du bekommst zwar nur eine Buchse, dafür kann darüber auch ein 8K-Monitor betrieben werden. Zubehör lässt sich über Bluetooth 5.1 auch drahtlos verbinden und per Wi-Fi 6 geht es kabellos ins Internet.

Huawei baut vier Lautsprecher in das MateBook E ein – und die machen sich positiv bemerkbar. Das Tablet verfügt über einen klaren und deutlichen Stereo-Sound, der nicht schlechter wird, wenn du es in der Hand hältst.

Rückansicht mit Kamera.
Rückansicht mit Kamera.

In die andere Richtung sorgen vier Mikrofone dafür, dass du bei Videochats gut zu verstehen bist – wenn auch nur mit Mono-Sound. Die 8-Megapixel-Kamera über dem Display hält mit jeder Notebook-Webcam mit, kommt aber nicht an die Qualität der meisten Smartphone-Frontkameras heran.

Auf der Rückseite befindet sich noch eine 13-Megapixel-Kamera. Da ein Tablet nicht für Fotos gedacht ist, nur so viel: Für das Einscannen von Dokumenten ist sie gut geeignet.

Fazit: Gutes Tablet, aber kein Notebook-Ersatz

Das MateBook E ist in gutes Tablet, hat aber eine Schwäche beim Zubehör verhindert, dass es ein sinnvoller Notebook-Ersatz wird. Die Hülle lädt zwar zum Tippen ein, ist aber als Standfuß eine Enttäuschung. Als Komplettpaket reicht es damit nicht an das Surface von Microsoft heran. Davon abgesehen überzeugt das Tablet mit schickem Display und gutem Sound. Die Leistung ist für die private Nutzung ausreichend und der Akku sorgt für eine brauchbare Laufzeit.

  • Review

    Microsoft Surface Pro 8 im Test: Mehr Display, mehr Power

    von Martin Jud

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Jan Johannsen
Content Development Editor
jan.johannsen@galaxus.de

Als Grundschüler saß ich noch mit vielen Mitschülern bei einem Freund im Wohnzimmer, um auf der Super NES zu spielen. Inzwischen bekomme ich die neueste Technik direkt in die Hände und teste sie für euch. In den letzten Jahren bei Curved, Computer Bild und Netzwelt, nun bei Galaxus.de. 


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