

Mit dem Galaxy Z Flip 8 nutze ich Kamera und Apps über das Frontdisplay
Ob Selfie-Stativ oder kompaktes Hosentaschen-Phone: Das Galaxy Z Flip 8 punktet im Alltag, kämpft aber auch in der achten Generation mit bekannten Schwächen.
Möchte ich beim Galaxy Z Flip 8 fotografieren, Kalendereinträge machen oder zocken, kann ich direkt auf dem Aussendisplay auf die jeweiligen Apps zugreifen. Die Auswahl ist immer noch beschränkt. Beim Galaxy Z Flip 7 musste ich mich noch mit Widgets und Drittanbieter-Apps als Workaround zufriedengeben.
Sonst hat Samsung im Vergleich zum Flip 7 einen besseren Chip verbaut und an der Software geschraubt.
Gleiches Design, (etwas) mehr Möglichkeiten
Optisch bietet Samsung gegenüber dem Vorgängermodell lediglich neue Farben an. Mir gefällt das Design zwar optisch, es ist aber nicht besonders ergonomisch – und der Schwerpunkt liegt zu weit oben: Wenn ich das Foldable öffne, kann ich es nicht einhändig bedienen, da der obere Teil zu schwer ist. So kippt mir das Gerät immer nach hinten weg. Dabei ist das Foldable mit 180 Gramm sehr leicht.

Das Smartphone hat eine IP-48-Zertifizierung. Damit ist es zwar vor Nässe geschützt (30 Minuten in 1,5 tiefem Wasser sind möglich), aber feinen Staub und Körner unter einem Millimeter Durchmesser solltest du vom Gerät fernhalten.

Mit dem durchgängigen 4,1 Zoll grossen AMOLED-Display mit 1048 × 948 Pixeln bekomme ich das gleiche Aussendisplay wie beim Z Flip 7. Innen verändert sich ebenfalls nichts: ein 6,9-Zoll-AMOLED-Display mit 2520 × 1080 Pixeln und einer Bildwiederholrate von 120 Hertz. Es erreicht eine Spitzenhelligkeit von 2600 Nits. Das brennt noch keine Hornhaut von den Augen, reicht aber auch bei Sonnenschein für klare Sicht.
Das Aussendisplay hat mehr zu bieten
Samsung verspricht beim Aussendisplay zum ersten Mal mehr Möglichkeiten dank Apps statt nur Widgets. Beim Test die ernüchternde Wahrheit: Ich kann zwar endlich Apps nutzen, aber nur begrenzt.

Möchte ich mehr als die zwölf vorinstallierten Apps nutzen, werde ich auf dem Display an Samsungs App «Multistar» verwiesen. Lade ich sie runter, kann ich jegliche Apps aufs Aussendisplay packen und in drei Formaten anpassen. So ist beispielsweise die Kamera nicht im Weg. Schade geht es nicht ohne.
Bei Konkurrent Motorola (Razr-Serie) habe ich mehr Apps vorinstalliert, die gut auf dem Aussendisplay funktionieren. Sie bringen das richtige Format mit und Bild und Schrift werden grösser dargestellt.

Nicht alle Apps, die ich im Alltag nutze, sind gleich praktisch. Instagram zum Beispiel zeigt alles etwas zu klein an. Spotify sieht ebenfalls nicht sehr schick aus. Da hat Motorola bessere Arbeit geleistet.

Der Taschenrechner von Samsung und eine Sudoku-App, die ich im Playstore finde, machen mir mehr Spass. Und sogar Mails verfasse ich problemlos am Aussendisplay. Bitte mehr davon, Samsung!


Hardware bleibt bis auf den neuen Chip gleich
Samsung verbaut im Z Flip 8 den hauseigenen Exynos 2600. Obwohl das Vorgänger-Flip noch einen älteren Chip verbaut hat, sind die Benchmark-Ergebnisse nahezu identisch. Gleichauf ist auch die Konkurrenz: Im Motorola Razr 70 Ultra steckt ein Snapdragon 8 Elite.
Der Akku bleibt mit 4300 mAh gleich gross wie beim Flip 7. Samsung verspricht 31 Stunden Videolaufzeit. Mein Benchmark PCMark simuliert eine alltägliche Nutzung beim Videoschauen, Surfen und Bilderbearbeiten. So läuft das Galaxy Z Flip 8 14,5 Stunden. Das ist nicht überragend, aber immerhin drei Stunden mehr als noch beim Vorgänger. Ausserdem reicht es gut für einen Tag. Anschliessend lade ich es mit bis zu 25 Watt in 1,5 Stunden wieder auf.
Das Galaxy Z Flip 8 hat teils Mühe bei der Kühlung: Beispielsweise wird die obere Hälfte schnell warm, wenn ich zocke. Ich messe über 43 Grad bei grafiklastigen Games wie «Wuthering Waves» und «Genshin Impact». Das fühlt sich in der Hand nicht angenehm an. Damit es nicht noch heisser wird – und ich trotzdem flüssig spielen kann – drosselt das Gerät von Anfang an stark runter. Ein Gaming-Smartphone ist das Flip nach wie vor nicht.
Die Kamera bleibt beim alten
Samsung greift beim Galaxy Z Flip 8 auf die gleichen Kameras zurück wie beim Galaxy Z Flip 7. Dank dem Klapp-Formfaktor kann ich problemlos mit der Weitwinkelkamera ein Selfie knipsen. Folgende Linsen sind verbaut:
- Weitwinkel/ Hauptkamera: 50 MP, f/1.8, 1/1.57", zweifacher Zoom in optischer Qualität
- Ultraweitwinkel: 12 MP, f/2.2, 1/3.2"
- Selfie: 10 MP, f/2.2
Die Fotos bei guten Lichtverhältnissen gefallen mir vorerst. Beim Angucken am Computer fällt mir aber immer wieder auf, wie die Konturen flöten gehen, als würde die Software sie zu stark nachbearbeiten. Bei einem Porträt passiert das nicht, aber etwa wenn Motive besonders weit weg oder besonders nah sind.
Samsung legt jeweils einen starken Gelbton über die Fotos. Das passt nicht immer. Hier ein Foto mit der Hauptkamera im Vergleich zum Google Pixel 10 Pro. Dort sind die Farben natürlicher, dafür hat das Pixel-Phone die schicken Sonnenstrahlen im Himmel nicht festgehalten.
Bei der Ultraweitwinklekamera sehe ich keine Abstriche zur Hauptlinse, ich bin zufrieden.

Makromodus gibt es keinen, zu nah ran sollte ich für ein scharfes Foto also nicht.

Selfies gefallen mir mit Haupt- und Selfiekamera sehr gut. Mit der Hauptkamera wird die Haut etwas weicher als bei der Selfiekamera und die Farben sind wärmer. Bei der Selfiekamera sind die Farben natürlicher und das Motiv schärfer dargestellt. Beides hat seinen Reiz.

Den Zoom empfehle ich bis zum Dreifachen, da passt die Qualität noch. Danach fehlen die Details – Motive wirken zu flach.



Zu guter Letzt: der Nachtmodus. Wenn der krasse Gelbstich beim Grünzeug nicht wäre, fände ich das Bild sehr gelungen. Im Himmel sehe ich sogar ein paar funkelnde Sterne.

Software mit Android 17 und KI-Gedöns
Das Foldable kommt mit dem neuesten Android 17 und One UI 9 von Samsung. An Updates bekommst du grosszügige sieben Jahre für Android und Sicherheitspatches.
Samsung preist viele KI-Funktionen an. Allerdings finde ich nur wenige nützlich, wie die Live-Übersetzung bei Telefonaten oder eine Zusammenfassung langer Web-Artikel. Hier ein paar weitere, nützliche Funktionen in der Auswahl:
- ausgewählte Chats übersetzen lassen
- Transkribieren und Zusammenfassen von Aufnahmen (Sprachaufnahmen, Vorlesungen, Interviews)
- Anruf-Assistent, der Anrufe filtert und nach dem Grund des Anrufs fragt
Weniger sinnvoll finde ich das Creative Studio, wo ich Illustrationen mit Prompts erstelle. Oder automatisch generierte Wallpaper und Fotos, die ich per KI in Cartoons verwandle. Das ist mir zu trashig.

Fazit
Beim neusten Flip hat sich kaum was getan
Das Galaxy Z Flip 8 überzeugt in erster Linie durch das zusammenklappbare Format, das schicke Design und die Möglichkeit, übers Aussendisplay mit der Hauptkamera zu fotografieren. Apps kann ich aussen zwar nutzen, aber immer noch begrenzt.
Damit ist das Gesamtpaket zwar in Ordnung, bietet aber keinen Mehrwert zum Vorgänger, dem Galaxy Z Flip 7. Die Hardware bleibt gleich, bis auf den neuen Chip, der kaum stärker ist. Fürs Budget empfehle ich dir, auf das letztjährige Modell zurückzugreifen. Ausser dir gefallen die Farben des aktuellen Modells so viel besser, dass du dafür gerne 300 Franken oder Euro mehr ausgibst.
Pro
- kompaktes Format und gute Verarbeitung
- solide Hardware und lange Updatezeiträume (7 Jahre)
- gute Kameras; Hauptkamera ideal für Selfies nutzbar
- Aussendisplay bietet ab Werk mehr App-Möglichkeiten
Contra
- für die uneingeschränkte App-Nutzung aussen ist weiterhin eine Zusatz-App nötig (Multistar)
- kaum technische Neuerungen gegenüber dem Vorgängermodell
- kein vollständiger Staubschutz (nur IP48)
- starke Drosselung bei hoher Gaming-Last / Hitzeentwicklung

Seit ich einen Stift halten kann, kritzel ich die Welt bunt. Dank iPad kommt auch die digitale Kunst nicht zu kurz. Daher teste ich am liebsten Tablets – für die Grafik und normale. Will ich meine Kreativität mit leichtem Gepäck ausleben, schnappe ich mir die neuesten Smartphones und knippse drauf los.
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