

Notstrom für unterwegs: Welche kompakte Powerbank ist die beste?
Wer sein Handy unterwegs laden will, braucht eine kleine und leichte Powerbank. Ich habe fünf beliebte Modelle getestet. Welche überzeugt im Alltag?
Bei über 3000 Powerbanks im Sortiment fällt die richtige Wahl schwer. Ich habe die kleinsten und leichtesten Powerbanks herausgesucht, die mit ihrer Kapazität von 5000 mAh viele Smartphone-Modelle einmal laden können. Solche Akkus tragen viele für den Notfall mit sich herum. Welches der fünf Modelle überzeugt, zeigt der grosse Vergleich in verschiedenen Kategorien, in denen jeweils maximal fünf Punkte zu holen sind.
Grösse und Gewicht: 100 Gramm und weniger
Die wohl wichtigste Kategorie: Diese Powerbanks sind für den Einsatz unterwegs gedacht – sie wandern in die Tasche oder den Rucksack, für den Fall, dass die Akkuanzeige des Handys gegen null geht. Da zählt jedes Gramm und jeder Zentimeter.
Um die unterschiedlich geformten Powerbanks vergleichen zu können, habe ich nicht nur das Gewicht bestimmt, sondern auch das Volumen berechnet, um abzuschätzen, wie viel Platz sie in der Tasche rauben. Zudem berücksichtige ich abstehende Kabel und andere Extras, die beim Transport stören könnten.

Anker Nano: Die 101 Gramm Gewicht liegen nahe am Schnitt der anderen Modelle. Das Volumen von 63 Kubikzentimetern liegt etwas über dem Durchschnitt. Die Form eines dicken Feuerzeugs lässt sich gut verstauen, der einklappbare USB-C-Stecker stört dabei nicht. Alles mittelgut, darum die drei Sterne.
⚡️⚡️⚡️
Nitecore NB Air: Mit 88 Gramm ist dieses Modell das leichteste im Test. Auch das Volumen von 47,4 Kubikzentimetern ist kleiner als bei vielen Konkurrenten. Die dünne, längliche Form lässt sich gut in einer Hosentasche verstauen. Allerdings: Ich brauche zur Nutzung ein zusätzliches USB-C-Kabel
⚡️⚡️⚡️⚡️

Sharge Flow Mini: Der Akku ist im Gegensatz zur Konkurrenz sperriger. Eine Art runde, längliche Batterie mit einem Aufsatz. Der grosse Nachteil: Das integrierte Kabel kann zwar als Trageschlaufe dienen, steht aber genauso wie der Steckeradapter von der Oberfläche ab. Die Gefahr, dass sich dies verhakt, ist gross. Mit 104 Gramm ist die Sharge Flow Mini zudem die schwerste Powerbank im Test – wenn auch nur um wenige Gramm. Das Volumen ist mit 63,3 Kubikzentimetern ebenfalls gross.
⚡️⚡️
Xiaomi UltraThin Magnetic: Dieser Akku wirkt wie eine 6 Millimeter dünne Metallplatte – kein anderes Modell ist so schlank. Das Volumen ist mit 41,7 Kubikzentimetern ebenfalls kleiner als bei allen anderen. Die 99 Gramm Gewicht liegen im Durchschnitt. Unterstützt das Handy Magsafe oder den Qi-Standard für drahtloses Laden, brauche ich kein zusätzliches Kabel.
⚡️⚡️⚡️⚡️⚡️

Xtorm 20 Watt: Mit 67,4 Kubikzentimetern messe ich bei diesem Akku das höchste Volumen. Beim Gewicht liegt das Modell mit 100 Gramm im Durchschnitt. Die Form gleicht einem dicken Feuerzeug – Bauweise und Stecker sind sehr ähnlich wie beim Anker Nano.
⚡️⚡️⚡️
Laden: Nicht alle schaffen gleich viel
Auf dem Papier gibt es keine grossen Unterschiede. Alle fünf Testkandidaten laden Geräte mit 18 bis 22.5 Watt auf. Die Topwerte lassen sich mit einem Multimeter bestätigen, im Alltag stelle ich trotzdem Unterschiede fest. Denn Smartphones werden nicht gleichmässig mit Strom versorgt, ein Zusammenspiel von Powerbank und Gerät regelt den Ladeprozess. Ich habe das mit einem iPhone 15 Pro ausprobiert – und Kontrollmessungen mit einem Android-Gerät gemacht, um allfällige Abweichungen festzustellen.
Bei der Kapazität sehen auf den ersten Blick alle Modelle gleich aus: 5000 mAh geben die Hersteller an. Doch diese werberische Grössenangabe täuscht, wie die Angabe der Wattstunden zeigt. Dort schwanken die Werte je nach Modell von 18 bis 19.4 Wh. Wie viel Kapazität die Akkus im Alltag wirklich liefern, habe ich ebenfalls gemessen.
Anker Nano: Ganze zwei Stunden dauert es, bis das iPhone am integrierten Klappstecker von 2 auf 100 Prozent geladen ist. Die Kapazität ist danach fast erschöpft. Im zweiten Anlauf lade ich das Smartphone noch auf fünf Prozent, danach ist die Powerbank leer. Beides sind keine guten Werte. Der externe Akku wird dabei mit 35 bis 38 Grad nur leicht warm.
⚡️⚡️
Nitecore NB Air: Nach rund 90 Minuten ist das per Kabel angeschlossene Handy aufgeladen – ein guter Wert. Die Kapazität reicht danach noch, um das iPhone auf 41 Prozent zu laden. So viel schafft kein anderer Testkandidat. Einzige Auffälligkeit: Die Nitecore Powerbank wird mit 40 bis 45 Grad deutlich wärmer als alle anderen Modelle.
⚡️⚡️⚡️⚡️

Sharge Flow Mini: Nach nur 80 Minuten ist das iPhone voll geladen. Das ist in diesem Test ein Rekordwert. Die Restkapazität reicht aus, um das Gerät nochmals auf 19 Prozent zu laden – das zweitbeste Resultat im Test. Die Temperaturentwicklung bleibt mit 35 Grad moderat.
⚡️⚡️⚡️⚡️
Xiaomi UltraThin Magnetic: Auch das Modell von Xiaomi lädt schnell: In 90 Minuten ist das per Kabel angeschlossene iPhone wieder voll einsatzbereit. Allerdings hat sich die Powerbank dabei fast ganz entleert. Es bleiben nur vier Prozent Restwert – das schlechteste Resultat im Test. Der Akku bleibt mit 30 bis 35 Grad eher kühl.
⚡️⚡️⚡️
Xtorm 20 Watt: Mit zwei Stunden und zehn Minuten wartet man beim Xtorm am längsten. Dafür bleiben danach noch 17 Prozent, mit denen ich das Gerät im zweiten Durchgang lade. Die Temperatur von 35 bis 40 Grad liegt im Durchschnitt.
⚡️⚡️⚡️
Klar wird in diesem Test auch: Eine Powerbank mit 5000 mAh kann nicht automatisch ein Smartphone mit 5000 mAh auffüllen, denn es geht beim Ladevorgang viel Kapazität verloren. Das iPhone in meinem Vergleich hat eine Kapazität von 3300 mAh. Als Richtwert schaffen viele getestete Akkus, rund 3500 mAh in einem Smartphone zu laden. Das Topmodell schafft umgerechnet rund 4600 mAh.
Verarbeitung und Zubehör: Einige haben zwei Anschlüsse
Anker Nano: Dunkle Farbe, mittelmässiger Kunststoff – die Powerbank von Anker wirkt ziemlich langweilig. Zur Verfügung stehen zwei USB-C-Anschlüsse: Einer davon ist ein ausklappbarer Stecker, mit dem du die Powerbank direkt ans Smartphone steckst. Der Stecker wirkt dabei durchaus stabil. Der Hersteller legt auch ein USB-C-Kabel für den zweiten Anschluss bei. Nutzt du beide Stecker gleichzeitig, verringert sich die Leistung pro Anschluss deutlich.
⚡️⚡️⚡️

Nitecore NB Air: Die Karbonoberfläche fühlt sich richtig hochwertig an. Schade: Der Hersteller legt kein USB-C-Kabel bei – dabei brauchst du eines, um am einzigen Anschluss zu laden. Das Nitecore ist wasserdicht, im Gegensatz zu allen anderen Kandidaten. Es übersteht gemäss IPX7-Standard bis 30 Minuten und einem Meter unter Wasser.
⚡️⚡️⚡️⚡️
Sharge Flow Mini: Das Design ist aussergewöhnlich und etwas wild. Leider verzichtet der Hersteller auf transparente Einblicke in die Technik, wie er sie bei anderen Geräten bietet. Die Materialien sind trotzdem hochwertig. Als einziger Hersteller baut er ein fixes USB-C-Kabel ein – dazu noch einen abnehmbaren USB-Stecker mit Schutzkappe. Diesen kann ich durch den beiliegenden Lightning-Adapter ersetzen oder ein eigenes Kabel beliebiger Länge verwenden. Der Anschluss ist allerdings zurückversetzt, Kabel mit dicken Steckern passen nicht.
⚡️⚡️⚡️⚡️

Xiaomi UltraThin Magnetic: Mit der silbernen Metallrückseite wirkt sie edel – und ist auch in anderen Farben erhältlich. Zudem lässt sie sich magnetisch an MagSafe-Magneten befestigen und lädt Smartphones über Qi drahtlos. Als Alternative dient ein USB-C-Anschluss.
⚡️⚡️⚡️⚡️⚡️
Xtorm 20 Watt: Der schwarze Kunststoff erinnert ans Material von Anker. Dank der geriffelten Oberfläche und des gelben Knopfes wirkt das Design aber aufregender. Der USB-C-Stecker klappt aus; den zweiten USB-Anschluss nutze ich mit dem mitgelieferten Kabel.
⚡️⚡️⚡️

Preis: 100 Prozent Preisunterschiede
Anker Nano: Zum Testzeitpunkt kostet das Modell von Anker 24.70 Franken – das günstigste Angebot im Test. In den letzten drei Monaten war die Powerbank immer wieder auch für weniger als 20 Franken im Shop erhältlich. Allerdings gibt es im Shop bereits für halb so viel Geld Powerbanks mit gleicher Kapazität – darum nur vier von fünf Punkten.
⚡️⚡️⚡️⚡️

Nitecore NB Air: Mit 39.90 Franken kostet die Nitecore fast doppelt so viel wie die günstigen Modelle im Test. In den letzten Monaten ist der Preis kaum je tiefer gewesen.
⚡️⚡️
Sharge Flow Mini: Mit 27 Franken landet dieses Modell auf Platz 3. Günstiger ist die Sharge momentan nicht zu haben.
⚡️⚡️⚡️
Xiaomi UltraThin Magnetic: Kein Modell im Test ist teurer als die Xiaomi Powerbank zum Testzeitpunkt: 57 Franken – deutlich mehr als bei allen anderen Kandidaten. Wer zum richtigen Zeitpunkt zuschlägt, spart ein paar Franken.
⚡️
Xtorm 20 Watt: Mit 25.70 Franken liegt der Akku von Xtorm auf Platz 2 – nahe bei den Modellen von Anker und Sharge. In den letzten drei Monaten war die Powerbank meist ein paar Franken teurer; wer Glück hat, schnappt sie sich aber auch mal für unter 20 Franken.
⚡️⚡️⚡️
Fazit: Zwei Sieger
Zähle ich alle Punkte zusammen, liegen zwei Modelle mit je 14 Punkten an der Spitze: Nitecore NB Air und Xiaomi UltraThin Magnetic. Beide lassen sich zwar nicht direkt ans Smartphone stecken, überzeugen aber mit dünner und leichter Bauweise – und wirken hochwertiger als die Konkurrenz.
Wer ein kabelloses Modell will, fährt mit dem Sharge Flow Mini am besten. Der hat dank Stecker und fest installiertem Kabel gleich zwei Lade-Varianten. Mich stört aber, dass beides absteht und sich in Tasche oder Rucksack verfangen kann. Xtorm 20 Watt und Anker Nano bieten ausklappbare Stecker – beide insgesamt solide, aber nicht mehr.
Ich habe das Resultat noch gewichtet. Das Thema «Laden» ist für mich am wichtigsten, Grösse und Gewicht sowie Verarbeitung folgen danach. Den Preis gewichte ich am wenigsten – alle fünf Kandidaten sind in absoluten Zahlen erschwinglich.
An der Rangliste ändert sich trotzdem nicht viel: Nitecore und Xiaomi liegen gleichauf an der Spitze, dahinter folgt Sharge. Einzig Xtorm setzt sich etwas von Anker ab – im Alltag sind die Unterschiede aber gering.
Ich persönlich empfehle das Modell von Xiaomi. Die magnetische Ladefunktion überzeugt mich am meisten. Im Notfall befestige ich es direkt und magnetisch an meinem Google Pixel 10 Pro.
Gadgets sind meine Passion – egal ob man sie für Homeoffice, Haushalt, Smart Home, Sport oder Vergnügen braucht. Oder natürlich auch fürs grosse Hobby neben der Familie, nämlich fürs Angeln.
Praktische Lösungen für alltägliche Fragen zu Technik, Haushaltstricks und vieles mehr.
Alle anzeigen





