Philips DiamondClean Smart im Test: Die Zahnbürste mit App-Steuerung

Philips DiamondClean Smart im Test: Die Zahnbürste mit App-Steuerung

Stefanie Enge
Hamburg, am 06.03.2020

Schickes Design, hochwertiges Zubehör und jede Menge Funktionen, Philips Sonicare DiamondClean Smart zählt zu den Top-Modellen unter den Schallzahnbürsten. Das Ganze hat aber seinen Preis. Ob die elektrische Zahnbürste dem gerecht wird?

Das hier getestete Modell ist eine Weiterentwicklung von Philips normaler DiamondClean-Reihe. Der Zusatz «Smart» kommt daher, dass diese Zahnbürste per Bluetooth mit einer App auf deinem Smartphone in Verbindung steht und somit allerhand zusätzliche Funktionen bereitstellt.

Design und Funktionen

Das Handstück der Zahnbürste fällt schon beim ersten Anfassen positiv auf. Es hat ein gutes Gewicht von etwa 140 Gramm. Die Oberfläche ist mattiert und sieht dadurch hochwertig aus, fühlt sich aber auch sehr angenehm weich an. So liegt die Zahnbürste optimal in der Hand und wirkt wie aus einem Guss gefertigt. Die Beschriftung auf der Bürste ist beleuchtet und wird automatisch aktiviert, wenn du sie in die Hand nimmst. Im unteren Teil sind die verschiedenen Putzmodi zu sehen. Steckst du einen Bürstenkopf auf, erkennt die Zahnbürste den zugehörigen Modus und zeigt diesen hervorgehoben an. Unter dem Ein-Aus-Schalter befindet sich noch eine Taste, um den Modus zu wechseln. Zwischen den Schaltern werden drei Balken angezeigt, die die aktuelle Intensität symbolisieren (Hoch, Mittel, Niedrig). Ganz unten verfügt die Bürste über einen LED-Ring, der immer dann aufleuchtet, wenn du beim Putzen zu fest aufdrückst.

Die Bürstenköpfe werden von der Zahnbürste automatisch erkannt.

Nicht nur die Zahnbürste an sich wirkt hochwertig. Auch das Zubehör macht etwas her. Besonders schick ist das Ladeglas. Es ist spülmaschinenfest und dickwandig. Der untere Teil ist aus Kunststoff gefertigt und steht auf der passenden Ladeschale. Nach dem Putzen legst du die Bürste einfach zurück ins Glas und per kabellosem Laden wird sie durch den Untersetzer mit neuer Energie versorgt. Die erste vollständige Ladung dauert etwa einen Tag. Dann hält der eingebaute Akku etwa zwei Wochen.

Ebenfalls praktisch ist die Ladeschale für unterwegs. Das Reiseetui ist mit einer strukturierten Gummischicht überzogen, die durch das Design an Leder erinnert. Es hat neben der Zahnbürste noch Platz für zwei Bürstenköpfe. Das USB-Ladekabel ist im Boden des Etuis aufgewickelt. Beim Ladevorgang verbleibt die Bürste im Etui. Zugeklappt hält ein Magnet den Deckel fest. Ganz perfekt ist das schicke Etui leider nicht. Der Innenteil ist aus Kunststoff gefertigt und die Scharnierseite wirkt beim häufigen Auf- und Zuklappen nicht sehr langlebig.

In das Reiseetui passen neben dem Handstück noch zwei Bürstenköpfe.

Ebenfalls im Lieferumfang befinden sich vier Bürstenköpfe und ein durchsichtiges Case zum Aufbewahren selbiger. Inklusive sind die Köpfe «C3 Premium Plaque Defense» für die tägliche Reinigung, «G3 Premium Gum Care» für die bessere Backenzahnreinigung, «W3 Premium White» für weißere Zähne und die Zungenbürste «TongueCare+».

Starke Putzleistung

Wie erwähnt erkennt die Zahnbürste den Putzmodus automatisch, sobald du den zugehörigen Kopf aufsteckst. Dann brauchst du nur noch Zahncreme auflegen und los geht es mit einem Druck auf die Ein-Aus-Taste. Die Borsten schwingen extrem schnell und kommen laut Hersteller auf bis zu 62000 Bewegungen pro Minute. Drückst du zu doll auf oder bewegst die Bürste zu schnell, vibriert das Handstück und der LED-Ring am Ende leuchtet rot auf.

Verbindest du die Zahnbürste per Bluetooth mit deinem Smartphone, kannst du über die Sonicare-App noch mehr Funktionen abrufen. Zum Beispiel siehst du auf einem Modell, welchen Bereich du gerade putzen sollst. Abschnittswechsel werden durch ein Vibrieren des Handstücks angezeigt. Die App zählt auch die Verwendungen des Bürstenkopfes und informiert dich darüber, wenn es Zeit ist, einen neuen Kopf zu kaufen. Ein Symbol dafür leuchtet auch im unteren Teil der Zahnbürste auf. Philips möchte in der App auch gleich ein Abo verkaufen, das dich automatisch mit neuen Köpfen beliefert, wenn diese getauscht werden sollen. Nach dem Putzen gibt es eine Auswertung, die anhand eines Gebissschemas zeigt, auf welche Bereiche ich beim nächsten Mal besser achten soll. Zum Beispiel habe ich eine Stelle vergessen oder nicht lang genug geputzt, zu doll geschrubbt oder zu viel Druck ausgeübt. Das spornt sogar etwas an, beim nächsten Mal besser zu sein.

Das Etui ist gleichzeitig auch eine Ladeschale. Das USB-Kabel befindet sich im Boden.

Beim nächsten Zahnarztbesuch kannst du die App vorzeigen und drei Schwerpunktbereiche für dein Putzverhalten festlegen. Dafür klickst du in einer Gebissabbildung die Zähne mit dem zugehörigen Problem an. Eintragen kannst du Zahnstein, Bereiche mit Zahnfleischbluten, zurückgehendes Zahnfleisch und Karies.

App-Anbindung könnte besser sein

Was eine gute Idee sein sollte, hat leider in der Praxis einige Schwächen. Die App funktioniert als Zahnputzcoach ganz gut: Je nach aufgesetztem Bürstenkopf sehe ich auf dem Display welchen Teil meiner Zähne ich gerade Bürsten soll und bekomme Hinweise, wo ich beim nächsten Mal besser putzen sollte. Auch gibt es Warnungen, wenn ich die Bürste zu schnell bewege oder zu viel Druck ausübe. Doch beim Testen war es nicht immer möglich, eine Verbindung mit der App per Bluetooth herzustellen.

Unter dem Menüpunkt «Ziele» stelle ich ein, was ich gerne beim Putzen erreichen möchte. So richtig überzeugt das nicht, denn am Ende sagt mir das Programm nur, dass ich einen bestimmten Kopf verwenden soll. Eigene Ziele lassen sich auch erstellen, doch nur drei der vorgefertigten Optionen dürfen dafür verwendet werden. Die sind zum Beispiel «Zwei mal putzen am Tag», «Zahnzwischenräume reinigen» oder «mindestens ein Mal am Tag Bürstenkopf XY verwenden». Die App fragt nach dem Putzen, ob du Zahnseide für die Zwischenräume oder Mundspülung verwendet hast und baut daraus eine Auswertung. Das ist ganz nett, mir aber noch nicht smart genug. Ich würde gern das Diagramm meines Mundes mit den Schwerpunkten als Basis verwenden und die Zahnbürste sollte mir dann sagen, wie ich zu putzen habe. Da sind wir aber anscheinend noch nicht angekommen.

Je nachdem welche Bürste du aufsetzt, erkennt die Zahnbürste einen von fünf passenden Modi und stellt diesen automatisch ein.

Für Verwirrung sorgt das Menü «Solutions», das mir auf Englisch anzeigt, ich könne von einem Zahnarzt per Foto schnelle Antworten und Empfehlungen für mein Putzverhalten bekommen. Für zehn Dollar («Preise können in Ihrem Land abweichen») oder 35 Dollar gibt es eine Analyse. Dafür müssen auch persönliche Daten freigegeben werden. Das erscheint mir suspekt und ich lasse die Finger davon.

Insgesamt ist das Verwenden der App nicht sehr praktikabel. Nie finde ich den Punkt, den ich suche. Meine Statistiken der letzten Tage kann ich nicht im Detail ansehen und die Übersetzung hinkt an einigen Stellen. Zum Beispiel sagt mir die App, ich müsse Stellen, die in einer Gebissgrafik weiß eingezeichnet sind, beim nächsten Mal länger putzen. Gemeint sind aber die gelb hervorgehobenen Stellen. Dazu kommt, dass die Zahnbürste zwar über Lagesensoren verfügt und ungefähr erkennt wie ich sie in meinem Mund halte und somit wo ich gerade putze, doch genau sind diese Werte nicht, wodurch die Hinweise hinfällig werden.

Fazit: Die App brauche ich nicht unbedingt

Die smarte Zahnbürste von Philips überzeugt im Test mit einer sehr guten Reinigungsleistung. Plaque wird gründlich entfernt. Wer bereit ist, so viel Geld für eine Zahnbürste auszugeben, bekommt ein hochwertiges Modell mit praktischem Zubehör und vielen Funktionen. Lediglich bei der App könnte Philips nochmal nachbessern. Wer auf letztere verzichten kann, spart Geld durch das Kaufen der herkömmlichen Variante dieser Zahnbürste.

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Meistens lebe ich irgendwo zwischen Bits und Bytes, probiere alternative Android-Betriebssysteme aus und versuche mein Leben mit Hilfe von Open Source Tech smarter zu machen - immer mit dem Fokus auf Datenschutz und Privacy. Wenn ich gerade mal keine coolen Gadgets teste, entwickle ich Videospiele, schreibe Geschichten und spiele Knopfakkordeon. 


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