Rowenta X-Force Flex im Test: Saugen im 90-Grad-Winkel

Jan Johannsen
Hamburg, am 29.01.2021

Beim Saugen bequem unter das Sofa kommen? Ein Traum, der mit dem Knick-Rohr der X-Force-Flex-Staubsauger von Rowenta wahr wird, mich am Ende aber nicht vollends zufrieden stellt.

Staubsauger-Rohre sind in der Regel nicht besonders flexibel. Willst du unter dem Bett oder Sofa saugen, musst du flexibel sein – weil es das Rohr eben nicht ist. Damit du bequem stehen bleiben kannst, hat Rowenta bei seinem X-Force-Flex-Staubsauger einen Knick ins Rohr eingebaut. Lässt sich einfach benutzen, hat aber seine Tücken und überzeugt mich nicht vom Prinzip Akku-Staubsauger.

Saugen im 90-Grad-Winkel

Die Sauger der X-Force-Flex-Serie von Rowenta gibt es in mehreren Varianten. Für den Test stand mir der X-Force Flex 8.60 Animal Care zur Verfügung. Es gibt auch noch eine Variante für Allergiker. Der Unterschied ist das Zubehör im Lieferumfang, das entweder gegen Tierhaare oder herumwirbelnden Staub helfen soll. Die 11.60-Modelle haben etwas mehr Saugkraft und im Lieferumfang ist eine Ladestation enthalten. Mein Testgerät hatte keine. Ich musste per Kabel an der Steckdose laden.

185 Watt – über diese Leistung lachen herkömmliche Staubsauger, aber für ein kabelloses Modell mit Akku ist das, wenn ich in unser Sortiment schaue, gar nicht so wenig. Etwa ein Drittel hat mehr Power und zwei Drittel weniger. Bei Staubsaugern kommt es aber nicht alleine auf die Motorleistung an. Eine gute Führung des Luftstroms lässt die Saugkraft zunehmen.

Der Staubsauger flext.
Der Staubsauger flext.

Staub saugt der X-Force Flex 8.60 zuverlässig ein, aber bei Krümeln oder Steinchen braucht es die Hilfe der rotierenden Bürste. Da muss ich schon sehr gewissenhaft vorgehen, um den Boden komplett sauber zu bekommen. Die im Vergleich zu den meisten Bodenstaubsaugern mit Kabel geringe Saugkraft sorgt dafür, dass Staub und Dreck direkt vor die Öffnungen der Aufsätze kommen müssen. Mit mehr Power reicht die Saugkraft gerne auch ein paar Zentimeter darüber hinaus. Das kann an Kanten und Ecken, an die du mit dem X-Force nicht komplett herankommst, zum Problem werden.

Der X-Force Flex 8.60 hat zwar einen Power-Modus, der den Motor zwar lauter werden lässt, aber ein Plus bei der Saugkraft habe ich nicht feststellen können. Das macht den Modus im Prinzip überflüssig. Ist aber auch nicht weiter schlimm. Denn die Pseudo-Power bekommst du nur, wenn du mit dem Zeigefinger einen Abzug hältst. Dauerhaft ein- und nachher wieder ausschalten, zum Beispiel per Knopf oder Taste, kannst du den Modus nicht.

Abzug für den Power-Modus
Abzug für den Power-Modus

Aber wie steht es nun um das Königsfeature des X-Force Flex? Ein Klick auf die Verriegelung, und schon biegt sich das Saugrohr. Wie stark, das entscheidet deine Körpergröße. Ich bin mit 180 Zentimetern zum Beispiel zu groß; das Rohr knickt noch nicht im 90-Grad-Winkel. Die benötige ich aber, um den Staubsauger komplett unters Sofa schieben zu können. Ein wenig muss ich immer also noch beugen, aber nicht mehr auf die Knie gehen. Bequem ist das schon. Die zusätzliche Flexibilität führt allerdings auch dazu, dass der Saugkopf seitlich beweglicher wird. Dadurch habe ich ihn nicht mehr komplett unter Kontrolle und muss teilweise seine Bewegungen ausgleichen.

Unterm Sofa knickt der Kopf leicht zur Seite.
Unterm Sofa knickt der Kopf leicht zur Seite.

Der X-Force beleuchtet mit einer LED-Leiste den Boden vor sich. Das klingt nach einer Spielerei und ist auch nicht zwingend notwendig. Allerdings fällt dir so der Dreck noch mehr auf und die Motivation nimmt zu, möglichst alles an Dreck zu erwischen.

Die LED-Leiste.
Die LED-Leiste.

Modulares Klicksystem

Die verschiedenen Aufsätze und Düsen des X-Force lassen sich mittels Klicksystem unkompliziert wechseln. Du musst dir nur überlegen, wo du die einzelnen Teile lagerst, wenn du sie nicht brauchst. Da ist zum Beispiel der Bissel IconPet, den ich auch schon testen konnte, durchdachter. Allerdings gefällt mir die Spitze Detaildüse des Rowenta besser. Sie ist länger und dadurch komme ich deutlich besser an schmale Bereiche heran. Das ist beim Bissel ein Problem.

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    Bissell IconPet im Test: Ein Staubsauger für Tiere

Verriegelung öffnen, Dreckbehälter herausnehmen, Filtereinsatz entfernen und den Inhalt in den Mülleimer entleeren. Anschließend Filter wieder einsetzen und den Behälter wieder anbringen, bis es «Klick» macht. Solltest du feuchte oder klebrige Dinge einsaugen, wird der Aufwand für die Entleerung und vor allem die anschließende Reinigung größer. Ist alles trocken, kannst du dir den zusätzlichen Aufwand sparen. Es bleibt aber das alte Problem: Du brauchst einen großen Müllbehälter und ganz ohne Staubwolke können wohl nur Magier das Teil entleeren.

Keine große Füllhöhe, aber wenn man ihn nach jedem Durchsaugen entleert, reicht es.
Keine große Füllhöhe, aber wenn man ihn nach jedem Durchsaugen entleert, reicht es.

Aber nicht nur der Staubbehälter muss gesäubert werden. In der Bürste und einer Stoffabdichtung des Saugkopfs bleiben mit der Zeit immer mehr Haare und Staubflusen hängen. Während sich der Staub von dem Stoffstreifen einfach abstreifen lässt, musst du die Bürste ausbauen. Keine Angst, das funktioniert ohne Werkzeug. Du musst nur eine Verriegelung öffnen und kannst die Bürste entnehmen. Nun lassen sich die Haare problemlos entfernen, indem du sie zu einer Seite der Bürste schiebst.

Die rotierende Bürste lässt sich leicht herausnehmen.
Die rotierende Bürste lässt sich leicht herausnehmen.

Der Akku des X-Force Flex 8.60 hat eine Kapazität von 44 Wh. Der Hersteller gibt eine Laufzeit von 35 Minuten an und das kommt auch ungefähr hin. Solltest du den überflüssigen Power-Modus nutzen, verkürzt er die Laufzeit. Das Aufladen einer komplett leeren Batterie dauert etwa drei Stunden. Dafür muss ich den Akku aus dem Staubsauger heraus nehmen und an das mitgelieferte Ladegerät anschließen. Eine Ladestation wäre eleganter, ist aber erst bei den 11.60-Modellen der X-Force-Serie im Lieferumfang enthalten. Willst du mit deinem Akku-Staubsauger länger saugen und nicht zwischendurch drei Stunden warten, kannst du – zumindest direkt bei Rowenta in Deutschland – für 80 Euro einen weiteren Akku kaufen.

Fazit: Für kurze Einsätze zu teuer

Ja, ich komme mit dem Rowenta X-Force Flex 8.60 bequemer unter das Sofa. Aber das reicht nicht, um mich von ihm zu überzeugen. Die Saugkraft ist mir zu gering und ich kann das Teil nicht gut verstauen. Ich will es aufgeräumt und bequem haben und bevorzuge daher Modelle mit Ladestation.

Steht er griffbereit herum, ist er wirklich praktisch, um kurz eine Kleinigkeit aufzusaugen. Aber für einen Hand-Staubsauger ist er mir dann doch zu teuer. Vor allem da die Akkulaufzeit für eine große Wohnung oder ein Haus für eine komplette Reinigung zu kurz ist. Da bleibe ich weiterhin bei meinem schnöden Bodenstaubsauger mit Kabel. Da kann ich einige Beutel kaufen, bis ich so viel Geld wie für den X-Force Flex 8.60 ausgegeben habe.

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Jan Johannsen
Content Development Editor
jan.johannsen@galaxus.de

Als Grundschüler saß ich noch mit vielen Mitschülern bei einem Freund im Wohnzimmer, um auf der Super NES zu spielen. Inzwischen bekomme ich die neueste Technik direkt in die Hände und teste sie für euch. In den letzten Jahren bei Curved, Computer Bild und Netzwelt, nun bei Galaxus.de. 


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