Hintergrund

Samsung Galaxy S20 Ultra im Verhör: Deine Fragen beantwortet

Ihr habt gefragt, ich antworte. Nach dem Test des Space Zooms im Samsung Galaxy S20 Ultra kommen jetzt der Nachtmodus, der Screen und die Datenmenge dran.

Das Samsung Galaxy S20 Ultra ist eines der großen Phones des Jahres. Es wurde heiß erwartet, verspricht viel und liefert einen 100x-Zoom der zum Heulen ist. Aber das ist nicht die einzige Frage, die Leser hatten. Darum gibt es jetzt Antworten auf vermischte Fragen aus der Kommentarspalte.

  • Produkttest

    Samsung Galaxy S20 Ultra im Test: Was kann der 100x Zoom?

    von Dominik Bärlocher

Der Bildschirm und seine Kurvatur

Im Vorstellungsartikel zum S20 Ultra hat User SwissCrow85 nach dem Bildschirm gefragt. Wie infinity ist er? Also, wie abgerundet sind die Kanten des Bildschirms? Am besten erklärt das eine Macro-Aufnahme der Kante mit hellem Inhalt auf dem Screen.

Antwort: So bitzli curved ist er schon, aber nicht mehr so extrem wie noch beim S10. Wo wir es gerade schon vom Bildschirm haben, da ist eine recht grässliche Folie über den Screen gespannt, die du jedes mal spürst, wenn du von links nach rechts oder von rechts nach links swipest. Das ist darum unangenehm, da Samsung endlich die Gestensteuerung repariert hat. Unter OneUI funktioniert sie nun genau gleich wie bei allen anderen Android-Distributionen. Gut so. Mein Rat ist daher, die Folie abzuziehen und entweder durch eine bessere zu ersetzen oder mit einer Nanobeschichtung zu überziehen.

Samsung und die Dunkelheit

Ob das Samsung Galaxy S20 Ultra 5G gute Bilder schießt in der Nacht. Die Frage wurde mir im Shop Zürich gestellt. Damals wusste ich es nicht, jetzt schon.

Originalbild

Von weitem oder auf Instagram sieht das ganz ordentlich aus. Aber wenn du reinzoomst, dann siehst du, dass der Weichzeichnungsfilter der Software komplett überdreht ist. Der Baum in der Mitte verlumpt völlig und die Dächer der Häuser gleichen mehr einem modernen Kunstwerk als architektonisch stabilen Konstrukten.

Originalbild

Mit dem Gegenlicht hat so ziemlich jede Kamera ihre Mühe. Das Samsung Galaxy S20 Ultra auch. Wo die Umrisse und Farben sowie das Schattenspiel auf der Motorhaube recht okay gut gehandhabt sind, so ist direkt über dem Autodach eine recht hässliche Anordnung von Pixeln und Bildstörungen zu sehen.

Die Software arbeitet zudem recht langsam und unverlässlich. Das erlaubt es mir, das Bildmaterial zu sehen, bevor die AI drübergegangen ist. Wenn du dich erinnern kannst, wie Smartphones circa 2013 Bilder im Dunkeln aufgenommen haben, bevor die ganzen Nacht-Modi eingeführt wurden: In etwa so sieht das Bild aus, das das S20 Ultra aufnimmt. So mit hellen blauen und roten Pixeln mitten im Bild und allgemein einem blauen Schimmer.

Danach tritt die AI in Aktion. Farben werden korrigiert, die blauen und roten Pixel verschwinden, der blaue Schimmer auch und Unschönheiten werden via Weichzeichnungsfilter ausgeglichen. Aber auch dann: Das Resultat ist schwach.

Aufgenommen mit dem Samsung Galaxy S20 Ultra
Aufgenommen mit dem Samsung Galaxy S20 Ultra

Originalbild

Zum Vergleich, das selbe Bild aus dem Oppo Find X2 Pro.

Aufgenommen mit dem Oppo Find X2 Pro
Aufgenommen mit dem Oppo Find X2 Pro

Originalbild

Video und die Datenmenge

User dominikaebli – guter Vorname, übrigens – hat Bedenken in Punkto Datenmenge geäussert.

«Der Megapixel-Wahn kann nur in Zusammenhang mit namhaften Cloud-Diensten und/oder Festplattenhersteller stehen. Wohin sonst mit x Terabytes von Fotodaten. Da reichen 64, 128 oder 256 GB dann nicht mehr weit…»
dominikaebli

Das Video oben und die paar Bilder für den Space-Zoom-Test, gefilmt in 4k/60fps und fotografiert im Automodus, haben total 1.84 Gigabyte Daten auf 32 Dateien verbraucht. Eine Sekunde Video braucht, wohlgemerkt gefilmt mit dem Oppo Find X2 Pro, 8MB. Das Samsung Galaxy S20 Ultra braucht für 4k/60fps etwa 12MB pro Sekunde. Anders aber als die Konkurrenz vom vergangenen Jahr kann das Galaxy S20 Ultra ohne Zeitbegrenzung in dieser Auflösung aufnehmen.

Dominik hat Recht. Ein Cloud-Speicher wird immer wichtiger, wenn du viel auf deinem Smartphone filmst. Denn selbst wenn das Galaxy S20 Ultra mit bis zu 512 GB internem Speicher daherkommt, der Platz geht dir schnell aus. Die rohen Videodateien des Videos zum 100x-Zoom sind total 4 Minuten 58 Sekunden lang, auf fünf Dateien aufgeteilt. Das Oppo hat so 1776.6 Megabyte Daten generiert. Mit der Umrechnung auf Samsung wären das dort etwa 2664.9 Megabyte.

Da können wir weiterrechnen: Das Find X2 Pro wäre, wenn jetzt jedes Bisschen Speicher für Videodateien gebraucht wird, in 23 Stunden 51 Minuten und 21 Sekunden voll. Das Samsung Galaxy S20 Ultra 5G in 15 Stunden 54 Minuten 14 Sekunden. Du hast also nicht akute Speichernot. Selbst wenn du einen normalen Arbeitstag mit Nonstop-Dreh verbringst, dann ist nur der halbe Speicher mit Videodaten belegt.

So. Fertig. Ich teste mal weiter. Wenn Fragen sind, bitte in die Kommentarspalte, ich nehme mich denen gerne an.

Samsung Galaxy S20 Ultra 5G (128 GB, Schwarz, 6.90 ", SIM + eSIM, 108 Mpx, 5G)
Smartphone

Samsung Galaxy S20 Ultra 5G

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Samsung Galaxy S20 Ultra 5G EU (128 GB, Cosmic Gray, 6.90 ", Hybrid Dual SIM, 108 Mpx, 5G)
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Journalist. Autor. Hacker. Ich bin Geschichtenerzähler und suche Grenzen, Geheimnisse und Tabus. Ich dokumentiere die Welt, schwarz auf weiss. Nicht, weil ich kann, sondern weil ich nicht anders kann.


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