Sie kann soft und hard: Joystick-Gaming-Maus ROG Chakram im Test

Sie kann soft und hard: Joystick-Gaming-Maus ROG Chakram im Test

Martin Jud
Martin Jud
Zürich, am 16.04.2020

Die Chakram Wireless-Gaming-Maus hat nicht nur einen guten Sensor, ein individuell anpassbares LED-Logo und einen austauschbaren 360°Joystick. ROG legt der Maus auch zwei zusätzliche Switches bei – damit lässt sich die Klickintensität eigenhändig tunen.

Ein Joystick an der Maus klingt gut. Damit lassen sich nicht nur theoretisch Jump'n'Run-Games einhändig spielen, auch können damit die Kameraperspektive gedreht oder beliebige Aktion ausgelöst werden. Ob es eine gute Idee ist, künftig im Shooter auf WASD zu verzichten, ist allerdings fraglich.

ROG Chakram (Kabelgebunden, Kabellos)
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ASUS ROG Chakram (Kabelgebunden, Kabellos)

Technische Daten:

  • Optischer Sensor: 100 bis 16 000 dpi
  • Kabelloser Betrieb mit 2,4 GHz Dongle oder Bluetooth, kabelgebundener Betrieb via USB-C
  • Abtastrate von 1000 Hz im 2,4-GHz- und kabelgebundenen Betrieb
  • Auswechselbare Omron Switches zum Anpassen der Klickintensität der rechten und linken Maustaste
  • Linke und rechte Maustaste, Seitentasten, gerastertes Scrollrad mit Klick-Funktion, Tasten für Pairing und DPI sowie Funkmodus-Regler auf Unterseite
  • Analoger austauschbarer Joystick unterhalb der Seitentasten
  • Unterstützt den Qi-Standard zum drahtlosen Laden und Quick Charge über USB 3.0
  • Bis 79 Stunden Akkubetrieb mit 2,4 GHz Dongle (LEDs ausgeschaltet)
  • Rechtshänder-Design mit magnetischer Abdeckung und Tasten sowie drei RGB-Zonen
  • Abmessungen: 132,7 x 76,6 x 42,8 mm
  • Gewicht: 121,6 g (ohne Kabel)
  • Lieferumfang: ROG Chakram Maus, USB Dongle, USB Extender, USB-Kabel (1,8 m), Zubehörbox mit alternativen Omron Switches und alternativen Joystick-Aufsätzen, Stoffbeutel, Logo-Schablone, Bedienungsanleitung, ROG-Sticker

Design und Individualisierungsmöglichkeiten

Die Asus ROG Chakram fällt nicht nur dank der frei definierbaren LED-Beleuchtung auf. Vor allem der vor den Seitentasten unterhalb angebrachte 360°Joystick weckt mein Interesse.

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Der Joystick ragt nicht weit aus dem Gehäuse und kann durch einen beiliegenden etwas grösseren Joystick oder eine Gehäuseabdeckung ausgetauscht werden. Hinter dem Joystick, also unterhalb der Seitentasten, ist die Maus im Daumenbereich gerippt, was der Griffigkeit entgegenkommt. Die rechte Seite der Maus hat ebenfalls eine gerippte Oberfläche. Die Mausrücken-Abdeckung und die Maustasten sind in dunklem, halbdurchsichtigem Plastik gehalten und lassen sich dank Magneten simpel entfernen.

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Unter der Mausrücken-Abdeckung findet sich Platz zum Verstauen des USB-Dongles und eine LED mit ROG-Logo.

Das ROG-Logo lässt sich herausnehmen und durch ein anderes ersetzen.
Das ROG-Logo lässt sich herausnehmen und durch ein anderes ersetzen.
Für alle, die selber ein Logo gestalten möchten, gibt's eine weisse Plastikschablone.
Für alle, die selber ein Logo gestalten möchten, gibt's eine weisse Plastikschablone.

Das Logo lässt sich genauso einfach entfernen wie die Abdeckung und bei Bedarf durch ein selbst gebasteltes Logo ersetzen. Dafür liegt eine kleine weisse Schablone bei. Die könnte mit Filzstift bemalt werden. Oder du bastelst dir aus Karton ein Logo, das du dahinter anbringst.

Wer lieber harte Klicks mag, kann die Switches austauschen.
Wer lieber harte Klicks mag, kann die Switches austauschen.

Unter den Maustasten kommen die Tastenschalter zum Vorschein. Die bei Auslieferung installierten Switches sind Made in China und klicken bei weniger Kraftaufwand als diejenige, welche in der Zubehörbox zu finden sind. Ausserdem sind diese Made in Japan. Woher die Switches kommen, ist mir zwar Wurst, doch die japanischen empfinde ich als angenehmer. Drücke ich im Shooter den Abzug, macht mir das mit härterem Widerstand definitiv mehr Spass. Die weniger harten Switches sind vergleichbar mit den Maustasten einer Razer Mamba, die ich schon längere Zeit benutze. Dabei ist nur wenig Druck zum Auslösen nötig, aber dennoch genug, um sie nicht versehentlich auszulösen.

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Was beim Betrachten der Unterseite etwas missfällt, ist die DPI-Taste. Sie bietet eine gute Funktion: Mit ihr wechselst du zwischen vier programmierten DPI-Werten. Doch warum ist sie an der Unterseite angebracht? Das ist eher unpraktisch, wenn man diese gerne während dem Spielen erreichen möchte. Beim Funkmodus-Regler und der Pairing-Taste gibt es hingegen nichts zu rüffeln.

Bedienung und Haptik

Meine Hand passt perfekt auf die ergonomisch geformte Chakram und die Tasten sowie Joystick sind gut erreichbar. Leider verfügt die Maus nicht über Zusatzgewichte. In meinem Fall nicht tragisch, denn mit 121,6 Gramm ist die Maus weder ein Leicht- noch ein Schwergewicht – so mag ich das. Die Maus gleitet geschmeidig über das Mauspad, den Zeiger navigiere ich damit präzise. Das zaubert mir gemeinsam mit den harten Klicks der Japan-Switches ein Smile aufs Gesicht.

Zu Beginn gewöhnungsbedürftig ist der Joystick. Der Bewegungsablauf beim Betätigen unterscheidet sich von einem normalen Gamepad. Mein Daumen betritt Neuland und benutzt Sehnen und Muskeln, die sonst nur wenig beansprucht werden. Doch dran bleiben kann sich lohnen, denn das Teil hat Potenzial. Der Joystick kann 256 Bewegungsstufen wahrnehmen und lässt sich digital oder analog benutzen:

  • Der digitale Modus bietet ein einfaches Zweiachsenkreuz, das beim Gamen für vier zusätzliche Hotkeys sorgen kann.
  • Im analogen Modus agiert der Joystick wie ein herkömmlicher Konsolen-Controller. Du bekommst einen Joystick mit Achtachsenbewegung und variierender Intensität. Das ermöglicht ein exaktes Zielen oder unterschiedlich stark Gas zu geben. Damit kann die Maus mit viel Übung wie ein Gamepad benutzt werden. Dabei hinderlich ist, dass die Maus über zu wenig Tasten verfügt, um als herkömmliches Gamepad durchzugehen. Abgesehen davon ist ein normales Gamepad viel exakter zu bedienen.

Um ehrlich zu sein: Beim Gamen verwende ich den Joystick bisher praktisch nur als Zweiachsenkreuz und rufe beispielsweise gerne die Map mittels neuem Hotkey auf oder wechsle damit die Waffe. Ausserhalb des Games bediene ich damit den Medienplayer. Das ist eine Bereicherung. Doch mit dem Joystick zu steuern oder zu zielen liegt mir nicht. Die Geduld, mich umzugewöhnen, fehlt mir nach einigen Wochen des Testens genauso wie der Glaube, dass ich damit jemals exakter sein könnte.

Die Einstellungen zur Maus werden in der Armoury Crate Software vorgenommen und können in drei Profilen abgespeichert werden. Neben der Tastenbelegung werden mit der Software auch die vier Werte für die DPI-Taste festgelegt. Weiter kann die Polling Rate (Abtastfrequenz), eine sechsstufige Tastenreaktionsgeschwindigkeit, die Winkelerfassung (Mauskorrektur), die Lift-off-Distance (Abstand des Sensors zum Untergrund) und einiges mehr, wie die LED-Beleuchtung oder Energieoptionen, eingestellt werden.

Übrigens kann ich zwischen dem kabelgebundenen Modus und dem Wireless-Betrieb keinen Unterschied bei der Reaktion feststellen. Sie scheint Latenz-frei im 2,4-GHz-Betrieb zu arbeiten.

Fazit: Tolle Gaming-Maus mit bedingt nützlichem Joystick

Die ROG Chakram liegt gut in der Hand, ist präzise und individuell anpassbar. Sogar die Tastenschalter lassen sich austauschen. Für den harten Maustastenklick liegen zwei Omron Switches bei. Freiheiten sind auch beim Betrieb gegeben. So kann sie kabelgebunden, mit USB-Dongle oder über Bluetooth betrieben werden. Ausserdem kann nebst Wireless-Betrieb dank Qi-Standard bei Bedarf auch wireless geladen werden. Und solltest du mal dringend Saft benötigen, bekommst du kabelgebunden dank Quick Charge innert 15 Minuten weitere zwölf Stunden Klick-Spass. Diese Maus und deren Einstellungsmöglichkeiten lassen mich kaum etwas missen.

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Auch der Joystick schafft es, mir einen Mehrwert zu geben. Allerdings werde ich dabei nicht mit der klassischen Funktion des Spielhebels warm. Ich benutze ihn als Zweiachsenkreuz und erhalte damit in Games vier weitere belegbare Tasten. Benutze ich den Joystick klassisch, schaffe ich es bisher leider nicht, ihn präziser einzusetzen als bei gegebenen Steuerungsmöglichkeiten ohne Joystick-Maus. Vielleicht kommt das noch. Oder ich bin einfach nicht dafür gemacht. Falls du als Leser selbst Erfahrungen mit dieser Maus gemacht hast, dann schreibe bitte kurz in die Kommentare, wie gut du den Joystick beherrschst.

Das Einzige, was mich an der Maus wirklich stört, ist die Positionierung der DPI-Taste. Willst du den DPI-Wert im Shooter beim Zielen kurz anpassen, ist das nicht möglich. Die Taste befindet sich an der Unterseite der Maus. Falls dich das nicht stört, du eine neue Maus benötigst und dein Budget genügend Geld hergibt, kann ich die Chakram empfehlen.

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Martin Jud
Martin Jud

Editor, Zürich

Der tägliche Kuss der Muse lässt meine Kreativität spriessen. Werde ich mal nicht geküsst, so versuche ich mich mittels Träumen neu zu inspirieren. Denn wer träumt, verschläft nie sein Leben.

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