

Stricken, Malen, Schreiben: Meine kreativen Vorsätze für 2026
Das Regal voller Wolle und der Kopf voller Ideen: Meine kreativen Vorsätze für 2026 sollen mir helfen, da ein bisschen Ordnung reinzubringen. Statt starrer Ziele will ich aber auf allgemeine Leitplanken setzen: Mehr Vorhandenes nutzen, Angefangenes vollenden und Neues lernen.
Schon im Dezember 2024 hatte ich über die Festtage all meine Wolle hervorgekramt, sortiert und systematisch notiert. Dabei realisierte ich, wie viel da eigentlich zusammenkommt und fasste den Vorsatz, meinen Vorrat zu reduzieren.
Über den letzten Jahreswechsel 2025 habe ich nun eine Bilanz gezogen und musste feststellen, dass ich gescheitert bin: Mein Wollvorrat ist sogar um 2163 Gramm gewachsen! Ich habe auch das Gewicht meiner gesamten Wolle zusammengezählt und war etwas erschrocken. Wenn das da so in einzelnen Knäueln und Strängen im Regal verstaut liegt, unterschätzt man, wie viel sich über die Jahre angesammelt hat.
Na, was denkst du, wie viel Wolle ich in Kilogramm besitze? Die Auflösung folgt gleich.

Quelle: Julia Escher
Falls du das im Bewegtbild sehen willst, habe ich alles auf meinem Youtube-Kanal auch als Video gepostet. Das Video ist auf Englisch.
Mehr Wolle brauchen, die ich schon habe
33.7 Kilogramm. So viel Garn besitze ich laut meinem Notizbuch. Das ist zu viel für mein Empfinden und meinen Platz. Darum bin ich fest entschlossen, im 2026 meinen «stash» (englischer Strickjargon für den Wollvorrat) zu reduzieren und habe dieses Jahr zu meinem «year of the stashdown» erklärt.
Es ist einerseits überfordernd, sich diese Menge vor Augen zu führen. In meinem Fall war es andererseits auch sehr inspirierend und ich hatte sofort viele neue Ideen. So ist mein erstes Projekt bereits auf den Nadeln, auch wenn dies meinem zweiten Vorsatz etwas in die Quere kommt, aber dazu später mehr.
Ich will mir, passend zu den tiefen Temperaturen, einen flauschigen Oversize-Pulli stricken und habe mir dazu den Jilli Jam von Anne Ventzel ausgesucht. Dabei kombiniere ich verschiedene Garnreste und einzelne Knäuel, die ich teilweise schon seit zehn Jahren besitze. Wenn ich nicht ständig wieder neue aufmachen würde, weil ich mich wegen der Farbwahl umentscheide, würde ich mit den grossen 7mm-Nadeln auch noch ziemlich schnell vorwärts kommen.

Quelle: Anne Ventzel
Angefangenes fertig machen
Auch wenn ich mit meinem Oversize-Pulli viel Wolle aufbrauchen werde, will ich nicht ständig neue Projekte anfangen. Mein zweiter Vorsatz besteht nämlich darin, die Anzahl begonnener Projekte zu reduzieren. Ich habe momentan 13 (!) sogenannte WIPs («works in progress»). Das ist definitiv zu viel für meine mentale Kapazität. Darunter befinden sich auch viele Langzeit-Projekte, wie zum Beispiel drei angefangene Decken, zwei Pullis, einen Cardigan und zwei Schals. Mein Ziel ist es, diese Zahl systematisch runterzubringen und meine begonnenen Sachen endlich fertigzustellen.

Quelle: Julia Escher
Der Hauptgrund für die vielen WIPs liegt darin, dass ich Inspirationen sehe und Ideen habe, die ich dann sofort umsetzen will. Das Vertraute ist dann nicht mehr so interessant und bleibt liegen. Da ich sowieso meistens mehrere Sachen parallel auf den Nadeln habe, ist es mein Plan, dass immer mindestens eines meiner aktiven Projekte eines dieser WIPs sein soll. So arbeite ich stetig angefangene Projekte ab. Deshalb gilt dieses Jahr die Devise: Nicht nur Neues anfangen, auch Altes fertig stricken. Das schafft nicht nur Platz in meinem Regal, sondern auch in meinem Kopf.
Neues Jahr, alte Hobbies
Meine Handgelenke danken es mir, wenn ich mal nicht jede freie Minute mit Stricken verbringe. Um meine Leidenschaft für Farbe und Kreativität trotzdem ausleben zu können, habe ich mir fürs neue Jahr vorgenommen, andere Künstlerutensilien wieder mehr rauszuholen.
Da ich früher viel gemalt und gezeichnet habe, ist bereits einiges an Material vorhanden. Nun habe ich vor einigen Monaten Malbücher für Erwachsene entdeckt. Inspiriert von diesem Trend sind meine Farbstifte wieder regelmässig im Einsatz. Ausserdem habe ich zu Geburtstag und Weihnachten von meinem Mann drei tolle Malbücher und ein Set mit Ohuhu-Markern geschenkt gekriegt. Jetzt geht es ans Ausmalen und ich freu’ mich schon drauf!

Die alkoholbasierten Marker von Ohuhu sind Neuland für mich. Da ich vor allem mit Farbstiften und Gouache geübt bin, habe ich den Dreh noch nicht ganz raus. Vor allem mit Schattierungen und Farbübergängen habe ich aktuell noch Mühe. Ich habe vor, mir einiges vom Illustrator R.J. Hampson abzuschauen, der auf seinem YouTube-Kanal immer wieder mal sogenannte «Color-along»-Videos macht. Da kann man genau sehen, wie er seine eigenen Bilder ausmalt und welche Techniken er benutzt. Besonders spannend finde ich, wie er mit Markern eine Grundfarbe malt und danach mit Farbstiften die Schattierungen ausarbeitet.
Eine weitere Herausforderung: Diese alkoholbasierten Marker drücken ziemlich stark durch, je nach Papierqualität. Von meinen Malbüchern sind leider die meisten doppelseitig bedruckt, was bedeuten würde, dass die Rückseite jeweils futsch ist. Darum werde ich wohl in den nächsten Monaten ein weiteres einseitig bedrucktes Malbuch kaufen, welches auch für Marker geeignet ist. Hast du vielleicht eine Empfehlung für mich?

Quelle: Julia Escher
Back to the roots
Zu guter Letzt will ich wieder mehr schreiben. Und zwar von Hand. Meine Tochter schreibt oft in ihrer allerliebsten, krakeligen Primarschülerinnen-Schrift kleine Geschichten. Das hat mich daran erinnert, wie ich es als Kind nicht nur liebte, in Büchern zu versinken, ich konnte auch stundenlang von Hand Geschichten schreiben.
Leider habe ich keine meiner alten Texte aufbewahrt. Die wären bestimmt amüsant zu lesen. Wenigstens der Waterman-Tintenfüllhalter aus Jugendzeiten ist noch in meinem Besitz. Aus den Tiefen der Schublade gekramt, musste ich ihn zuerst lange auswaschen, um eingetrocknete Tintenpigmente zu entfernen. Aber nun ist er wieder funktionsfähig und soll mich in meinem Alltag begleiten.
Wie viele von uns habe auch ich zuhauf unbenutzte, hübsche Notizhefte, die ich immer wieder aufspare. Diese sollen endlich mit Ideen, interessanten Textstellen aus Büchern oder eigenen Geschichten handschriftlich gefüllt werden.
Dies liegt übrigens nicht nur ganz im momentanen Trend, in dem sich junge Leute vermehrt vom Digitalen abwenden und sich dem Analogen widmen wollen. Es ist auch gut für den Kopf. Studien beweisen, dass unser Hirn Informationen besser speichert, wenn sie von Hand geschrieben werden. Einen Grund mehr also, um meinen Vorsatz in die Tat umzusetzen!
Hast du dir kreative Vorsätze genommen fürs neue Jahr oder hat dich etwas von meinen Plänen inspiriert? Hast du Tipps und Tricks für mich zum Malen mit Markern oder kannst du ein einseitig bedrucktes Malbuch empfehlen? Lass es uns in den Kommentaren wissen!
Ich habe vor 14 Jahren mit dem Stricken begonnen und liebe es, mit Fasern und Farben zu experimentieren. Wenn ich nicht gerade mit Wolle hantiere, bin ich am Gärtnern oder gehe meiner anderen grossen Passion nach: dem Lesen und Schreiben über chinesische (Kunst-)Geschichte. Du findest meine Strickprojekte auf Ravelry unter Julia-knitsalot.
Interessantes aus der Welt der Produkte, Blicke hinter die Kulissen von Herstellern und Portraits von interessanten Menschen.
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