Tech-Industrie setzt offiziellen Standard für 8K-Fernseher – schon wieder
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Tech-Industrie setzt offiziellen Standard für 8K-Fernseher – schon wieder

Luca Fontana
Luca Fontana
Zürich, am 23.09.2019
Die Consumer Technology Association setzt offizielle Standards für 8K-Fernseher. Ein erster Schritt in Richtung Transparenz für Konsumenten? Mitnichten.

Die Consumer Technology Association (CTA) hat die offiziellen Standards für 8K-Geräte vorgestellt. Zusammen mit den Standards zeigt der Wirtschaftsverband, der die jährliche CES in Las Vegas ausrichtet, das neue 8K-UHD-Logo.

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Standards für mehr Transparenz

Damit TV-Hersteller für ihre 8K-Fernseher das entsprechende Logo beziehungsweise Label anfordern können, müssen folgende Standards erfüllt sein:

  • Auflösung: Mindestens 33 Millionen aktive Pixel. Es müssen mindestens 7680 Pixel horizontal und 4320 Pixel vertikal (Format: 16:9) sichtbar sein.
  • Bildrate: Bei einer Auflösung von 7680×4320 Pixeln muss die Bildrate 24, 30 oder 60 Bilder pro Sekunde (FPS) sein.
  • HDR: Es müssen HDR-Übertragungsfunktionen und Farbmetriken gemäss ITU-R BT.2100-Standards vorhanden sein.
  • Bittiefe: Fähigkeit, 10-Bit-8K-Bilder zu empfangen und ein Bild darzustellen, das auf Änderungen an sämtlichen der 10 Bit reagiert.
  • Kopierschutz: Die Eingänge müssen HDCP v2.2 oder einen gleichwertigen Inhaltsschutz unterstützen.
  • Upscaling: SD-, HD- und UHD-Inhalte müssen auf eine Auflösung von 8K-UHD hochskalierbar sein.

Ziel ist es, für mehr Transparenz auf dem TV-Markt zu sorgen: Wenn 8K-Fernseher das entsprechende 8K-UHD-Label aufweisen, können Konsumenten unbesorgt zugreifen.

Noch ein Logo, das die Welt nicht braucht?

Das 8K-UHD-Label soll Ordnung ins Logo-Chaos der Hersteller bringen und für mehr Transparenz sorgen. Jedenfalls in der Theorie. Blöd nur, wenn andere Wirtschaftsverbände, etwa die 8K Association, zu der wichtige Grössen wie zum Beispiel Samsung, TCL oder Panasonic gehören, bereits vor einem Monat ihr eigenes 8K-Label mit dazugehörigen Anforderungen vorgestellt haben.

Sollte die UHD Alliance, von der das Ultra-HD-Premium-Label kommt und der unter anderem LG und Sony angehören, nachziehen, wird’s noch komplizierter. Dann wird es gar drei 8K-Labels geben, die nicht für Überschaubarkeit, sondern für noch mehr Wirrwarr sorgen.

*Ultra HD Premium**: Noch ein Logo, das die Welt nicht braucht
Hintergrund

Ultra HD Premium: Noch ein Logo, das die Welt nicht braucht

Wo sich zuvor noch Hersteller um HDR- oder UHD-Logos bekriegt haben, schlagen die Wirtschaftsverbände in dieselbe Kerbe. Damit erreichen sie das Gegenteil dessen, was sie mit dem ganzen Zirkus eigentlich bezwecken wollen.

Das ist nicht transparent, liebe Verbände, sondern absurd.

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Luca Fontana
Luca Fontana

Editor, Zürich

Abenteuer in der Natur zu erleben und mit Sport an meine Grenzen zu gehen, bis der eigene Puls zum Beat wird — das ist meine Komfortzone. Zum Ausgleich geniesse ich auch die ruhigen Momente mit einem guten Buch über gefährliche Intrigen und finstere Königsmörder. Manchmal schwärme ich für Filmmusik, minutenlang. Hängt wohl mit meiner ausgeprägten Leidenschaft fürs Kino zusammen. Was ich immer schon sagen wollte: «Ich bin Groot.»

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