TP-Link Deco M9 Plus im Test: Ein einfacher Weg zu einem besseren WLAN

Jan Johannsen
Hamburg, am 10.02.2021

Der Teenager beschwert sich über schlechtes WLAN in seinem Zimmer. Das Mesh-WLAN-System Deco von TP-Link verspricht eine bessere Abdeckung und soll auch besonders einfach einzurichten sein.

Die Beschwerden aus dem Kinderzimmer nehmen kein Ende: «Twitch läuft gar nicht. Oder nur mit Glück, wenn sonst niemand da ist. Bei Youtube muss ich immer lange warten und habe dann nur 144p.» Und wenn sich das Smartphone dann noch unbemerkt aus dem WLAN verabschiedet, braucht der Nachwuchs sein Datenvolumen unabsichtlich in kurzer Zeit auf. In der Küche, die neben dem Kinderzimmer liegt, kann ich selber ein Lied vom schlechten WLAN singen.

Das ist alles keine Überraschung. Der WLAN-Router steht an einem Ende der Hamburger Altbauwohnung, weil dort die Telefonbuchse in der Wand ist – und soll deswegen auch dort bleiben und nicht in die Mitte der Wohnung wandern. Von dort sind es etwa 14 Meter bis in die Räume am anderen Ende – und die eine oder andere Wand liegt auch noch dazwischen.

Rund und flach sind die Deco M9 Plus.
Rund und flach sind die Deco M9 Plus.

Abhilfe erhoffe ich mir von einem Mesh-WLAN-Systeme. Dabei ergänzen sogenannte Access Points (APs) den WLAN-Router und bauen ein WLAN mit mehreren Empfängern auf, zwischen denen die Geräte nahtlos hin und her wechseln. Je nach Größe der abzudeckenden Fläche kannst du einfach weitere Access Points hinzufügen. Die Auswahl ist groß, meine Wahl für den Test ist auf das Deco-System von TP-Link gefallen. Das soll besonders einfach einzurichten sein. Ich hoffe mit zwei Deco M9 Plus auszukommen, habe vom Hersteller zum Ausprobieren sogar das Set mit drei APs bekommen.

Deco M9 Plus Triband WLAN Mesh 3er Set (AC2200)
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TP-Link Deco M9 Plus Triband WLAN Mesh 3er Set (AC2200)
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Die Deco M9 Plus unterstützen den WLAN-Standard «ac», der inzwischen auch als «Wi-Fi 5» firmiert. Mit «Wi-Fi 6» oder «ax» gibt es bereits einen Nachfolger. Der kann zwar theoretisch mehr Bandbreite erzielen, aber in der Praxis macht sich das kaum bemerkbar. Die Vorteile von Wi-Fi 6 liegen vor allem darin, effizienter mit Daten umzugehen – was am Ende auch zu einer schnelleren Übertragung führt. Trotzdem haben Geräte mit Wi-Fi 5 – wie die M9 Plus – für den Privatgebrauch immer noch mehr als ausreichend Leistung.

TP-Link stattet sie mit drei WLAN-Bändern aus, über die mehr als 100 Geräte gleichzeitig verbinden können. Im 5-GHz-Band reicht der Datendurchsatz bis 867 Mbit/s und im 2,4-GHz-Band bis 400 Mbit/s. Zusätzlich unterstützen die M9 Plus auch Bluetooth und Zigbee und sollen sich so als Hub für Smarthome-Geräte anbieten. Dieser Aspekt bleibt in diesem Text aber unbeachtet.

Installation ohne Vorkenntnisse

Bevor ich die Deco M9 Plus einrichte, gilt es Vergleichsdaten zu erheben. Die Netspot-App (Android/iOS) misst im Kinderzimmer mit der bisher vorhandenen Fritzbox eine Signalstärke von -76 und -79 dBm (5 und 2,4 GHz). Das WLAN ist hier also nicht nur subjektiv schlecht.

Eigentlich will ich nicht noch ein Gerät neben dem Router stehen haben.
Eigentlich will ich nicht noch ein Gerät neben dem Router stehen haben.

Eine Anleitung legt TP-Link den Deco M9 Plus nicht bei, nur den Hinweis sich die Deco-App (Android/iOS) zu installieren. Das ist schnell erledigt, aber bevor es losgehen kann, gibt es noch einen kleinen Stopper. Ich muss mir noch ein Nutzerkonto bei TP-Link einrichten, inklusive Freischaltung per Link-Klick in einer E-Mail. Nervig, aber üblich und schnell erledigt. Mehr als eine E-Mail-Adresse muss ich nicht verraten.

Anschließend führt mich die App Schritt für Schritt durch den Aufbau und die Installation. Vorwissen ist nicht nötig, ich kann stumpf den Anweisungen folgen. Das Produkt von TP-Link aus der übersichtlichen Liste mit Namen und Produktbildern auswählen und mir zeigen lassen, was ich aus der Packung benötige. Anschließend das Modem ausschalten, Deco M9 Plus per LAN-Kabel verbinden, Modem wieder einschalten und warten, bis es hochgefahren ist. Nun den Deco an den Strom anschließen und wenn seine LED-Leuchte in der richtigen Farbe erstrahlt, die App nach ihm suchen lassen.

Die Deco-App führt durch die Installation.
Die Deco-App führt durch die Installation.

Die Deco-App findet den M9 Plus schnell. Ich trage noch ein, in welchem Zimmer er steht. Das hilft, die Access Points auseinanderzuhalten. Jetzt gilt es sich einen «kreativen» Namen für das WLAN auszudenken und ein sicheres Passwort festzulegen. Fertig!

Nun kann ich weitere nach dem gleichen Prinzip weitere Deco hinzufügen, wobei es auch andere Modelle als ein M9 Plus sein können. Das mache ich natürlich, da mit nur einem Access Point das WLAN im Kinderzimmer wenig überraschend noch nicht besser geworden ist. Die Signalstärke liegt bei -72 und -73 dBm. Für meinen zweiten M9 Plus brauche ich nur eine Steckdose und platziere ihn ziemlich genau in der Mitte der Wohnung zwischen dem Router und dem Kinderzimmer. Bevor ich seinen Effekt überprüfe, installiere ich noch das Firmware-Update auf den M9 Plus, das mir die Deco-App anzeigt.

Zwei LAN- und ein USB-Anschluss sind vorhanden, aber werden nur selten benötigt.
Zwei LAN- und ein USB-Anschluss sind vorhanden, aber werden nur selten benötigt.

Flüssige Videostreams ohne Wartezeit

Die zwei Access Points sind aufgebaut und die Netspot-App zeigt im Kinderzimmer eine Signalstärke im grünen Bereich an. Mir erscheinen -57 und -68 dBm aber immer noch sehr hoch. Ich fange schon an, mich mit dem Gedanken anzufreunden, noch den dritten AP aus dem Test-Set noch aufzubauen. Doch eine freudige Rückmeldung aus dem Kinderzimmer hält mich davon ab: «Twitch läuft ohne Verzögerung und bei Youtube kann ich sogar 4K-Videos ohne Ladezeit schauen.» Ich trübe nicht Freude jetzt noch nicht mit dem Hinweis, dass das auch für die Videokonferenzen im Homeschooling gilt.

Wo steht der Access Point gut?
Wo steht der Access Point gut?

Es ist allerdings gar nicht so leicht, in einer bereits eingerichteten Wohnung spontan einen guten Standort für die Access Points zu finden. Bei den M9 Plus scheidet eine Montage an der Wand oder Decke aus. Dafür haben sie keine Halterung.

Fazit: Einfacher Weg zu besserem WLAN

Die Deco M9 Plus haben alle Versprechen von TP-Link eingehalten. Die Einrichtung über die App erfordert keine Vorkenntnisse. Es ist eher eine Herausforderung, eigene Vorkenntnisse auszublenden und nur den Anweisungen zu folgen. Bereits mit zwei Access Points war die gesamte Wohnung mit brauchbarem WLAN versorgt.

Bedenken habe ich nur an einem Punkt: Die Deco M9 Plus könnten zu viel für die Wohnung sein. Eventuell reicht auch ein günstigerer Repeater, der die Fritzbox ergänzt und ohne weiteres Gerät direkt neben dem Modem auskommt. Nur einen Access Point von TP-Link bekomme ich nicht über die App in Einklang mit dem WLAN der Fritzbox.

Deco M9 Plus Triband WLAN Mesh 1er Set (AC2200)
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TP-Link Deco M9 Plus Triband WLAN Mesh 1er Set (AC2200)
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Deco M9 Plus Triband WLAN Mesh 3er Set (AC2200)
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Und da ich vor Kurzem über die britische Band Deco gestolpert bin, beende ich den Text mit deren Ende Januar veröffentlichten Mashup-Perle.

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Jan Johannsen
Content Development Editor
jan.johannsen@galaxus.de

Als Grundschüler saß ich noch mit vielen Mitschülern bei einem Freund im Wohnzimmer, um auf der Super NES zu spielen. Inzwischen bekomme ich die neueste Technik direkt in die Hände und teste sie für euch. In den letzten Jahren bei Curved, Computer Bild und Netzwelt, nun bei Galaxus.de. 


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