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Activision
Hintergrund

Vorschau: «Call of Duty: Modern Warfare 4» setzt auf Korea, Next-Gen und mehr Realismus

Neues Setting, überarbeitetes Gameplay und immense technische Fortschritte. «Call of Duty: Modern Warfare 4» sieht vielversprechend aus.

Activision enthüllt den neuesten «Call of Duty»-Ableger «Modern Warfare 4». Erstmals in der Geschichte der Spielreihe verschlägt es dich im vierten Teil auf die koreanische Halbinsel.

An einer Hands-Off-Präsentation konnte ich mir schon einen ersten Eindruck zum vierten Teil der Saga machen. Was du neben dem neuen Setting sonst noch erwarten kannst, erfährst du hier.

Last-Gen ist weg, Switch 2 ist dabei

Das Wichtigste vorweg: «Call of Duty: Modern Warfare 4» wird von Infinity Ward entwickelt und erscheint am 23. Oktober. Es ist das erste «Call of Duty» in dieser Hardware-Generation, das nicht für Last-Gen-Konsolen erscheint – PS4- und Xbox-One-Besitzer schauen also in die Röhre. Dafür können sich Fans auf der PS5, Xbox Series X/S und PC auf das laut Activision «immersivste und technisch fortschrittlichste ‹Call of Duty› aller Zeiten» freuen. Man habe die Limitierungen der alten Hardware hinter sich gelassen, um «in der Engine neue Möglichkeiten freizuschalten.»

Price ist zurück – und sieht besser aus als je zuvor.
Price ist zurück – und sieht besser aus als je zuvor.
Quelle: Activision

Nach langer Zeit wagt Activision wieder einen Ausflug auf eine Nintendo-Plattform. «Call of Duty: Modern Warfare 4» erscheint zum Launch auch auf der Switch 2. Bild- oder Videomaterial veröffentlicht Activision noch nicht – gemäss Co-Studio-Boss Jack O'Hara läuft das Spiel aber «sehr gut» auf der mobilen Hardware.

Die Switch-2-Version wird in Zusammenarbeit mit dem spanischen Studio Digital Legends entwickelt. Zuletzt hat das Unternehmen die Mobile-Version von «Call of Duty: Warzone» verantwortet und als Support-Studio an «Call of Duty: Black Ops 6» mitgearbeitet.

«Modern Warfare 4» soll neue grafische Standards für die Reihe setzen.
«Modern Warfare 4» soll neue grafische Standards für die Reihe setzen.
Quelle: Activision

Worum geht's in der Kampagne?

«Call of Duty: Modern Warfare 4» spielt zu einem grossen Teil in der Gegenwart auf der koreanischen Halbinsel. Südkoreanische Städte werden von Bomben getroffen und von nordkoreanischen Truppen besetzt. Du erlebst die Invasion aus verschiedenen Perspektiven mit. Das Finale der Kampagne soll sich gemäss Studio in eine «rasante Krise zuspitzen, wie sie die ‹Call of Duty›-Reihe in dieser Form noch nie behandelt hat.»

Kurz vor dem ersten Angriff: Soldaten patrouillieren in einer koreanischen Grossstadt.
Kurz vor dem ersten Angriff: Soldaten patrouillieren in einer koreanischen Grossstadt.
Quelle: Activision

Wieso hat sich das Studio für Korea als Setting entschieden? O'Hara begründet die Entscheidung mit dem koreanischen Begriff «Hallyu» – eine Bezeichnung für den steigenden internationalen Einfluss koreanischer Popkultur weltweit. «Wir befinden uns in der dritten ‹Hallyu›-Welle. K-Pop ist so gross wie nie. Koreanische Filme wie ‹KPop Demon Hunters› und ‹Parasite› gewinnen Oscars. Und wir selbst sind mittlerweile grosse Fans von koreanischem Rap. Wir sind Fans der koreanischen Popkultur und finden es spannend, diese Eindrücke in einem ‹Call of Duty›-Spiel zu verarbeiten.»

Weiter erklärt O'Hara, dass die Kampagne «back to the roots» geht und Fans ein düsteres, realistisches Storytelling bieten soll: «Wenn ihr unser Spiel seht, solltet ihr das Gefühl haben, die Handlung könnte in den Schlagzeilen stehen.» Korea bietet das perfekte Setting für eine solche Geschichte: «Das Kuriose an Nordkorea und Südkorea ist, dass sie seit dem Koreakrieg in einer Pattsituation feststecken.» O'Hara zeigt eine Karte, die illustriert, wie viele Artilleriegeschütze in Nordkorea auf die südkoreanische Hauptstadt Seoul ausgerichtet sind. «Die Bewohner Südkoreas kümmern sich nicht gross um diese Gefahr. Aber sie ist da. Und das ist die perfekte Ausgangslage für unsere Geschichte.»

Für frischen Wind soll auch die Erzählperspektive sorgen. Du spielst keine erfahrenen Supersoldaten, sondern junge südkoreanische und amerikanische Rekruten im Alter zwischen 18 und 25 Jahren, die keine Ahnung haben, was los ist. Besonders spannend: Das Game wird auch Abschnitte in Nordkorea bieten, in denen du einen Einblick hinter die feindlichen Linien und das Leben in der Diktatur bekommst.

Junge, unerfahrene Soldaten statt Superhelden.
Junge, unerfahrene Soldaten statt Superhelden.
Quelle: Activision

Auf der anderen Seite des erzählerischen Spektrums steht die Geschichte des erfahrenen britischen Captains John Price. Dieser befindet sich seit den Geschehnissen im dritten «Modern Warfare»-Teil auf der Flucht. Mit ihm wirst du unter anderem in New York, Paris, Mumbai und Russland unterwegs sein. Seine Abschnitte sollen an «Bourne»- und «James Bond»-Spionagefilme erinnern. Mit zunehmendem Spielverlauf überschneiden sich beide Handlungen und enden in einem fulminanten Finale.

Was ich bisher von der Kampagne gesehen habe, stimmt mich sehr zuversichtlich. «Modern Warfare 4» verspricht, wieder auf Hochglanz polierte Popcorn-Blockbuster-Action zu bieten – ohne grafische Restriktionen der alten Konsolengeneration. Activision bestätigt zudem, dass die Kampagne offline spielbar ist und über eine Pausen-Funktion verfügt. Hört sich lächerlich an, aber nach der unterirdischen Kampagne im letztjährigen «Black Ops 7» sind solche Infos Balsam für geschädigte «Call of Duty»-Seelen.

An Action-Setpieces wie Verfolgungsjagden soll es auch nicht mangeln.
An Action-Setpieces wie Verfolgungsjagden soll es auch nicht mangeln.
Quelle: Activision

Was erwartet dich im Multiplayer?

Zum Launch gibt es zwölf komplett neue 6v6-Maps. Einige davon basieren auf Locations aus der Kampagne, andere wurden eigens für den Multiplayer entwickelt. Zudem bietet «Modern Warfare 4» mehrere «Big War»-Maps à la «Battlefield». Neu ist auch der sogenannte «Kill Block» – eine Map mit dynamischen Elementen, die sich bei jedem Besuch ändern. Über 500 Map-Konfigurationen sollen möglich sein. Die Inspiration für die modulare Map, gemäss Infinity Ward: Das Fussballstadion von Real Madrid, in dem die Rasenfläche für Konzerte und andere Events aufgespalten und auf Schienen unter die Erde abgesenkt wird.

Die bisher gezeigten Skins sehen angenehm unauffällig aus.
Die bisher gezeigten Skins sehen angenehm unauffällig aus.
Quelle: Activision

Für fleissige Spielerinnen und Spieler gibt es beim Aufleveln einer Waffe im Multiplayer als letzte Belohnung neue «Apex Attachments», die die Spielweise einer Waffe auf den Kopf stellen sollen. Das Studio zeigt Aufsätze, mit denen du tödliche Messer verschiesst, deine Waffe flüsterleise machst oder Gegner beim Ballern für kurze Zeit blendest.

Infinity Ward verspricht zudem eine grössere Auswahl bei den Waffen, Field Upgrades und Killstreaks. Ein neuer Assistent – liebevoll «Gunny» genannt – soll Neueinsteigern mit Vorschlägen helfen, einen mächtigen Build zu basteln.

Mehr von allem, einfacherer Zugang. Das verspricht der Multiplayer.
Mehr von allem, einfacherer Zugang. Das verspricht der Multiplayer.
Quelle: Activision

Änderungen gibt es auch im Prestige-System. Neu kannst du dich beim Erreichen des maximalen Levels zwischen zwei Prestige-Pfaden entscheiden. «Classic Prestige» funktioniert wie das bisherige System. Deine Unlocks werden zurückgesetzt, dafür bekommst du mehr XP und exklusive Belohnungen. In «Regular Prestige» behältst du deine Unlocks, bekommst dafür aber weniger XP und weniger Belohnungen als im «Classic Prestige». Infinity Ward erhofft sich mit dieser Änderung, dass mehr Spielerinnen und Spieler einen Prestige-Pfad einschlagen werden.

«DMZ» ist zurück

Zusätzlich zur Singleplayer-Kampagne und dem Multiplayer bringt Infinity Ward den «DMZ»-Modus zurück. Das Studio experimentierte bereits vor vier Jahren im Rahmen von «Modern Warfare 2» und «Warzone 2.0» mit der Extraction-Shooter-Version von «Call of Duty». Es blieb aber beim Experiment – der Titel schaffte es nie aus der Beta-Phase hinaus, trotz äusserst positivem Community-Feedback. Multiplayer Creative Director Joe Cecot verkündet mit einem Lächeln: «Dieses Mal haben wir einen richtigen ‹DMZ›-Modus entwickelt.»

Jeder Schritt könnte im «DMZ»-Modus dein letzter sein.
Jeder Schritt könnte im «DMZ»-Modus dein letzter sein.
Quelle: Activision

Du begibst dich entweder alleine oder mit drei Mitspielern in eine Konfliktzone, in der es allerlei wertvolles militärisches Equipment zu stehlen gilt. Dynamische Bedingungen machen dir das Leben schwer – sich ständig änderndes Wetter, laufende Zielanpassungen und feindliche Soldaten können dich schnell das Leben kosten. Das Motto des Studios für den DMZ-Modus: «Je mehr du reinsteckst, desto stärker schlägt die Welt zurück.»

Mehr will Activision derzeit noch nicht verraten. Weitere Informationen zum «DMZ»-Modus werden zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht.

Gameplay-Neuerungen für Hardcore-Fans

Infinity Ward zeigt sich in der Präsentation besonders stolz auf Gameplay-Änderungen, die vor allem Hardcore-Spielerinnen und -Spieler ansprechen werden.

Einen besonderen Fokus legt das Studio auf die überarbeitete Steuerung. In bisherigen «Call of Duty»-Games – und, wie Activision betont, auch bei anderen Shootern wie «Battlefield» – kam beim Schiessen aus der Hüfte das sogenannte «Weapon Bloom»-System zum Einsatz. Konkret bedeutet dies, dass das Game innerhalb eines Radius durch Zufall entscheidet, in welche Richtung eine Kugel fliegt.

In «Modern Warfare 4» gibt es kein Weapon Bloom mehr. Gemäss Multiplayer-Entwickler Jack Reynolds ist der Titel der erste AAA-Shooter, der sich von dieser «antiken Technologie» verabschiedet. Die Position der Waffe sowie die Schussrichtung wird mit einem neuen Physiksystem berechnet, das Bewegungen der Spieler und Faktoren wie Waffenrückstoss einbezieht. Reynolds verkündet stolz: «In unserem Spiel fliegt die Kugel immer genau dorthin, wohin die Waffe zeigt.»

Zielsicherheit wird bei «Modern Warfare 4 gross geschrieben.
Zielsicherheit wird bei «Modern Warfare 4 gross geschrieben.
Quelle: Activision

Ebenfalls überarbeitet wurde das Bewegungssystem. Reynolds erklärt: «Wir haben uns alle Spielmechaniken angeschaut, die sich unnötig umständlich oder träge anfühlen und sie neu entwickelt.»

Das Rennen, Springen und Klettern durch die Levels soll sich schneller, realistischer und flüssiger anfühlen. Reynolds zeigt einen Ausschnitt eines Parkour-Levels. Dieser wurde für interne Testzwecke entwickelt, erfreute sich studiointern aber so grosser Beliebtheit, dass er zum Launch spielbar sein wird. Das gezeigte Gameplay erinnert an Games wie «Mirror's Edge». Der Spieler hangelt sich mühelos an Vorsprüngen entlang, rutscht Rohre hinunter und slidet über Autos, während er Karton-Feinde abknallt. Geil.

Trotz zusätzlicher Bewegungsfreiheit soll sich die Steuerung realistisch anfühlen.
Trotz zusätzlicher Bewegungsfreiheit soll sich die Steuerung realistisch anfühlen.
Quelle: Activision

Auch an der visuellen Darstellung der Waffen wurde gearbeitet. Sie sind jetzt natürlicher im Sichtfeld platziert und reagieren auf Hindernisse und Wände. Die Mündungseffekte beim Ballern wurden mit neuen Rauchsimulationen komplett überarbeitet. Der Depth-of-Field-Effekt beim Zielen durch das Visier soll dank neuer Rendering-Technik realistischer wirken und sogar die Genauigkeit beim Schiessen erhöhen.

Für kompetitive Spieler sind auch die neuen Field-of-View-Optionen (FOV) interessant. Normalerweise gibt es beim FOV einen Zielkonflikt: Ein engeres Sichtfeld sorgt dafür, dass Ziele grösser auf dem Bildschirm wirken, schränkt aber die Übersicht ein. Ein weiteres Sichtfeld bietet mehr Situationsbewusstsein, lässt Ziele jedoch weiter entfernt wirken, als sie tatsächlich sind. «Modern Warfare 4» bietet eine skalierbare Linsenverzerrung, die Inhalte in der Bildschirmmitte mit zunehmendem FOV vergrössert. Ein netter Nebeneffekt: Dadurch wirkt das Spiel gemäss Infinity Ward auch cineasitscher.


Meinen Test zum letztjährigen «Call of Duty: Black Ops 6» liest du hier:

Titelbild: Activision

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Meine Liebe zu Videospielen wurde im zarten Alter von fünf Jahren mit dem ersten Gameboy geweckt und ist im Laufe der Jahre sprunghaft gewachsen.


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