
News & Trends
Sony AI: Tischtennis-Roboter Ace schlägt menschliche Profis
von Kim Muntinga

Aus Tarantinos Comic-Fortsetzung zu «Django Unchained» soll ein Spielfilm werden. Sony Pictures hat Oscar-Preisträger Brian Helgeland mit dem Drehbuch zu «Django/Zorro» beauftragt. Das Projekt trägt Tarantinos Segen, aber nicht seine Regie.
Der Kopfgeldjäger Django und der maskierte Rächer Zorro, zwei Ikonen des Western-Genres, treffen aufeinander. Was vor gut einem Jahrzehnt als Comic begann, nimmt nun konkrete Formen als Spielfilm an. Denn laut Variety hat Sony Pictures den Oscar-Preisträger Brian Helgeland («Mystic River», «L.A. Confidential») beauftragt, das Drehbuch für «Django/Zorro» zu schreiben.
Das wäre zugleich eine Fortsetzung von Tarantinos bislang kommerziell erfolgreichstem Film. «Django Unchained» spielte weltweit mehr als 425 Millionen US-Dollar ein.
Wer’s noch nicht kennt: «Django/Zorro» ist eine siebenteilige Crossover-Miniserie, die Quentin Tarantino gemeinsam mit dem Comic-Autor und Eisner-Award-Gewinner Matt Wagner geschrieben hat. Die Reihe erschien 2014 und 2015 bei Dynamite Entertainment und gilt als direkte Fortsetzung von «Django Unchained».

Die Handlung setzt mehrere Jahre nach den Ereignissen des Films ein: Django arbeitet weiterhin als Kopfgeldjäger und zieht durch den amerikanischen Südwesten. Dort begegnet er Don Diego de la Vega, dem inzwischen gealterten Mann hinter der Maske des Zorro. De la Vega erkennt schnell Djangos Fähigkeiten und engagiert ihn als Leibwächter. Zwischen den beiden entsteht rasch ein pragmatisches Bündnis, getragen von gegenseitigem Respekt.
Gemeinsam geraten sie ins Visier eines mächtigen Geschäftsmannes, der sich selbst als «Erzherzog von Arizona» bezeichnet. Hinter dem grotesken Titel verbirgt sich ein brutaler Machtapparat, der die lokale Bevölkerung – insbesondere indigene Gemeinschaften – systematisch versklavt und ausbeutet. Der Comic verlagert den Konflikt damit bewusst weg von Djangos persönlicher Rache hin zu organisierter Unterdrückung.
Im Verlauf der Serie übernimmt Django zunehmend den aktiven Part, während de la Vega sich stärker auf Planung und Inszenierung ihrer Missionen konzentriert: In einer zentralen Szene schlüpft Django sogar selbst in die Maske und Rolle des Zorro: Der maskierte Held wird als Symbol begriffen, als Projektionsfläche für Widerstand.
Dem gegenüber steht Djangos direkter, körperlicher Zugriff auf Konflikte: Während de la Vega seine Gegner häufig durch Maskerade, Täuschung und Inszenierung aus dem Gleichgewicht bringt, tendiert Django stärker zur offenen Konfrontation. Aus diesem Gegensatz zwischen strategischem Spiel und direkter Gewalt entsteht ein Spannungsverhältnis, das Tempo und Ton der Serie prägt.

Erzählerisch verbindet «Django/Zorro» Tarantinos raue, bodenständige Westernwelt mit der romantischen Abenteuerästhetik der Zorro-Volksmärchen. Leichtfüßigkeit, klischeehafte Schwarz-Weiß-Bösewichte und lockere Sprüche stehen neben kompromissloser, roher Gewalt ohne Witz und Humor. Aus dieser Mischung entsteht ein eigenständiger Ton, der den Comic deutlich von einer glatt gebügelten Filmfortsetzung absetzt.
Der Film befindet sich noch in einer frühen Entwicklungsphase. Ein Regisseur oder Starttermin stehen nicht fest. Was aber jetzt schon klar ist: Quentin Tarantino wird nicht selbst Regie führen. Schade. Dem Projekt hat er jedoch seinen ausdrücklichen Segen gegeben. Produziert wird bei Sony Pictures, wo Tarantino auch seinen eigenen letzten Film realisieren will.

Helgeland entwickelt eine neue Geschichte, die auf der Comicserie aufbaut. Es ist nicht der erste Versuch, den Stoff zu verfilmen. Tarantino hatte zuvor den Comedian Jerrod Carmichael damit beauftragt, ein Drehbuch zu schreiben. Diese Version wurde aus unbekannten Gründen in der Corona-Zeit auf Eis gelegt. Carmichael äußerte sich 2022 gegenüber dem Magazin GQ und bedauerte, dass Sony damals keinen Weg gefunden hatte, es umzusetzen.
Offen bleibt die Besetzung. Weder Jamie Foxx noch Antonio Banderas haben sich bislang offiziell zu einer Beteiligung geäußert. Foxx gilt als naheliegende Wahl für eine Rückkehr als Django Freeman. Banderas hingegen käme als Don Diego de la Vega infrage. Schliesslich ist auch er eng mit der Figur des Zorro verbunden, wenngleich in einer anderen Rolle: In «The Mask of Zorro» von 1998 spielte er Alejandro Murrieta, den Nachfolger des ursprünglichen Zorro, dort noch verkörpert von Anthony Hopkins.
Banderas bestätigte sogar, dass Tarantino ihn einmal persönlich auf ein mögliches «Django/Zorro»-Projekt angesprochen habe – angeblich während der Oscar-Nacht 2020, als er für «Pain and Glory» nominiert war. Daraus ist aber offensichtlich nichts geworden. Zumindest noch nichts.
Auf den ersten Blick wirkt das Zusammentreffen von Django und Zorro ungewöhnlich. Inhaltlich verbindet das Crossover jedoch gemeinsame Motive: Beide Figuren stehen für Gerechtigkeit jenseits staatlicher Ordnung und richten sich gegen Machtmissbrauch. Diese Verbindung bildet den Kern der Comicserie und soll nun den Sprung auf die Kinoleinwand schaffen.
Die Interessen sind vielfältig, gerne genieße ich einfach nur das Leben. Immer auf der Suche nach News aus den Bereichen Darts, Gaming, Filme und Serien.
Vom neuen iPhone bis zur Auferstehung der Mode aus den 80er-Jahren. Die Redaktion ordnet ein.
Alle anzeigen