
Xbox baut um: Activision übernimmt Verantwortung für «Halo», «Age of Empires» und Rare
Microsoft baut seine Xbox-Studios weiterhin radikal um. Die wohl grösste Änderung: «Halo» wird künftig vom «Call of Duty»-Macher Activision entwickelt.
Bereits im Juli kündigte Microsoft «die bedeutendste Umstrukturierung in der Geschichte von Xbox» an. Unter dem Banner des «grossen Xbox-Resets» präsentierte die neue Xbox-Chefin Asha Sharma weitreichende Änderungen für Microsofts angeschlagene Gaming-Sparte. Unter anderem wurden 1600 Stellen gestrichen – bis Juli 2027 sollen 1600 weitere Stellen folgen.
In einem offiziellen Statement verrät Matt Booty, Chief Content Officer von Xbox, wie der zweite Schritt des Resets aussieht.
Activision gewinnt an Macht
Insgesamt streicht Microsoft 268 weitere Stellen. Am härtesten trifft es die Halo Studios (ehemals bekannt als 343 Industries). Das Team wird mit den Entlassungen de facto ausgehöhlt – was bleibt, sind wenige Mitarbeitende, die bestehende «Halo»-Titel unterstützen.
Das nächste «Halo» wird von Activision entwickelt. Gemäss Booty wird dafür ein neues, eigens zusammengestelltes Team verantwortlich sein, das unabhängig von der «Call of Duty»-Entwicklung arbeitet. Activision übernimmt künftig auch die Leitung der Spieleentwicklung bei World’s Edge («Age of Empires») und Rare («Sea of Thieves»).

Microsoft fusioniert zudem Playground Games («Forza Horizon», «Fable») und Turn 10 («Forza Motorsport»). Zusammen soll das neue, noch namenlose Studio sowohl das «Forza»- als auch das «Fable»-Franchise vorantreiben.
Weiter schreibt Booty, dass die Rollenspielexperten von Obsidian («The Outer Worlds», «Avowed») künftig unter der Leitung von Bethesda arbeiten. Erst im Juli kündigten die Studios ein neues kollaboratives Projekt im «Fallout»-Universum an. Der Mobile-Gigant King («Candy Crush») übernimmt zudem die Leitung der Microsoft Casual Games («Minesweeper», «Solitaire»).
Diese Studios sind weg
Booty verrät auch, wie es um die Studios steht, die im Rahmen des «grossen Xbox-Resets» nicht mehr zu Microsoft gehören. Compulsion Games («South of Midnight») und Double Fine («Psychonauts») wurden im August erfolgreich in die Eigenständigkeit entlassen – inklusive ihrer Markenrechte, Spielkataloge und einer Anschubfinanzierung.
Undead Labs hat mittlerweile ebenfalls einen ähnlichen Übergang vollzogen und wird «State of Decay 3» mit einem neuen Publisher veröffentlichen. Wer das ist, verrät Booty nicht. Das Spiel soll weiterhin im Game Pass erscheinen.
Düster sieht die Zukunft für Ninja Theory («Hellblade») aus. Zwei separate Verhandlungen um die Zukunft des Studios mit externen Partnern sind gescheitert. Booty schreibt: «Wir werden nun Konsultationen mit den Mitarbeitenden über eine mögliche Schliessung einleiten und gleichzeitig weitere Optionen prüfen.»
Ebenfalls unklar ist, wie es mit Arkane aussieht. Die Gespräche mit dem Studio sollen bis Jahresende fortgeführt werden. Aktuell arbeitet das französische Unternehmen an «Marvel's Blade».
Ein Blick in die Zukunft
Mit diesen Massnahmen seien gemäss Booty rund drei Viertel der geplanten «Umstrukturierungen» (sprich: Entlassungen) umgesetzt. Der Rest soll bis zum Ende des Finanzjahres (Juli 2027) abgehandelt werden.
«Ich bin unseren Kolleginnen und Kollegen zutiefst dankbar für das, was sie aufgebaut haben, und ich weiss, wie schwierig der heutige Tag für diejenigen sein wird, die das Unternehmen verlassen, und für die Teams, die sie umgeben.»
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