Xiaomi Mi CC9 Pro: Was, nur 108 Megapixel?
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Xiaomi Mi CC9 Pro: Was, nur 108 Megapixel?

Dominik Bärlocher
Dominik Bärlocher
Zürich, am 06.11.2019
Xiaomi hat ein Kamerasystem gebaut und ein Smartphone darum herum gezimmert. Das Xiaomi Mi CC9 Pro beeindruckt stark, macht Lust auf mehr und zeigt, dass Smartphone-Kameras noch lange nicht am Ende sind.

Xiaomi hat ein Smartphone vorgestellt, dessen Kamerasystem 108 Megapixel aufnimmt und verarbeitet. Das Xiaomi Mi CC9 Pro nimmt bereits bekannte Konzepte aus der Smartphonekamerawelt, treibt sie auf die Spitze und lässt staunen. Oder die Augenbrauen hochgehen. Denn die Frage ist: Wenn andere Flaggschiffe – wie das Samsung Galaxy Note 10 – mit 16 Megapixeln klar kommen, warum brauchen wir dann 108 Megapixel?

Xiaomi scheint die Frage mit «weil wir können» zu beantworten.

Fünf Kameras, die so ziemlich alles können

Das Xiaomi Mi CC9 Pro sieht auf der Rückseite etwas überladen aus. Da ist ein normaler Kamera-Bump, wie du ihn dir von zig anderen Phones gewöhnt bist. Dort sind drei Kameras verbaut. Dann noch ein Kamera-Bump, in dem eine 20-Megapixel-Weitwinkellinse verbaut ist. Darunter noch eine Kamera, die für Makroaufnahmen dienen soll.

Das macht insgesamt fünf Kameras, die das wohl erste Pentacam-Setup auf einem Smartphone liefern.

  1. 5x Telephoto
  2. 2x Telephoto
  3. 20MP Ultraweitwinkel
  4. 2MP Macro
  5. 108MP-Linse

Zum Vergleich: Mit der 108-Megapixel-Linse schlägt das Mi CC9 Pro einfach mal schnell die Konkurrenz aus der Welt der Mittelformatkameras. Dort ist die Fuji GFX 100 mit 102 Megapixeln Spitzenreiter.

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Der grosse Unterschied zwischen der GFX 100 und dem Mi CC9 Pro sind aber nicht die Linsen, sondern der Sensor. Denn der ist bei Fuji 15mal grösser als bei Xiaomi. Trotzdem: Xiaomis Sensor hat einiges drauf. Denn das Smartphone verwendet den 108MP Isocell Bright HMX-Sensor aus dem Hause Samsung. Xiaomi hat diesen gemeinsam mit Samsung entwickelt.

Sparen am falschen Ort? Oder taktischer Entscheid?

Die Datenmenge aus den Kameras muss irgendwie verarbeitet und dargestellt werden. Da überrascht Xiaomi, denn auf den ersten Blick würden Analysten mehr erwarten. Das ganze System läuft auf einem Snapdragon 730G, also einem Octa-Core System-on-a-Chip, das auf 2.2GHz läuft.

Dazu ein 6.47 Zoll diagonaler Amoled-Screen und einer überraschend tiefen FullHD+-Auflösung. Wo wir schon von der Vorderseite reden: Da ist noch eine 32-Megapixel-Selfie-Kamera in einem kleinen Notch.

Auf den ersten Blick scheint Xiaomi eine Kamera gemacht zu haben und dann aus Notwendigkeit ein Smartphone darum herum geschustert. Das muss aber nicht zwingend aus Leistungsgründen oder einem Fehlentscheid beim Design passiert sein. Der 730G klingt fix genug, um mit der Datenmenge klar zu kommen, und da das Mi CC9 Pro zum Kampfpreis daherkommt, muss irgendwo gespart werden.

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Dominik Bärlocher
Dominik Bärlocher

Senior Editor, Zürich

Journalist. Autor. Hacker. Ich bin Geschichtenerzähler und suche Grenzen, Geheimnisse und Tabus. Ich dokumentiere die Welt, schwarz auf weiss. Nicht, weil ich kann, sondern weil ich nicht anders kann.

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