Zwei-Faktor-Authentifizierung: So will Google für mehr Sicherheit sorgen

Jan Johannsen
Hamburg, am 17.12.2021

Google greift durch und hat die Zwei-Faktor-Authentifizierung für alle Google-Konten automatisch aktiviert. Alles was du zu dem Schutzmechanismus wissen musst.

Google hat jahrelang für die Aktivierung der Zwei-Faktor-Authentifizierung geworben. Den letzten knapp 150 Millionen Nutzer*innen hat der Konzern sie jetzt automatisch aktiviert. Dadurch sollen die Konten vor Zugriffen durch Unbefugte geschützt werden.

Welche Vorteile hat die Zwei-Faktor-Authentifizierung?

Eine Zwei-Faktor-Authentifizierung sorgt für mehr Sicherheit. Zur Anmeldung reicht das Passwort alleine nicht aus. Die Anmeldung muss auf einem zweiten Weg bestätigt werden. Was angesichts der weit verbreiteten Faulheit im Umgang mit Passwörtern sowie zahlreicher durch Daten-Diebstähle bekannt gewordener Passwörter sinnvoll ist. Selbst wenn jemand dein Passwort kennen würde – ohne die zusätzliche Bestätigung bleibt dein Konto unzugänglich. Das gilt nicht nur bei Google, sondern auch vielen anderen Diensten.

Warum sollte das Google-Konto besonders gesichert sein?

Für viele Menschen ist das Google-Konto die Drehscheibe ins Internet. Mit ihm melden sie sich – zusätzlich zu den zahlreichen Google-Diensten – bei anderen Diensten an. Hier gehen E-Mails zu zurückgesetzten Passwörtern oder Codes für eine Zwei-Faktor-Authentifizierung ein. Viele nutzen zudem die Passwort-Manager-Funktion ihres Google-Kontos. Alle diese Informationen sollten nicht in fremde Hände gelangen.

Wie funktioniert die Zwei-Faktor-Authentifizierung bei Google?

Die bequemste Art, die Zwei-Faktor-Authentifizierung zu nutzen, ist das Smartphone. Bei Geräten mit mindestens Android 7 kannst du die Anmeldung auf einem neuen Gerät mit einem Fingertipp bestätigen. Du kannst dir auch ein Einmalpasswort – meist ein sechsstelliger Zahlencode – per SMS schicken oder per Sprachanruf vorlesen lassen. Eine weitere Möglichkeit, die sogar offline funktioniert, sind Authentifizierungs-Apps. Sie erzeugen Zahlencodes, die immer nur für einen begrenzten Zeitraum gültig sind. Google bietet für Android den Google Authenticator und für iOS Google Smart Lock an.

Worauf solltest du bei der Einrichtung der Zwei-Faktor-Authentifizierung achten?

Erstelle dir Backup-Codes für die Zwei-Faktor-Authentifizierung. Hier erklärt Google, wie das funktioniert. Die zehn Codes verwahrst du anschließend sicher. Sie sind eine Art Notfall-Passwortliste. Du gibst sie bei der Zwei-Faktor-Authentifizierung ein, wenn die anderen Möglichkeiten ausfallen. Etwa wenn du dich beim Wechsel auf ein neues Smartphone zu früh vom alten abgemeldet hast. Jeder Code lässt sich nur einmal eingeben. Erstellst du zehn neue, verfallen die alten.

Funktioniert die Zwei-Faktor-Authentifizierung ohne Smartphone?

Ja, und das nicht nur über die Back-up-Codes. Google unterstützt sogenannte Sicherheitsschlüssel per USB oder Smartphone. Die Anmeldung klappt dann nur, wenn der USB-Stick im Rechner steckt – oder je nach Modell über NFC mit dem Gerät –, auf dem die Anmeldung erfolgen soll. Google verkauft dazu seinen Titan Securtiy Key. Du kannst aber auch Sicherheitsschlüssel anderer Hersteller, wie etwa von Yubico, mit deinem Google-Konto verknüpfen.

Was tun, wenn das Smartphone verloren geht?

Dann greifst du zu deinen Backup-Codes. Fehlen sie, kannst du deine Telefonnummer mit einer neuen SIM-Karte im neuen Smartphone nutzen. Hast du deine Telefonnummer nicht bei Google hinterlegt, kann nur noch der Kundenservice weiterhelfen. Er kann deinen Account zurücksetzen, was aber bis zu einer Woche dauert.

Lässt sich die Zwei-Faktor-Authentifizierung wieder ausschalten?

Ja, das ist möglich. Google hat die Zwei-Faktor-Authentifizierung zwar automatisch eingeschaltet, aber du kannst sie weiterhin deaktivieren. Du findest die Option in den Einstellungen deines Google-Kontos unter «Google-Konto verwalten» im Bereich «Sicherheit». Hier kannst du die «Bestätigung in zwei Schritten» deaktivieren und auch wieder einschalten.

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Jan Johannsen
Content Development Editor
jan.johannsen@galaxus.de

Als Grundschüler saß ich noch mit vielen Mitschülern bei einem Freund im Wohnzimmer, um auf der Super NES zu spielen. Inzwischen bekomme ich die neueste Technik direkt in die Hände und teste sie für euch. In den letzten Jahren bei Curved, Computer Bild und Netzwelt, nun bei Galaxus.de. 


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