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3 Gründe, Indie-Brands mehr Beachtung zu schenken

Natalie Hemengül
Natalie Hemengül
Zürich, am 06.01.2022

Ausgefallenes und einzigartiges Make-up findest du auf dem Massenmarkt kaum. Dort ist alles beige, braun oder maximal pink. Indie-Labels sind gute Alternativen, die zu wenig beachtet werden. Dabei kann sich nischiges Einkaufen lohnen.

Die Marken Kylie Cosmetics, Maybelline, Bobbi Brown und Essence haben eines gemeinsam: Sie gehören grossen Konzernen wie Coty, L'Oréal, Estée Lauder und Cosnova. Brands, die hingegen unabhängig sind und von ihren Gründer:innen selbst geführt werden, nennt man Indie-Labels, abgeleitet vom Englischen «independent». Im Schönheitskosmos handelt es sich dabei meist um kleine Unternehmen, die sich mit viel Kreativität und Liebe zum Detail aus dem Schatten der Beauty-Riesen kämpfen, aber oft unbeachtet bleiben. Zu Unrecht, wie ich finde. Hier sind drei Gründe, warum ich sie im neuen Jahr mehr beachten will.

1. Sie trauen sich was

Indie-Brands bedienen in der Regel eine Nische und heben sich in Sachen Konzept, Verpackung und Farbschema von der Massenware ab. «Game Beauty» zum Beispiel bringt Lidschattenpaletten auf den Markt, die von Videospielen inspiriert sind und spricht damit eine kleinere Zielgruppe an als L’Oréal. Anders ausgedrückt: Indie-Brands riskieren was. Ihre Farbschemen sind laut, gewagt und experimentell. Das beste Rezept für viel Spass beim Schminken.

Die «Bubble Time» Palette von Eunique Beauty. Das kleine Unternehmen aus England wird von zwei Schwestern geführt.
Die «Bubble Time» Palette von Eunique Beauty. Das kleine Unternehmen aus England wird von zwei Schwestern geführt.

2. Ich zahle für die Qualität, nicht für den Namen

Kennst du «Chaos Makeup» oder «Clionadh Cosmetics»? Den meisten dürften diese Labels nichts sagen. Während sich die Markeninhaber:innen wünschen, es wäre anders, kann ich als Konsumentin einen Vorteil aus diesem Umstand ziehen. Ich zahle nämlich in erster Linie für die Qualität und den Aufwand, der in die Produkte fliesst und nicht für einen Namen. Damit möchte ich nicht sagen, dass die Produkte günstiger sind. Im Gegenteil, sie sind meist sogar teurer als das, was du in den Läden bekommst. Meiner Erfahrung nach stimmt aber das Preis-Leistungs-Verhältnis fast immer. Tatsächlich kann ich an einer Hand abzählen, wie oft ich eine Bestellung bei einem Indie-Brand bereut habe. Von Massenmarken aus der Drogerie oder dem High-End-Segment kann ich das nicht behaupten.

Vielleicht fragst du dich jetzt, weshalb ein unbekannter Hersteller so viel teurer ist. Kostentreiber sind unter anderem hochwertige Pigmente oder höhere Pigmentanteile, die sich der Massenmarkt nicht leisten kann und will. Auch speziell designte Verpackungen, die stark vom marktüblichen Standard abweichen sowie Prägungen, kleinere Chargen, Social-Media-Werbekosten oder Handarbeit treiben den Preis in die Höhe.

Die Single Shadows von «Chaos Makeup».
Die Single Shadows von «Chaos Makeup».

Vorsicht bei Bestellungen aus dem Ausland: Häufig können hohe Versandkosten, lange Lieferzeiten und Zollgebühren anfallen. Die solltest du unbedingt mit einrechnen.

3. Jemand ist happy

Meine Bestellung wird von den Menschen hinter der Marke geschätzt: Handgeschriebene Dankesbriefe sowie glückliche Reposts auf Instagram sind keine Seltenheit. So ein Kauf ist für mich befriedigender, weil ich die Träume kreativer Menschen unterstützen kann, anstatt mein Geld in die Taschen eines Grosskonzerns zu spülen. Dadurch erhält mein Einkauf eine emotionale Komponente, an die ich mich beim Auftragen des Produktes gerne zurückerinnere. Bei einem Massenprodukt hingegen spüre ich nichts.

Du möchtest gerne Indie-Brands unterstützen, weisst aber nicht, wo du anfangen sollst? Auf dem Instagram-Account Indiemakeuphotspot findest du viele neue Releases aus dem Indie-Kosmos. Perfekt, um dir einen Überblick zu verschaffen. Verlässliche Reviews zu Indie-Produkten findest du auf dem Youtube-Kanal von Angelica Nyqvist, einer meiner liebsten Make-up Review Channels auf der Videoplattform.

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Als Disney-Fan trage ich nonstop die rosarote Brille, verehre Serien aus den 90ern und zähle Meerjungfrauen zu meiner Religion. Wenn ich mal nicht gerade im Glitzerregen tanze, findet man mich auf Pyjama-Partys oder an meinem Schminktisch. PS: Mit Speck fängt man nicht nur Mäuse, sondern auch mich. 


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