
5 Fashion-Fakten zum 30. Geburtstag von Baz Luhrmanns «Romeo + Juliet»
Am 27. Oktober 1996 erschien Baz Luhrmanns «Romeo + Juliet» in den US-amerikanischen Kinos. 30 Jahre später ist der Film noch immer Popkultur-Gold. Fünf Fakten über die ikonischen Kostüme, die du vermutlich noch nicht kanntest.
Leonardo DiCaprio. Claire Danes. Baz Luhrmann. Geht es um die Verfilmung der weltberühmten Shakespeare-Tragödie, fallen diese grossen Namen schnell. Kein Wunder, Regisseur Luhrmann schuf mit seiner Inszenierung ein zeitloses Stück Popkultur, das die Hauptdarstellenden über Nacht zu Stars einer ganzen Generation machte und bis heute Kultstatus besitzt.
Welchen Namen du dir in diesem Zusammenhang allerdings erst recht hinter die Ohren schreiben solltest, ist Kym Barrett. Die australische Kostümbildnerin – unter anderem auch Kreativkopf hinter der «Matrix»-Reihe, «The Nice Guys» und «Us» – zeichnet für die legendären Looks des Films verantwortlich. Und hinter denen steckt sehr viel mehr, als dir bisher bewusst war.
1. Montagues vs. Capulets
Um die zwei zutiefst verfeindeten Familien schon optisch deutlich voneinander abzugrenzen, schuf Barrett für beide eine ganz eigene Ästhetik und Farbwelt.
Der Capulet-Clan, Julias Familie, wirkt düster und förmlich. Die Silhouetten sind körperbetont; Blutrot, Schwarz und omnipräsente religiöse Ikonenmotive prägen den «Latino-Barock-Cowboy»-Look, den Barrett Tybalt & Co. auf den Leib schneidert. Enge Jeans und Anzughosen, kurze (schusssichere) Westen und derbe Stiefel treffen auf opulente Pistolenholster und grosse Gürtelschnallen.

Quelle: Screenshot Romeo + Juliet
Das komplette Gegenteil dazu bilden die Montague-Männer in offenen, wehenden Hawaii-Hemden (zu bewundern im Titelbild). Sie tragen Cargohosen oder Shorts, Sneaker – bunte Haare. «Sie sind ebenso religiös wie die Capulets, aber eine komplett andere Gang. Ich wollte, dass sie nach Miami Beach aussehen, als würden sie surfen oder zumindest direkt vom Strand kommen», erklärt die Kostümdesignerin im Interview mit dem Lifestyle-Magazin Nylon.
2. Fast alle Kostüme sind handgemacht
Dachtest du, die Hawaii-Hemden der Montagues seien von der Stange? Handbemalt! Die Westen der Capulet-Cowboys gekauft? Handgenäht. Jedes einzelne Kostüm jeder sprechenden Rolle stammt aus der Feder und Hand von Barrett und ihrem Team. Sogar die dialoglosen Statisten in Verona Beach tragen Eigenkreationen. Geschneidert aus Ausschussmaterial von Dolce & Gabbana. «Unser Budget war winzig und Dolce & Gabbana war sehr grosszügig mit seinem Altbestand», verrät Barrett weiter.
Ausgerechnet das blaue Hemd mit den japanischen Kirschblüten, das Romeo vor seiner Flucht von Priester Laurence bekommt – und schliesslich bei seinem Tod tragen wird –, stammt … aus einem Shop in Miami.

Quelle: Screenshot Romeo + Juliet
3. Geheime Botschaften
Aber da ist ja noch das andere ikonische Shirt von Romeo. Genau, das (ebenfalls) blaue, das er nach dem Maskenball in Verona Beach trägt. Dieses ist nicht nur handbemalt, sondern auch mit Hinweisen auf sein anstehendes Schicksal versehen: ein brennendes, durchstochenes Herz und weisse Lilien – die er später auf Julias scheinbar totem Körper finden wird.

Quelle: Screenshot Romeo + Juliet
Auch Julias legendäres Engels-Kostüm birgt ein Geheimnis. Barrett lüftet gegenüber Nylon: «Romeo sagt im Script ‹O rede noch einmal, glänzender Engel›, darum habe ich sie als Engel verkleidet. Auf ihr Kleid ist ausserdem kaum sichtbar in Weiss der Dialog dieser Szene gestickt.» Warum? Die Kostümdesignerin fand es schön, den Schauspielenden kleine, persönliche Highlights zu schaffen.

Quelle: Screenshot Romeo + Juliet
Zu diesen Highlights zählen auch die Cowboystiefel von Tybalt, dem «Prince of Cats», deren silberne Absätze je eine Katze ziert.

Quelle: Screenshot Romeo + Juliet
4. Kostümparty à la Shakespeare
Für den unvergesslichen Maskenball – du weisst schon: sie ein Engel, er ein Ritter, zwischen ihnen ein Aquarium – verkleidete Kym Barrett den Grossteil der Statisten als Shakespeare-Charaktere. Wer sich die Gäste genauer anschaut, entdeckt vor allem Figuren aus dem Sommernachtstraum. Während Romeo an das Aquarium tritt, ist im Hintergrund sogar «William Shakespeare persönlich» zu sehen. Du kannst ihn kaum verpassen, er steht … am Pissoir.

Quelle: Screenshot Romeo + Juliet
5. Heiraten in Prada
Die Trauung von Romeo und Julia findet kurzfristig und unprätentiös (weil streng geheim) statt. Der schöne, aber unscheinbare Anzug des Bräutigams ist in Wirklichkeit eine beneidenswerte Massanfertigung von keiner Geringeren als Miuccia Prada.

Quelle: Screenshot Romeo + Juliet
Wirst du den Film mit deinem neuen Insiderwissen noch einmal schauen? Und welcher ist dein Lieblingslook? Schreib es in die Kommentare.
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