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Airofit Atemtrainer Pro: Ich atme ein, ich atme aus

Patrick Bardelli
Patrick Bardelli
Zürich, am 09.09.2021

Einatmen, ausatmen – tausendfach pro Tag, millionenfach pro Jahr. Wir atmen, ohne darüber nachzudenken. Es sei denn, wir trainieren ganz bewusst unsere Atemmuskulatur. Zum Beispiel mit dem Atemtrainer Pro von Airofit.

Rund 6,3 Millionen Atemzüge macht der Mensch laut dem österreichischen Mathematiker Paul Schranz im Durchschnitt pro Jahr. In der Regel, ohne darüber nachzudenken. Dabei füllen wir die Lunge mit Luft und stossen diese wieder aus. Auf diese Weise atmen wir das produzierte Kohlendioxid aus und neuen Sauerstoff ein. Beim Einatmen ziehen sich die äusseren Zwischenrippenmuskeln zusammen und heben die Rippen. Beim Ausatmen findet dagegen keine aktive Muskelanspannung statt. Das Zwerchfell entspannt sich und dehnt sich nach oben aus, sodass sich der Brustraum wieder verkleinert. Die Lungenflügel werden zurückgedrängt und die Atemluft strömt aus der Lunge heraus.

Kleines Gadget mit angeblich grosser Wirkung.
Kleines Gadget mit angeblich grosser Wirkung.

Alte Technologie in neuem Design

Das Training der Atemmuskulatur funktioniert wie das Training jeder anderen Muskelgruppe mit Widerstand. Die Muskeln sollen schneller, stärker und effizienter werden. Der Airofit Atemtrainer Pro besteht aus einem Atemtrainingsgerät und einer mobilen Anwendung, der App. Der Atemtrainer misst die Atemdaten wie inspiratorische (einatmen) und exspiratorische (ausatmen) Kraft und Vitalkapazität. Die Daten werden in Echtzeit auf dem Smartphone verarbeitet und visualisiert. Dies ermöglicht ein Live-Feedback und eine eins zu eins Anleitung, um die Fortschritte über einen bestimmten Zeitraum verfolgen zu können. Die App stellt über 20 interaktive Trainingsprogramme bereit, die das Atemvermögen und die Atemmuskulatur verbessern sollen.

Seit Sportgrössen wie unter anderen Nino Schurter aktiv Werbung für Atemtraining machen, ist darum ein kleiner Hype entstanden. Dabei gab es schon in den 90er-Jahren eine Forschergruppe an der ETH Zürich, die sich mit diesem Thema befasste. Daraus ging schliesslich der «SpiroTiger» hervor, der jedoch nicht nur für Sportlerinnen, sondern auch für Lungenkranke und Schnarcher gedacht war. Das Teil kostete damals allerdings fast 1'500 Franken. Da gibt es den Airofit Atemtrainer Pro heute vergleichsweise günstig und in kompakter Form.

Atemtrainer PRO (40 g)
Fitness Zubehör
Airofit Atemtrainer PRO (40 g)
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Mein erster Eindruck

Zuerst das Technische: Die App bei Google Play oder im App Store herunterladen, Atemtrainer koppeln – funktioniert so weit alles problemlos.

Erst der Lungentest ...
Erst der Lungentest ...
... dann das erste Training. Auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt oder Atemzug.
... dann das erste Training. Auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt oder Atemzug.

Dann das Medizinische: Als Erstes absolviere ich einen Lungenkapazitätstest, um den Status quo zu ermitteln. Dabei befolge ich die Anweisungen einer Stimme aus der App. Atme ein, atme aus und erhalte am Ende einige Zahlen zum Lungenvolumen und meiner Ein- und Ausatemleistung. Scheint alles unterdurchschnittlich zu sein. Anschliessend starte ich einen 24-tägigen Trainingszyklus, bei welchem ich jeden Tag ein kurzes, einminütiges Atem-Workout auf Stufe Anfänger absolviere. Weitere Stufen sind für Fortgeschrittene und Experten.

Achtung, fertig, atmen.
Achtung, fertig, atmen.
So sieht das dann aus.
So sieht das dann aus.

Dabei gibt es beim Airofit Atemtrainer Pro unterschiedliche Einstellungen, die den Widerstand beim Ein- oder Ausatmen erhöhen oder verringern. Ausserdem sagt die Stimme in englischer Sprache – auch sämtliche schriftlichen Texte der App sind übrigens komplett in Englisch gehalten – was ich genau machen muss. Zum Beispiel in rascher Abfolge stark ein- und wieder ausatmen. Am Ende jedes Workouts erhalte ich eine Prozentzahl, die mir zeigt, wie nahe ich der bestmöglichen Performance gekommen bin. Mal sind es nur 70 Prozent, mal 95.

Ich habe das Gefühl zu hyperventilieren. Schwindlig. Alles verschwimmt vor meinen Augen. Muss mich hinsetzen.
Ich habe das Gefühl zu hyperventilieren. Schwindlig. Alles verschwimmt vor meinen Augen. Muss mich hinsetzen.

Nach 24 Tagen absolviere ich wieder einen Lungentest. Und tatsächlich sagt mir die App, dass meine Lungenkapazität deutlich zugenommen habe. Davon spüre ich allerdings nichts, wenn ich mich zum Beispiel auf meinem Gravelbike einen Berg hochquäle. Am Ende stehe ich in der Regel nach Luft japsend am Hang.

Es fällt mir schwer, dieses Gadget einzuordnen. Die Wirksamkeit des Atemmuskeltrainings ist auch in der Wissenschaft unumstritten. Und wenn Nino Schurter darauf schwört, der gerade zum neunten Mal MTB-Weltmeister geworden ist, kann es ja eigentlich nur gut sein. Bei regelmässiger Anwendung von fünf bis zehn Minuten pro Tag sollen Atemübungen dazu beitragen können, die Lunge von angesammelter abgestandener Luft zu befreien, den Sauerstoffgehalt zu erhöhen und das Zwerchfell dazu zu bringen, wieder mehr mitzuatmen. Mehr Sauerstoff im System bedeutet, dass sich Sportler länger belasten und mehr Energie sparen können.

Mag sein, dass der Airofit Atemtrainer Pro, wie es der Name nahelegt, für Spitzensportlerinnen einen echten Nutzen bringt. Für mich als Hobby- respektive Gesundheitssportler sehe ich diesen (noch) nicht.

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Patrick Bardelli

Es zählt nicht, wie gut du bist, wenn du gut bist. Sondern wie gut du bist, wenn du schlecht bist.


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