Bang & Olufsen Beosound Explore im Test: Robuster Dosen-Sound

Bang & Olufsen Beosound Explore im Test: Robuster Dosen-Sound

Jan Johannsen
Hamburg, am 25.06.2021
Dieser Bluetooth-Lautsprecher will die Welt erkunden. So vermarktet zumindest Bang & Olufsen den Beosound Explore. Ich brauch auf dem Berggipfel nach einem langen Aufstieg keine Musik und der Sound der Aludose spricht nicht dafür sie einzupacken.

Dass der Beosound Explore einiges aushält, da bin ich mir sicher. Sein Gehäuse aus eloxiertem Aluminium wirkt sehr robust. Zudem ist er nach IP67 staub- und wasserdicht – also auf 30 Minuten in einem Meter Wassertiefe getestet. Ich habe keine Bedenken, ihn widrigen Bedingungen auszusetzen. Meine Versuche, sie in Badewanne und Waschbecken nachzustellen, hat er unbeschadet überstanden. Überraschender Regen oder ein Malheur am See sind also keine Gefahr.

Bluetooth wunderbar, App unbrauchbar

Für seine Größe wirkt der Beosound Explore allerdings schwer: Die Waage zeigt 631 Gramm an. Damit ist er für mich eindeutig kein Begleiter für eine lange Wanderung. Daran ändert sich auch durch die Trageschlaufe und den mitgelieferten Karabinerhaken nichts. Für kurze Strecken ist das super, aber kein Gepäck für eine Tagestour.

Die Schlaufe ist fest montiert, der Karabiner lässt sich abnehmen.
Die Schlaufe ist fest montiert, der Karabiner lässt sich abnehmen.

Über Bluetooth – der Explore hat Version 5.2 an Bord – klappt die Verbindung mit meinem Smartphone schnell und problemlos. Die App von Bang & Olufsen erweist sich dagegen als weniger verlässlich. Egal wie ich es versuche, sie findet den Beosound-Lautsprecher nicht. Selbst wenn beide Geräte wieder entkoppelt sind, der Explore im Kopplungsmodus ist und direkt neben dem Smartphone steht. Die App sieht ihn nicht.

Das bedeutet: Den Equalizer in der App kann ich nicht ausprobieren und auch nicht zwei Beosound Explore für Stereosound koppeln – dafür fehlt mir aber eh das zweite Testgerät.

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Die Songs wählst du über das verbundene Smartphone aus, aber ein wenig Kontrolle ist direkt über den Lautsprecher möglich. Er hat eine Start-Stop-Taste, Lautstärketasten sowie eine Bluetooth- und eine An-Aus-Taste. Bei ihnen handelt es sich um Drucktasten mit einem kleinen Hub. Das bedeutet, sie lassen sich auch mit nassen Fingern oder sogar Handschuhen bedienen.

Sound aus der Dose

Es hat eine gewisse Komik, dass Bang & Olufsen den Beosound Explore erst mit Outdoor-Bildern bewirbt, aber unten im Datenblatt eine «empfohlene Raumgröße» von 5 bis 30 Quadratmetern steht. Von der Lautstärke her passt das auf jeden Fall, außer es handelt sich um den Bandproberaum, in dem es viele andere Lärmquellen gibt. Selbst beim Grillen mit sieben Leuten im Freien habe ich die Lautstärke nicht einmal halb aufgedreht. Sonst hätten wir uns nicht gut unterhalten können, sondern hätten uns anbrüllen müssen.

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Im Beosound Explore befinden sich zwei 1,8-Zoll-Full-Range-Treiber und zwei 30-Watt-Verstärker der Klasse D. Bang & Olufsen preist einen «True360-Klang» an. Und ja, der Sound ertönt auch wunderbar rundherum aus dem Lautsprecher. Als Hintergrundmusik beim Treffen mit mehreren Leuten geht der Klang auch in Ordnung. Aber wenn ich alleine genau hinhöre, bin ich nicht zufrieden.

Wechsle ich zum Beispiel die Musikwiedergabe von meinem Smartphone – dem Pixel 4 – direkt auf den Beosound Explore, klingt der Sound in meinen Ohren schlechter. Das ist nicht gut: Wenn ich einen externen Lautsprecher benutze, soll der besser klingen, als mein Smartphone.

Der gesamte Sound wirkt dumpf. Passend zur Blechdose, die der Explore mit seinem Aluminiumgehäuse irgendwie ist. Es ist alles gut zu verstehen und auseinanderzuhalten, aber es fehlt an Klarheit. Das wirkt alles ausgebremst und kommt nicht richtig mit Power rüber. Als wäre der Bass gut in Watte gepackt.

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Die Akkulaufzeit des Beosound Explore gibt Bang & Olufsen mit bis zu 27 Stunden an. Das ist ordentlich und ich habe es nicht geschafft sie voll auszureizen. Geladen wird der 2400-mAh-Akku über einen USB-C-Anschluss.

Fazit: Robuste Blechdose

Der Beosound Explore ist zwar robust, aber der Sound überzeugt nicht. Dazu kommen noch die Probleme mit der App. Das können auch die lange Akkuzeit, die schnelle Kopplung per Bluetooth und die unkomplizierte Bedienung direkt am Gerät nicht ausgleichen.

Da habe ich ältere Lautsprecher in Erinnerung, die zwar nicht so robust, aber besser klingen und vor allem inzwischen deutlich günstiger sind.

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Jan Johannsen
Jan Johannsen

Redakteur, Hamburg

Als Grundschüler saß ich noch mit vielen Mitschülern bei einem Freund im Wohnzimmer, um auf der Super NES zu spielen. Inzwischen bekomme ich die neueste Technik direkt in die Hände und teste sie für euch. In den letzten Jahren bei Curved, Computer Bild und Netzwelt, nun bei Galaxus.de.

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