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Kritik

Das JRPG-Highlight des Jahres: «Dragon Quest VII Reimagined» im Test

Kevin Hofer
2.2.2026
Bilder: Kevin Hofer

«Dragon Quest VII Reimagined» sieht nicht nur fantastisch aus, sondern spielt sich auch so. Magst du JRPGs, solltest du dir das Spiel unbedingt holen.

Meine Gesichtsmuskeln schmerzen. Nicht erstaunlich, denn die letzten 45 Spielstunden hatte ich ein breites Dauergrinsen drauf. «Dragon Quest VII Reimagined» macht Spass – auch wenn die Story zwischendurch einen düsteren Ton hat.

Mehr brauchst du als JRPG-Fan nicht zu wissen: Hol dir das Spiel. Alle anderen lesen weiter. Denn es erwartet dich ein tolles Abenteuer in wunderschönem Gewand.

Gestraffte Story, die endlich ihr volles Potential entfaltet

Hast du jemals eine Version von «Dragon Quest VII» gespielt, weisst du: Das Spiel ist lang. Verdammt lang. Über 70 Stunden musst du allein für die Hauptstory einrechnen. Unzählige Nebengeschichten auf verschiedenen Inseln, ein Prolog, bei dem du nach über zwei Stunden den ersten Kampf erlebst, und so viel Hin- und Hergereise, dass sich das Spiel wie Arbeit anfühlt. Enix wollte beim Release des Originals im Jahr 2000 zeigen, wie sich die Reihe beim Sprung vom SNES auf die Playstation 1 weiterentwickelt. Dabei hat das Unternehmen zu viel (überflüssigen) Content reingepackt. Auftritt: «Dragon Quest VII Reimagined».

Der Held ist eine coole Socke.
Der Held ist eine coole Socke.

Das Abenteuer beginnt im beschaulichen Pilchard Bay. Der stumme Held, dem ich selbst einen Namen verpasse, und sein Freund Kiefer, der Prinz von Estard, wollen die Welt entdecken. Sie sind fest überzeugt, dass sie mehr zu bieten hat als ihre zwar schöne, aber auch öde Insel. Das bewahrheitet sich. Mittels Steintafeln reisen sie in die Vergangenheit auf neue Inseln und versetzen so die Welt nach und nach wieder in ihren ursprünglichen Zustand. Nebenbei bekämpfen sie auch noch das ultimative Böse – typische «Dragon Quest»-Storykost. Begleitet werden sie von der abenteuerlustigen Tochter des Bürgermeisters von Pilchard Bay, Maribel. Später stossen noch Aishe vom Wandervolk und der legendäre Held Sir Mervyn zur sympathischen Truppe.

Mit Steintafeln reisen die Helden durch Raum und Zeit. Deren Einzelteile müssen aber erst gefunden werden.
Mit Steintafeln reisen die Helden durch Raum und Zeit. Deren Einzelteile müssen aber erst gefunden werden.

Die Story-Änderungen in «Dragon Quest VII Reimagined» könnten bei Fans für Diskussionen sorgen. Ohne gross zu spoilern: Viele Abschnitte sind originalgetreu und ändern wenig bis nichts am Storytelling. Andere Abschnitte sowie die Hauptstory wurden jedoch angepasst. In meinen Augen ist das sinnvoll und es macht die Geschichte stringenter. So wurden etwa drei Inseln gestrichen, und vier sind zu Nebenquests geworden.

Es sind aber auch neue Teile hinzugekommen. Diese arbeiten die Beziehungen der Charaktere besser aus, was das Storytelling moderner und nachvollziehbarer macht. Das Ziel, bei «Dragon Quest VII» Ballast abzuwerfen und die Geschichte an anderen Stellen zu erweitern, ist in meinen Augen gelungen. Der düstere Unterton der Erzählung bleibt erhalten – die Neuauflage ist die ultimative Version des Spiels. Es ist toll, meinen Helden und seine Freunde auf ihren Abenteuern zu begleiten.

Auch wenn die Gegner dümmlich aussehen, ist der Grundton der Geschichte düster.
Auch wenn die Gegner dümmlich aussehen, ist der Grundton der Geschichte düster.

Geniale Präsentation mit einem verschmerzbaren Manko

Auch bei der Präsentation liefert Square Enix die ultimative Version des Spiels. Als erstes fällt mir auf, dass das Spiel wie eine Mischung aus «Dragon Quest XI» und «Fantasian Neo Dimension» aussieht. Beides Spiele, die ich vom Stil her genial finde. Die Kombination treibt das Ganze auf die Spitze.

Manchmal wähne ich mich in einem Diorama.
Manchmal wähne ich mich in einem Diorama.

Die Charaktermodelle im Spiel basieren auf Puppen, die eigens für das Spiel kreiert wurden. Ich habe das Gefühl, mit winzigen Figuren zu spielen. Die sind so auch näher an den Originalentwürfen des legendären Charakterdesigners Akira Toriyama.

Wenn ich durch die Städte oder Dungeons laufe, wähne ich mich in einem Diorama. Das verleiht dem Spiel einen eigenen Charme, den ich liebe. Auch die Animationen sind gelungen. Gesichter und Körperbewegungen sind ausdrucksstark, auch bei Gegnern und NPCs.

Einziger Wermutstropfen: Irgendwann habe ich die ständig gleichen Charaktermodelle der NPCs satt. Aufgrund der Umstände – Charakterdesigner Akira Toriyama ist vor knapp zwei Jahren gestorben – habe ich aber Verständnis dafür, dass es nur wenige Modelle gibt. Für künftige Remakes wünsche ich mir dennoch mehr Abwechslung.

Die NPC-Modelle wiederholen sich. Ich wünsche mir mehr Abwechslung.
Die NPC-Modelle wiederholen sich. Ich wünsche mir mehr Abwechslung.

Zur gelungenen Präsentation gesellt sich der charakteristische «Dragon Quest»-Soundtrack. Ich mag die Tunes und ertappe mich immer beim Mitsummen. Die Kampfmusik geht mir jetzt bestimmt die nächsten zehn Tage nicht mehr aus dem Kopf.

Altbewährtes Kampfsystem mit Twist

Kämpfe in «Dragon Quest» ähneln sich vom Aufbau her seit Teil 1. Auch «Reimagined» erfindet das Rad nicht neu. Magst du rundenbasierte Auseinandersetzungen, das Jonglieren mit Ausrüstungsgegenständen und strategisches Zusammenstellen deiner Kampftruppe, wirst du auch «Dragon Quest VII Reimagined» mögen. Alle Spiele der Reihe haben etwas Neues versucht. So auch «Reimagined».

Das Spiel bietet klassische, rundenbasierte Kämpfe mit einem Twist.
Das Spiel bietet klassische, rundenbasierte Kämpfe mit einem Twist.

Die bisherigen HD-2D-Remakes haben wie die 2D-«Dragon Quest»-Spiele beim Kampf auf die Egoperspektive gesetzt. In der Neuauflage von Teil VII sehe ich meine Charaktere. Die richtige Entscheidung, wie ich finde. Denn so kann ich mir die liebevoll gestalteten Modelle in Aktion anschauen. Die Kämpfe an sich sind schnell und knackig. Die Animationen für Charaktere, Gegner und Bosse sind unterschiedlich, zahlreich und unterhaltsam anzusehen. So macht das Kämpfen richtig Spass.

Im Gegensatz zum Original sehe ich meine Charaktere beim Kämpfen. So kommen deren Animationen gut zur Geltung.
Im Gegensatz zum Original sehe ich meine Charaktere beim Kämpfen. So kommen deren Animationen gut zur Geltung.

Eine weitere Neuerung gegenüber dem PS1-Original: In Dungeons oder der Oberwelt sehe ich die Gegner. Ich kann sie entweder präventiv angreifen und ihnen bereits vor dem Kampfbildschirm Schaden zufügen oder in sie hineinlaufen, um den Kampf zu starten. Bin ich deutlich stärker als meine Kontrahenten, schicke ich sie mit dem Präventivschlag – ohne Wechsel in den Kampfbildschirm – ins Nirvana. Das geht schneller, ich erhalte dafür aber weniger Erfahrungspunkte und Geld. Ich finde das toll, weil ich so einerseits durch Ausweichen schnell durch Dungeons komme und andererseits Begegnungen gezielt suchen kann, um meine Charaktere hochzuleveln.

Dass ich die Gegner auf der Weltkarte und in Dungeons sehe, ist ein willkommenes Feature.
Dass ich die Gegner auf der Weltkarte und in Dungeons sehe, ist ein willkommenes Feature.

«Dragon Quest VII Reimagined» führt Berufungsboni ein. Sie bieten verschiedene Power-ups im Kampf. Die werden durch Angreifen oder das Einstecken von Angriffen aufgeladen. Welche Boni ich nutzen kann, hängt von den Berufen des Charakters ab. Ja, Berufe im Plural, denn «Dragon Quest VII Reimagined» lässt mich mit dem neuen Nebenjob-System zwei Berufe gleichzeitig nutzen.

Ein Beruf in «Dragon Quest VII Reimagined» ist die Charakterklasse. Es gibt die üblichen Verdächtigen wie Krieger, Schwarzmagier oder Priester. Zu Beginn haben alle Charaktere einen fix zugewiesenen Beruf. Mit der Zeit kann ich sie ändern und durch das Meistern spezifischer Berufe neue lernen. Im Vergleich zum Original mit über 50 Berufen wurde die Liste im Reimagined deutlich gekürzt. Auch diese Änderung finde ich sinnvoll, denn 50 sind zu überwältigend. Die 20 – plus die sechs individuellen Starter-Jobs – bieten immer noch mehr als genug Auswahl.

Es gibt weniger Jobs als im Original. Mit über 20 aber immer noch genug und vor allem sinnvolle.
Es gibt weniger Jobs als im Original. Mit über 20 aber immer noch genug und vor allem sinnvolle.

Dass ich zwei Berufe gleichzeitig nutzen kann, ist ein Gamechanger. Das gibt nicht nur jedem Charakter Zugriff auf mehr Zauber, Fähigkeiten und Berufungsboni. Die Änderung erlaubt es auch, an anderen Jobs zu arbeiten, ohne dass ich mich schwach fühle, weil ich jedes Mal von vorne anfangen muss. Ich kann einen maximierten Beruf für seine Stats und Fähigkeiten behalten, während ich nebenbei einen anderen hochlevele.

Eine weitere Änderung: Es gibt keine Monster-Berufe mehr in «Dragon Quest VII Reimagined». Mit denen konnte ich die Eigenschaften von Gegnern annehmen. Stattdessen kann ich nun Monster-Herzen als Accessoires ausrüsten. Die boosten Stats und verschaffen mir zusätzliche Vorteile im Kampf. Ausserdem gibt es jetzt den Monstermaster-Beruf, der viele Fähigkeiten der alten Monster-Berufe in einem vereint.

Monster-Berufe fehlen. Dafür kann ich nun spezifische Accessoires ausrüsten, die meine Stats boosten.
Monster-Berufe fehlen. Dafür kann ich nun spezifische Accessoires ausrüsten, die meine Stats boosten.

Alles in allem wurden die oftmals langweiligen Kämpfe des originalen «Dragon Quest VII» deutlich verbessert. Mir gefallen sie sogar am besten von allen «Dragon Quest»-Spielen. Job-Systeme in RPGs sind geil!

Dinge, die das Leben erleichtern

Auch an Quality-of-Life-Features fehlt es nicht. Ich kann dem D-Pad diverse Schnellaktionen zuweisen. So greife ich etwa durch Drücken nach unten auf die Karriere-Sphäre zu und kann jederzeit Berufe wechseln. Das eliminiert eines der grössten Probleme anderer Versionen: Backtracking zum Wechseln der Berufe. Im Original musste ich immer an einen spezifischen Ort reisen, um den Job zu wechseln. Auch mühsames Navigieren durchs Menü entfällt so.

Statt ständig selbst Kampfbefehle zu erteilen, kann ich diverse automatisierte Handlungen auswählen.
Statt ständig selbst Kampfbefehle zu erteilen, kann ich diverse automatisierte Handlungen auswählen.

Hinzu kommen verschiedene Schwierigkeitsoptionen, mit denen ich viele Aspekte des Kampfes nach Vorliebe anpassen kann. Dinge wie verursachter Schaden, erhaltene Erfahrungspunkte oder Gold ändere ich in Stufen. Diese Optionen sind willkommene Ergänzungen. Falls ich mal zu faul zum Hochleveln oder Geldverdienen bin, stelle ich die Regler rauf. Damit das schneller geht, beschleunige ich zusätzlich die Animationen in den Kämpfen.

«Dragon Quest VII Reimagined» erscheint am 5. Februar für PS5, Xbox Series X/S, Switch, Switch 2 und PC. Square Enix hat mir das Game für die PS5 zu Testzwecken zur Verfügung gestellt.

Fazit

Ein Klassiker auf Steroiden: So geht Streamlining

«Dragon Quest VII Reimagined» ist die definitive Version eines Klassikers, die beweist, dass überladene JRPG-Epen von intelligentem Streamlining profitieren können. Die Entwickler haben es geschafft, das Herz des Originals zu bewahren, während sie unnötigen Ballast abgeworfen und die Schwachstellen des PS1-Titels ausgemerzt haben. Die gestraffte, aber tiefere Story, das verbesserte Kampfsystem und die beeindruckende Präsentation machen «Dragon Quest VII Reimagined» zur ultimativen Version des Spiels.

Beeindruckend, wie das Spiel moderne Quality-of-Life-Features nahtlos integriert, ohne seinen klassischen Charme zu verlieren. Das überarbeitete Job-System ist ein echter Gamechanger, der strategische Tiefe bietet, ohne zu frustrieren. Für JRPG-Fans ist «Dragon Quest VII Reimagined» ein absolutes Muss – und für Neueinsteiger der perfekte Einstiegspunkt in die legendäre Serie.

Pro

  • gestrafftes Storytelling mit sinnvollen Kürzungen
  • geniale Präsentation
  • innovatives Nebenjob-System
  • tolles Kampfsystem
  • exzellente Quality-of-Life-Features
  • charakteristischer, mitreissender Soundtrack
  • perfekte Balance zwischen Tradition und Modernisierung

Contra

  • sich wiederholende NPC-Modelle
Square Enix Dragon Quest VII Reimagined (PS5, IT, FR, DE)
Game

Square Enix Dragon Quest VII Reimagined

PS5, IT, FR, DE

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Technologie und Gesellschaft faszinieren mich. Die beiden zu kombinieren und aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten, ist meine Leidenschaft.


Kritik

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