
Das passiert, wenn du fünf Tage lang weniger Pflegeprodukte benutzt
Eine neue Studie aus Frankreich zeigt: Wer seine tägliche Pflege- und Kosmetikroutine nur fünf Tage lang reduziert und bestimmte Produkte austauscht, kann die Konzentration einzelner Chemikalien im Körper deutlich senken.
Duschgel, Deo, Gesichtscreme, Sonnencreme, vielleicht noch ein bisschen Make-up: Was nach normaler Morgenroutine klingt, ist auch eine lange Liste an Inhaltsstoffen. Manche davon bleiben nicht nur auf der Haut. Ein internationales Team um Erstautor Nicolas Jovanovic und Studienleiterin Claire Philippat von der Universität Grenoble Alpes haben untersucht, wie sich eine reduzierte Pflege- und Kosmetikroutine auf die Belastung mit bestimmten Chemikalien auswirkt. Die Studie wurde in der Mai-Ausgabe des Fachmagazins «Environment International» veröffentlicht.
Stoffe im Fokus: Phenole, Phthalate und Glykolether
Die Forschenden analysierten die tägliche Routine von 103 Frauen zwischen 18 und 30 Jahren aus Grenoble. Zu Beginn erfassten sie, welche Pflege- und Kosmetikprodukte die Teilnehmerinnen im Alltag verwendeten. Die Hälfte der Frauen nutzte mehr, die andere weniger als zwölf Produkte pro Tag.
Anschliessend nahmen Jovanovic und sein Team Urinproben der Teilnehmerinnen. Mithilfe von sogenannten Biomarkern – also Stoffen oder Abbauprodukten, die im Urin nachweisbar sind – untersuchten sie die Belastung durch bestimmte Chemikalien. Im Fokus standen Phenole, Phthalate und Glykolether.
Diese Stoffgruppen können in Pflege- und Kosmetikprodukten etwa als Konservierungsstoffe, Lösungsmittel oder Bestandteile von Duftstoffen vorkommen. Einige der untersuchten Substanzen werden in der Studie als bekannte oder vermutete endokrine Disruptoren eingeordnet – also als Stoffe, die mit dem Hormonsystem interagieren können. Bisphenol A (BPA) gilt zum Beispiel als endokriner Disruptor, weil der Stoff die Wirkung von Östrogen nachahmen kann. Zwar ordnen Behörden wie das Bundesamt für Gesundheit die durchschnittliche Belastung der Bevölkerung oft als gering ein, die vorliegende Studie geht jedoch davon aus, dass bereits diese alltäglichen Mengen messbare gesundheitliche Folgen haben können – insbesondere für ungeborene Kinder.
Fünf Tage reduzierte Routine
In einem nächsten Schritt wurden die Frauen gebeten, ihre üblichen Pflege- und Kosmetikprodukte für fünf Tage zu reduzieren oder auszutauschen. In der Testphase sollten sie ausschliesslich diese acht Produkte verwenden: Seife, Shampoo, Deo, Zahnpasta, Sonnencreme, Lippenbalsam, Jojobaöl und Händedesinfektionsmittel.
Diese waren laut Studie frei von synthetischen Phenolen, Parabenen, Phthalaten und Glykolethern. Zudem waren sie, wenn möglich, nicht in Plastik verpackt. Das ist relevant, weil bestimmte Stoffe nicht nur absichtlich als Inhaltsstoffe eingesetzt werden, sondern auch über Verpackungen oder Herstellungsprozesse in Kontakt mit Produkten kommen können.
Weil Phenole, Phthalate und Glykolether nicht nur in Pflegeprodukten vorkommen, mussten die Teilnehmerinnen während der fünf Tage zusätzlich weitere mögliche Kontaktquellen festhalten – etwa heisse Getränke aus Plastikbechern, Mahlzeiten aus Dosen oder Plastikverpackungen sowie die Verwendung von Haushaltsprodukten.
Deutlich tiefere Werte im Urin
Bereits nach fünf Tagen stellten die Forschenden fest: Die Konzentration mehrerer untersuchter Stoffe war im Urin der Teilnehmerinnen signifikant zurückgegangen.
Die Konzentration von Phenoxyessigsäure, einem Abbauprodukt eines häufig verwendeten Konservierungsstoffs, sank um 64 Prozent. Bisphenol A ging um 39 Prozent zurück, Methylparaben um 30 Prozent und Monoethylphthalat, ein Abbauprodukt von Diethylphthalat, um 22 Prozent. Das ist bemerkenswert, weil der Untersuchungszeitraum sehr kurz war. Trotzdem veränderte sich die messbare Belastung im Körper deutlich.
Am Beispiel von Bisphenol A berechneten die Forschenden zudem, welchen Effekt eine tiefere Belastung auf Bevölkerungsebene theoretisch haben könnte – etwa bei Asthmafällen von Kindern, die im Mutterleib BPA ausgesetzt waren. Laut Modellierung könnten durch eine solche Veränderung der Routine rund vier Prozent dieser Fälle verhindert werden. Daraus leiteten die Forschenden mögliche Einsparungen bei Behandlungs- und Spitalkosten ab: für Frankreich rund 9,7 Millionen Euro pro Jahr.
Was die Studie nicht beweist
Die Studie zeigt nicht, dass Pflege- und Kosmetikprodukte grundsätzlich gefährlich sind. Gemessen wurde ausschliesslich die Belastung mit bestimmten Chemikalien im Körper – nicht deren direkte Auswirkung auf die Gesundheit.
Auch die Studiengruppe war begrenzt: Untersucht wurden 103 junge Frauen aus einer Stadt. Die Ergebnisse lassen sich deshalb nicht ohne Weiteres auf alle Menschen übertragen. Zudem dauerte die Intervention nur fünf Tage. Was über Wochen oder Monate passieren würde, wurde nicht untersucht.
Trotzdem ist die Studie relevant. Sie zeigt, dass die tägliche Pflege- und Kosmetikroutine nicht nur Einfluss auf unser Äusseres hat. Sie kann auch zur Belastung mit bestimmten Chemikalien im Körper beitragen. Unter bestimmten Bedingungen kann diese Belastung aber offenbar schnell zurückgehen.
«Ich will alles! Die erschütternden Tiefs, die berauschenden Hochs und das Sahnige dazwischen» – diese Worte einer amerikanischen Kult-Figur aus dem TV sprechen mir aus der Seele. Deshalb praktiziere ich diese Lebensphilosophie auch in meinem Arbeitsalltag. Das heisst für mich: Grosse, kleine, spannende und alltägliche Geschichten haben alle ihren Reiz – besonders wenn sie in bunter Reihenfolge daherkommen.
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