
Deko-Trick: Wickle dein hässlichstes Möbelstück einfach ein
Ich habe eine neue Obsession, mitgebracht von der Mailänder Designwoche 2026: ein Sockel, komplett in Stoff eingewickelt. Der Trick funktioniert mit allem, was du zuhause nicht mehr sehen willst – vom geerbten Pouf bis zum Lack-Tisch von Ikea. Sogar mit einem Bücherregal. Nur kommst du danach nicht mehr an deine Bücher.
An der diesjährigen Designwoche in Mailand haben das Magazin Openhouse und die Marke Mango Home die Ausstellung «Obsessions: A Self Portrait» gezeigt. Sie hat genau das ausgelotet, was der Titel verspricht: die feine Linie zwischen Leidenschaft und Obsession. Zehn kuratierte Szenerien, unzählige Designstücke, jede Menge zu entdecken.





Ich könnte stundenlang über die Keramiken, die skulpturalen Sitzmöbel oder die Steinblock-Tische schreiben. Aber meine eigene kleine Obsession an diesem Nachmittag waren zwei unscheinbare Sockel in der Ecke. Ob Kunst oder charmante Ausrede – ich war sofort verliebt.

Kein teures Material, keine aufwendige Verarbeitung. Nur Stoff, stramm um ein Podest gewickelt und mit etwas Bindfaden fixiert.

Das Ergebnis: ein Sockel, der ganz für sich funktioniert. Dabei steckt darunter vermutlich einfach ein Stück Holz oder ein alter Hocker.
Der Trick: Ab damit unter den Stoff
Genau das habe ich mit nach Hause genommen: Wann immer dir ein Möbelstück nicht mehr gefällt, musst du es nicht gleich entsorgen. Wickle einfach ein Tuch drum. Am besten funktioniert das bei Stücken, die ohnehin eher dekorativ sind als täglich im Gebrauch, denn ganz alltagstauglich bleibt das Ergebnis nicht.
So gehst du vor:
- Ein Leinen- oder Baumwolltuch (ein altes Bettlaken funktioniert genauso gut) grosszügig über das Möbelstück legen. Charmant wird's, wenn du dabei mit Mustern oder Strukturen spielst: Karo, Streifen oder ein grobes Leinen geben dem Ganzen zusätzlich Charakter.
- Straff ziehen und mit Bindfaden, Kordel oder sogar Paketschnur kreuzweise verspannen. Das gibt gleichzeitig Halt und eine grafische Struktur.
- Überschüssigen Stoff am Boden einfach unter das Möbelstück falten.
Wann sich das besonders lohnt
Klassischer Fall: den Pouf von der Grossmutter geerbt, sentimental wertvoll, aber farblich seit den Achtzigern hängen geblieben. Genau der richtige Kandidat für die Stoff-Behandlung: Kordel drum, fertig ist der neue Blickfang, ohne dass das gute Stück gleich weg muss.
Beim erwähnten Lack-Tisch zum Beispiel: Statt ihn wie auf Social Media zum Spiegelwürfel umzubauen, reicht ein Tuch und etwas Schnur, und der 20-Franken-Tisch sieht aus wie ein Unikat. Als Beistelltisch für Deko-Objekte funktioniert das gut, für den täglichen Kaffee nicht.
Und wenn dir sogar ein Bild an der Wand nicht mehr gefällt? Auch das lässt sich einwickeln. Zwar siehst du das Motiv dann nicht mehr, aber du hast garantiert die interessanteste Wand im Haus.
Pflege: überschaubar
Damit die Freude lange hält, ein paar Tipps:
- Staub einfach mit der Hand abklopfen. Waschen ist bei den meisten Stoffen möglich, aber wer will das schon wirklich tun.
- Bei Verrutschen der Kordel: nachziehen, fertig.
- Farbliche Auffrischung gefällig? Einfach ein neues Tuch drüber.
Ich nehme den Trick nicht ganz so ernst, wie die grosse Design-Bühne ihn präsentiert hat. Ob das jetzt Interior-Trend oder einfach die charmanteste Ausrede der Welt ist, um ungeliebte Möbelstücke zu retten, lasse ich offen. Probieren würde ich ihn trotzdem – am liebsten mit so einem langweiligen Stück wie diesem.
Mit der Begeisterung eines Cheerleaders feiere ich gutes Design und bringe dir alles näher, was mit Möbeln und Inneneinrichtung zu tun hat. Regelmässig kuratiere ich einfache, aber raffinierte Interior-Entdeckungen, spüre Trends auf und interviewe kreative Köpfe zu ihrer Arbeit.
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