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Patrick Bardelli
Produkttest

Der «Gravel Pro» von Scott vereint das Beste aus zwei Welten

Ein Veloschuh gemacht fürs Training oder gemütliche Ausfahrten: Der «Gravel Pro» von Scott verbindet Funktionalität mit Komfort. Der Fokus liegt dabei klar auf der Bequemlichkeit. Und das ist gut so.

Unterdessen stapeln sich bei mir zu Hause die Veloschuhe. Es vergeht kaum ein Tag, an dem ich nicht über eines der unzähligen Modelle der diversen Hersteller stolpere. Was in Sachen Schuhen beim Jogging seinen Anfang genommen hat, findet nun auf zwei Rädern seine Fortsetzung.

Neu hinzugekommen sind Schuhe von Scott Sports. Ein Brand, den ich diesbezüglich bisher nicht auf dem Radar hatte. Mit dem Premiummodell «Gravel RC Carbon» für Schotterwege und Co. habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht. Meine Einschätzung zum Performance-Schuh habe ich dir hier verlinkt:

  • Produkttest

    Der «Gravel RC Carbon» von Scott tut meinen Füssen gut

    von Patrick Bardelli

«Gravel Pro»: Funktionalität und vor allem Komfort

Ein weiteres Produkt des Schweizer Sportartikelherstellers ist der «Gravel Pro». Der Name sagt es bereits: Dieses Modell ist fürs Gravelbike entwickelt worden. Und kombiniert dabei gemäss Scott «das Beste aus den MTB- und Rennsport-Bereichen». Das Leichtgewicht wiegt rund 350 Gramm pro Schuh und überzeugt mich mit einer Sohle – der Hersteller nennt sie «Sticky Rubber Gummimischung» – beim Gehen.

Weitere Eigenschaften

  • Verschluss: Boa-Fit-System
  • Cleats: SPD (2-Loch)
  • Steifigkeit: 6
Die Sticky Rubber-Sohle des Gravel Pro von Scott hilft beim Gehen.
Die Sticky Rubber-Sohle des Gravel Pro von Scott hilft beim Gehen.

Und wie sieht's beim Fahren aus?

Nun würde man meinen, dass man in Veloschuhen vor allem fährt und nicht geht. Was natürlich durchaus richtig ist. Wer jedoch auch im Gelände mit seinem Fahrrad unterwegs ist, schultert dieses eben immer mal wieder. Und da ist es nicht unerheblich, ob diese Meter zu Fuss im typischen Enten-Watschelgang mit den beinharten Sohlen oder in einem Schuh, der sich bei jedem Schritt ein wenig biegt, zurückgelegt werden.

Grundsätzlich gilt: je härter die Sohle, umso besser die Kraftübertragung auf die Pedale. Die Hersteller arbeiten oft mit einer eigenen Skala, was die Vergleichbarkeit ein wenig verkompliziert. Bei Shimano reichen die Härtegrade beispielsweise von 2 (sehr weich) bis 12 (extrem hart). Scott gibt beim «Gravel Pro» hier eine 6 an. Zum Vergleich: Der von mir bereits getestete «Gravel RC Carbon» kommt hier auf eine maximale 10.

Der «Gravel Pro» ist also ein vergleichsweise weicher Schuh, der sich fürs Training oder eher gemütliche Ausfahrten anbietet. Oder eben für Strecken, die viele Gehmeter enthalten.

Auch die Pausen sind im Gravel Pro von Scott durchaus angenehm.
Auch die Pausen sind im Gravel Pro von Scott durchaus angenehm.

Ergonomische Passform

Scott nutzt in diesem Schuh eine ergonomisch vorgeformte Einlegesohle. Diese soll die anatomische Form des Fusses berücksichtigen und eine möglichst perfekte Passform und optimale Unterstützung gewährleisten. Als stabile Grundlage für mehr Komfort und eine verbesserte Kraftübertragung. Das nehme ich subjektiv allerdings nicht spezifisch wahr.

Was ich jedoch merke, ist die Tatsache, dass das Taubheitsgefühl in meinen Füssen deutlich weniger stark ausgeprägt ist. Wegen meiner (zu) breiten Vorderfüsse, die auf die Kanten der in den Schuhen verarbeiteten harten Carbonplatten drücken, entsteht nach einer gewissen Zeit oft ein schmerzhaftes Taubheitsgefühl. Dass diese Beschwerden hier nicht so stark sind, liegt aber wohl eher an der weichen Sohle als an der Einlage.

Zum Vergleich: hinten die Einlage des Gravel RC Carbon, vorne diejenige des Gravel Pro inklusive ein paar Hunde- und Katzenhaare.
Zum Vergleich: hinten die Einlage des Gravel RC Carbon, vorne diejenige des Gravel Pro inklusive ein paar Hunde- und Katzenhaare.

Fazit

Scott «Gravel Pro»: ein guter Kompromiss

Bei einem schlechten Kompromiss verlieren oft beide Seiten. Beim «Gravel Pro», den mir Scott Sports zur Verfügung gestellt hat, gibt es aus meiner Sicht keine Verliererinnen oder Verlierer. Im Gegenteil. Das Produkt verbindet Funktionalität mit Komfort. Das macht diesen Schuh zu einer guten Wahl für alle Gravelbikerinnen und Gravelbiker, die den Fokus auf Bequemlichkeit und weniger auf Leistung legen. Er ist somit eine gute Ergänzung zu den beinharten Schuhen, die beispielsweise bei einem Rennen zum Einsatz kommen.

Pro

  • guter Tragekomfort dank weicher Sohle
  • guter Grip beim Gehen dank spezieller Gummimischung
  • gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • guter «Alltagsschuh»

Contra

  • «nur» ein Boa-Verschluss
Titelbild: Patrick Bardelli

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Vom Radiojournalisten zum Produkttester und Geschichtenerzähler. Vom Jogger zum Gravelbike-Novizen und Fitness-Enthusiasten mit Lang- und Kurzhantel. Bin gespannt, wohin die Reise noch führt.


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