
Ratgeber
«CoreCap» von BBB Cycling: Veloventil mit viel Potenzial, aber ...
von Patrick Bardelli

Per Knopfdruck einmal vollpumpen: Der niederländische Hersteller von Velozubehör, Komponenten und -werkzeugen BBB Cycling bringt eine E-Minipumpe mit Display und LED auf den Markt. Ich habe die «BarBank» schon getestet.
Zu Beginn noch vielerorts belächelt, haben sich elektrische Velopumpen unterdessen im Markt etabliert. Auch bei uns gibt es seit einigen Jahren diverse Modelle unterschiedlicher Hersteller. Ganz einfach gesagt, zieht die E-Pumpe Luft an und drückt diese in den Reifen, ohne dass mühsam von Hand gepumpt werden muss. Dabei nutzt der kleine Motor in der Regel Strom aus einem fix verbauten Akku.
Inzwischen ist es Standard, dass die Pumpe den Druck misst und automatisch stoppt, wenn die voreingestellten Bar oder PSI erreicht sind. Für unterwegs eignen sich dank ihres geringen Gewichts und kompakten Formats spezielle Mini-E-Pumpen. Wie zum Beispiel die neue «BarBank» von BBB Cycling.

Die «BarBank» im Kreditkartenformat wiegt 160 Gramm und passt so auch in die Trikottasche. Wobei ich auf meiner Gravelrunde ungerne Zubehör ins Trikot stopfe. So nutze ich stattdessen eine Rahmentasche von Ortlieb am Oberrohr für Zubehör dieser Art. Bin ich mit dem Mountainbike unterwegs, kommt die Pumpe in den Rucksack oder die Hip-Bag.
Diese Mini-E-Pumpe verfügt über drei Voreinstellungen für MTB, Gravelbike und Rennvelo. Dabei werden die Pneus mit zwei, drei und fünf Bar befüllt, was mir speziell beim MTB und Gravelbike und mit Tubeless-Reifen tendenziell eher als (zu) viel erscheint. Beim Rennrad erscheinen mir die fünf Bar eher zu wenig, abhängig vom Gewicht des Fahrers und Reifenbreite wird da eher mehr empfohlen. Mit dem MTB bin ich in der Regel zwischen 1,2 und 1,4 Bar unterwegs. Beim Gravelbike sind es rund 2 bis 2,2 Bar. Diese Werte lassen sich auch manuell an der «BarBank» einstellen.


Mit der «BarBank» lassen sich Reifen mit allen Ventiltypen aufpumpen. Egal, ob Presta, Schrader, Clik Valve oder auch die neuen «CoreCaps» von BBB. Das war einer meiner Kritikpunkte an den neuen Ventilen der Niederländer: dass sie nicht mit allen Handpumpen kompatibel sind.
Nun hat der Hersteller also eine Pumpe auf den Markt gebracht, die sich speziell auch für die Eigenentwicklung anbietet. Man hätte auch einfach einen entsprechenden Adapter mit den Ventilen mitliefern können. Mit einer proprietären Pumpe lässt sich aber natürlich mehr Geld verdienen. Fair enough.

Dank der integrierten LED-Leuchte lassen sich Reifen auch bei Dunkelheit oder sehr schattigen Verhältnissen aufpumpen. Und man kann damit auf dem Waldboden zwischen Grashalmen, Blättern und Ästen nach irgendwelchem Zubehör suchen, das heruntergefallen ist. Die E-Minipumpe ist in rund 30 Minuten vollständig geladen und kann laut Hersteller maximal drei Reifen mit Luft befüllen, was sich in etwa mit meinen Erfahrungen deckt.
Sämtliche Funktionen lassen sich über ein kleines Bedienfeld steuern. Dieses befindet sich unterhalb der LCD-Anzeige, die den aktuellen Akkustand sowie den Druck in Bar oder PSI anzeigt. Auch die Leuchte lässt sich über dieses kleine Menü an- und ausschalten.
Wichtig zu verstehen: Die Minipumpe, egal, ob es sich dabei um eine E- oder Handpumpe handelt, ist für den Notfall unterwegs gemacht. Da reicht bei der elektrischen Variante in der Regel eine Kapazität von drei bis vier Füllungen aus. Zu Hause kommt dann beispielsweise der Eflator von Fix Manufacturing oder die gute alte Standpumpe zum Zug.

Diese E-Minipumpe macht im Prinzip alles richtig. Dank ihrer Vielseitigkeit ist sie auch mit den neuen «CoreCap»-Ventilen von BBB Cycling oder dem «Clik Valve» von Schwalbe kompatibel. Die Möglichkeit, für MTB-, Gravel- und Rennveloreifen fixe Barwerte zu übernehmen gefällt mir. Allerdings sind diese, wie bereits erwähnt, aus meiner Sicht zu hoch eingestellt. Das ist aber natürlich Geschmackssache.
Wenn ich die «BarBank» mit meinem «Eflator Mini» von Fix Manufacturing vergleiche, wirkt die neue Pumpe auf mich ein bisschen weniger hochwertig. Dafür ist sie deutlich günstiger und liegt preislich irgendwo im Mittelfeld.
Alles in allem ein solides Produkt. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Pro
Contra
Vom Radiojournalisten zum Produkttester und Geschichtenerzähler. Vom Jogger zum Gravelbike-Novizen und Fitness-Enthusiasten mit Lang- und Kurzhantel. Bin gespannt, wohin die Reise noch führt.
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Produkttest
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