

Die Hydrosonic Pro im Test: Wie ich lernte, die Schallzahnbürste zu lieben
Mit Schallzahnbürsten bin ich nie warm geworden. Doch als Curaprox mir die «Hydrosonic Pro» zum Test schickt, gebe ich der Sache eine letzte Chance.
Meine erste Begegnung mit einer Schallzahnbürste liegt in den frühen 90ern. Und sie war fürchterlich. Das Gerät klang, als würde es direkt auf den Zahnwurzeln arbeiten. Nach zwei Tagen war mein Zahnfleisch so gereizt, dass ich die Bürste verkauft habe. Vor ein paar Jahren folgte ein zweiter Versuch. Das Ergebnis: wundes Zahnfleisch, abgebrochener Test.
Ich gehe also mit einer gehörigen Portion Skepsis an diesen Test heran.
Erster Eindruck: Ein Designobjekt im Bad
Schon beim Auspacken wird klar, dass hier Ästhetik zählt: Der Karton erinnert stark an die Verpackungsphilosophie von Apple. Darin liegen neben dem Handgerät in Mattweiß drei Bürstenaufsätze, ein Reiseetui und der Ladeständer. Was ich sofort positiv bemerke: Auch ein Netzteil liegt bei. Das ist heutzutage längst nicht mehr selbstverständlich.

In ihrem Ständer wirkt die Hydrosonic weniger wie ein Gebrauchsgegenstand und mehr wie ein Designobjekt. Das spricht mich direkt an.

Aller Anfang ist … vibrierend
Ein einziger Schalter genügt, um durch sieben Reinigungsstufen zu navigieren. Es gibt die Stufe «Start» sowie je drei Intensitätsstufen für die Modi «Smile» und «Clean». Laut der Anleitung unterscheiden sich die Stufen in der Schwingungszahl: 44000, 64000 und 84000 Schwingungen pro Minute.
Eine blaue LED zeigt die gewählte Einstellung an. Dank der Speicherfunktion startet die Bürste immer im zuletzt genutzten Modus.

Das mitgelieferte Booklet erklärt die verschiedenen Reinigungsstufen und deren Anwendung. Bilder zeigen, wie die Bürste optimal gehalten wird – auch an schwierigeren Stellen, etwa bei Brackets.
Der Hersteller empfiehlt, zum Einstieg eine niedrige Stufe und einen besonders weichen Bürstenkopf zu wählen. Daran halte ich mich. Und meine Ansprechpartnerin bei Curaprox behält recht: Die aktuelle Technologie ist überraschend sanft. Das Putzen empfinde ich als angenehm.
Allerdings muss ich erst lernen, den Bürstenkopf dauerhaft richtig zu platzieren, damit Zahn und Zahnfleischsaum wirklich erreicht werden. Auch mein Timing stimmt anfangs nicht: Die Bürste unterbricht den Vorgang kurz, um den Quadrantenwechsel anzuzeigen. Das überfordert mich die ersten Male. Ich bin noch nicht so weit. Gut, dass das Gerät nach Ablauf der Putzzeit nicht einfach abschaltet, sondern nachläuft. So kann ich in Ruhe zu Ende putzen.
Das kennen wohl die meisten: Am Ende fahre ich mit der Zunge über die Zähne. Und bin angetan. Die Zähne fühlen sich glatter an als nach dem Putzen mit meiner alten Zahnbürste. Das stimmt mich optimistisch – ich wage mich in die anderen Modi vor.
Welche Stufe nehme ich denn bloß?
Mein Experiment geht weiter – nach wie vor mit der weichsten Bürste. Die Anleitung hält fest, dass das Putzergebnis bereits in der kleinsten Stufe «sehr gut» sei. Die Wahl der anderen Modi ist also Geschmackssache. Ausgenommen die Einstellung «Start»: Sie ist für Zahnfleischrand, Zwischenräume und Brackets reserviert.
Ich stelle fest: je stärker, desto lauter. Wobei «laut» relativ ist. Die Bürste gibt einen deutlich hörbaren, hohen Ton von sich. Der stört mich nicht. Ein Ziehen oder andere unangenehme Empfindungen spüre ich bei keiner der Einstellungen. Weil ich alles ausprobieren will, wechsle ich zum Aufsatz «Power».
Treffer! Das ist MEIN Aufsatz. Bei der sehr weichen Bürste fehlte mir die Rückmeldung, dass ich überhaupt Zähne putze. «Power» liefert genau das. Mit der mittleren Stärke im Modus «Smile» bin ich richtig glücklich.
Detailcheck: Wenn die Bürste «singt»
Nach gut einer Woche hat sich die Routine eingespielt. Überzeugt hat mich vor allem das Ergebnis. Das Gefühl im Mund ist sehr angenehm, und nach dem Putzen bleibt dieses unvergleichliche «Frisch-vom-Zahnarzt-Gefühl».

Noch einmal zu den Bürstenköpfen
Die Bürstenköpfe der Hydrosonic Pro sind alle leicht gebogen – das erinnert an professionelle Zahnarzt-Werkzeuge.
- Sensitive: Die weiche Variante, ideal für Einsteiger oder Menschen mit empfindlichem Zahnfleisch.
- Power: Für alle, die eine kräftigere Reinigung bevorzugen und kein empfindliches Zahnfleisch haben.
- Single: Dieser kleine, spitz zulaufende Kopf ähnelt einer Interdentalbürste. Er eignet sich für Zwischenräume, den Zahnfleischsaum oder enge Nischen, etwa bei Brackets.
Alltag und Akku
Die Akkuleistung hat mich beeindruckt: Erst nach zwölf Tagen – bei zweimal täglichem Putzen – leuchtete die LED rot und zeigte an, dass die Bürste zurück in die Ladestation gehört. Das Handteil lässt sich leicht reinigen. Auf Reisen reicht das mitgelieferte USB-Kabel zum Aufladen. Schade: Der Anschluss ist USB-A. Ein moderneres USB-C fehlt hier.
Fazit
Fünf Sterne für ein neues Mundgefühl
Pro
- einfache Bedienung mit nur einem Knopf
- überzeugende Putzleistung und angenehmes Mundgefühl
- schick und pflegeleicht
- komplette Erstausstattung inklusive Netzteil
Contra
- USB-A-Anschluss (kein USB-C)

Hamburger, Leseratte, Eishockey-Fan. Papa und Grosspapa. Bastelt ständig an seinem Smarthome herum. Interessiert an DIY, Outdoor, Mode und Kosmetik.
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