

Ein Abend, 30 Gäste und viel zu viele Spiele
Unser Community-Team hat zum Brettspielabend eingeladen. Rund 30 Gäste haben fünf Stunden lang Partyspiele, Kennerspiele, Klassiker und Neuheiten gespielt. Wir haben gelacht, diskutiert und ab und zu geflucht.
Freitagabend, kurz vor 17 Uhr. In der «PAUSE» im Zürcher Kreis 5 stehen die ersten Spieleschachteln schon auf den Tischen. Unser Community-Team hat rund 30 Personen aus der Galaxus-Community eingeladen. Sie kaufen bei uns ein, lesen mit, kommentieren oder gehören auf andere Weise zu unserer Plattform.

Auf den Tischen liegen Kartenstapel, Plättchen, Stifte, Anleitungen – und jene kurze Unsicherheit, die fast jeden Spieleabend begleitet: Wo setze ich mich hin? Was spielen wir? Und wer erklärt mir ein Spiel? Nach drei Minuten merke ich ohnehin: Ich habe nur die Hälfte verstanden.
Welches Spiel zuerst?
Bei so vielen Spielen weiss ich kaum, womit ich anfangen soll. «Dito!», «Morty Sorty Magic Shop», «Boss Fighters QR», «Moon Colony Bloodbath», «Die Insel der Mookies», «Flip 7», «Castle Combo», «Got Five!», «Frantic», «Krakel Orakel», «Tichu», «Faraway», «Sky Team», «Sattgrün», «Take Time» und viele weitere Titel stehen bereit. Soll ich den ganzen Abend bei einem Spiel bleiben oder alle 30 Minuten wechseln? Ich wechsle.

Erst denken wie die anderen, dann zocken
Zuerst spiele ich «Dito!». Das Spiel eignet sich gut für den Einstieg. Niemand muss lange Regeln erklären, und trotzdem kommen alle sofort ins Gespräch. Du wählst Begriffe, die möglichst viele Mitspielende ebenfalls wählen. Oder zumindest ähnlich genug. Das klingt simpel, zeigt aber schnell, wie unterschiedlich Menschen ticken. Was für die eine Person offensichtlich ist, wirkt auf die nächste komplett absurd. Das macht den Witz aus.

Später landet «Flip 7» auf dem Tisch. Die Regeln sitzen schnell, die Partie läuft zügig und eskaliert ebenso schnell. Eine Karte geht noch. Vielleicht zwei. Vielleicht besser nicht. Trotzdem zieht ständig jemand weiter. Manchmal geht das schief. Alle am Tisch wissen: Das Risiko kann dumm sein. Egal.


Frantic bleibt Frantic
Danach spielen wir das «Frantic»-Brettspiel. Wer «Frantic» kennt, weiss, worauf sich die Runde einlässt: Schadenfreude, fiese Karten, schlechte Entscheidungen und die leise Hoffnung, dass es jemand anderen härter trifft als dich selbst. Das Brettspiel erinnert an das Kartenspiel, kopiert es aber nicht einfach in grösser. Auf dem Tisch greifen mehr Elemente ineinander, die Dynamik bleibt chaotisch.

Bei «Faraway» kehrt Ruhe ein. Zumindest äusserlich. Innerlich rechnet der ganze Tisch. Zunächst wirkt das Spiel harmlos, dann entpuppt es sich als Denkfalle. Du legst Karten von links nach rechts aus und wertest sie später von rechts nach links. Ein cleverer Zug kann am Ende ins Leere laufen oder umgekehrt. Nach der ersten Partie sagt oft jemand: «Jetzt habe ich es verstanden, nochmals.»

Nicht abhaken, sondern hängen bleiben
Wer hier spielt, muss keine möglichst lange Liste abhaken. Man setzt sich an einen Tisch, lernt eine Regel, macht gemeinsam Fehler und lacht darüber. Manche Runden sind laut, andere konzentriert. Einige Gruppen diskutieren, andere reagieren nur noch. Zwischendurch essen und trinken die Gäste, greifen zum nächsten Spiel oder schauen am Nachbartisch zu.

Besonders schön ist die Mischung. Neben bekannten Namen wie «Codenames», «Skip-Bo», «Machi Koro», «Tichu» oder «Skull King» liegen aktuelle Titel bereit. Mehrere davon konkurrieren um das Spiel, Kennerspiel oder Kinderspiel des Jahres. Der Abend mischt Neuheiten und Klassiker. Wie an einem offenen Buffet wählen die Spielenden zwischen leichten, taktischen, albernen, gemeinen, ruhigen oder völlig überdrehten Titeln.

Aus Kommentaren werden Gespräche
Fünf Stunden später hat niemand alle Spiele ausprobiert. Bei dieser Auswahl wäre das unrealistisch. Doch die Runden liefern Geschichten: Jemand gewinnt knapp, jemand verbindet Begriffe völlig falsch, jemand zieht eine unnötig riskante Karte. Und immer wieder lachen Menschen zusammen, die sich vorher vielleicht nur aus der Kommentarspalte gekannt haben.

Am Ende bleibt: Brettspiele leben nicht nur von Regeln, Mechaniken und hübschem Material. Sie bringen Menschen an einen Tisch. Auf «Wer erklärt kurz?» folgt schnell «Noch eine Runde?».
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