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Kritik

«Final Fantasy VII Rebirth» ist auch auf der Switch 2 eine Wucht – wenn auch eine verschwommene

Kevin Hofer
2.6.2026
Bilder: Kevin Hofer

Mehr als zwei Jahre nach dem Release auf der Playstation 5 erscheint «Final Fantasy VII Rebirth» auf der Nintendo Switch 2. Trotz technischer Einschränkungen macht das Spiel Spass.

«Final Fantasy VII Rebirth» eine Content-Bombe zu nennen, wäre noch untertrieben. Das Spiel bietet so viel, dass Kollegin Cassie Mammone gegen die Flut an Minispielen angeschrieben hat. Ich sehe das anders. Die vielen Spiele im Spiel sind allesamt geil. Und ich muss sie ja nicht bis zum Exzess zocken.

Aber nicht nur die Nebenschauplätze in «Rebirth» sind stark. Das gilt auch für Story, Gameplay und Präsentation. In meinem Review schrieb ich deshalb: «Das Spiel ist nahe der Perfektion». Dazu stehe ich auch zwei Jahre später noch.

Ich habe bereits einige Stunden mit der Switch-2-Version verbracht. Ich liefere keinen zweiten Kompletttest ab. Stattdessen sage ich dir, was «Rebirth» auf der Switch 2 gut macht und wo du Abstriche erwarten musst. Alles Weitere steht im ursprünglichen Test.

Was die Switch-2-Version gut macht

Die gute Nachricht zuerst: Das Spiel fühlt sich grundsätzlich nach «Rebirth» an. Das ist nicht selbstverständlich. Die Switch 2 ist deutlich schwächer als die PS5.

Pfützen, lackierte und spiegelnde Oberfläche sehen ordentlich aus. Weit entfernte Elemente wie Luftschiffe, Wasserfälle und Windmühlen sind korrekt animiert und werfen passende dynamische Schatten. Auch Objektphysik und NPC-Dichte überzeugen.

Auf der mobilen Konsole sieht «Rebirth» ordentlich aus.
Auf der mobilen Konsole sieht «Rebirth» ordentlich aus.

Wo du Abstriche machen musst

Aus der Entfernung frieren NPC-Animationen gelegentlich ein. Figuren verharren dann in statischen Posen. Das ist ärgerlich, aber kein Dealbreaker. Problematischer ist es aus der Nähe: Texturen wirken oft matschig, Bodenoberflächen sind stark komprimiert. Das gilt für Zwischensequenzen wie für das Gameplay. Auf der PS5 trat das stellenweise auch auf. Auf der Switch 2 fällt es deutlich stärker aus.

Hallo? Wo sind denn hier die Texturen?
Hallo? Wo sind denn hier die Texturen?

Ladezeiten sind ebenfalls ein Thema. Wo es auf der PS5 kaum Wartezeiten gab, fallen diese deutlich länger aus. Mir wird zwar nie langweilig, ich bin mir von Sonys Konsole und dem PC aber anderes gewohnt.

Auch die Schatten machen Probleme. Ihre Reichweite ist spürbar geringer. Übergänge nahe an der Kamera fallen auf und erzeugen sichtbares Flimmern. In Orten wie Kalm bleibt die Vegetation oft statisch. Innenräume wirken leerer: weniger Bücher, weniger Requisiten, weniger Leben. Erkennbar bleibt trotzdem alles.

Assets sind zwar vorhanden, aber sehen näher betrachtet mau aus.
Assets sind zwar vorhanden, aber sehen näher betrachtet mau aus.

In den offenen Gebieten kommen weitere Einschränkungen hinzu. Wasser ist vereinfacht dargestellt. Das Pop-in, das es schon auf der PS5 gab, ist hier noch stärker. Auf einem grossen 4K-Bildschirm fallen manche niedrig polygonalen Objekte unangenehm auf, etwa Obst, Gemüse und andere Kleinigkeiten.

Wasser sieht zwar wie Wasser aus, aber nicht so komplex wie im Original auf der PS5.
Wasser sieht zwar wie Wasser aus, aber nicht so komplex wie im Original auf der PS5.

Warum das so ist

Spieledirektor Naoki Hamaguchi hat in einem Interview mit Digital Foundry erklärt, warum diese Kompromisse nötig waren: «Rebirths» Open World erzeugt eine wesentlich höhere Mesh-Anzahl als das eng strukturierte «Remake», der erste Teil der Remake-Trilogie. Stabile 30 fps liessen sich deshalb nicht einfach durch Anpassungen an Post-Processing und Nebel erreichen. Für die Switch 2 haben die Entwickler die Hintergrundmodelle komplett neu aufgebaut, mit überarbeiteten LOD-Stufen und günstigeren Materialien. Eine entscheidende Rolle spielt dabei Mesh Shading. Es ermöglicht dem Renderer eine effizientere Kontrolle über die Verarbeitung der Geometrie. Kurz: Der Aufwand war erheblich, und man merkt, dass die Entwickler viel Zeit in den Port investiert haben.

Auflösung und Bildqualität

Im Dock-Modus zielt das Spiel auf 1080p. Die interne Auflösung kann aber bis auf 540p sinken. Im Handheld-Modus liegt das Ziel bei 756p, mit einem Minimum von 380p. Beide Modi nutzen dieselben Grafikeinstellungen. Im Dock-Modus sieht das noch ordentlich aus. Im Handheld-Modus ist das Bild spürbar weicher und weniger stabil. Clouds Haare und Chocobo-Federn leiden unter Dithering und Rekonstruktionsartefakten. Der Abstand zur nahezu 4K-Darstellung auf der PS5 ist gross. Das lässt sich nicht schönreden.

Clouds Haare sehen wegen DLSS zwischendurch seltsam aus.
Clouds Haare sehen wegen DLSS zwischendurch seltsam aus.

Performance

Die angestrebten 30 FPS hält das Spiel weitgehend. Es gibt aber gelegentliche Aussetzer und Stottern. Das klingt ernüchternd, liegt für einen so umfangreichen Open-World-Titel auf portabler Hardware aber im erwartbaren Rahmen.

Auch in den Kämpfen bleibt die Framerate meist stabil.
Auch in den Kämpfen bleibt die Framerate meist stabil.

«Final Fantasy VII Rebirth» ist bereits verfügbar für PC und PS5. Am 3. Juni folgen Versionen für Switch 2 und Xbox Series X/S. Ich habe die Switch-2-Version getestet, die mir Square Enix zur Verfügung gestellt hat.

Fazit

Vor Teil 3 noch einmal in die Welt von «Rebirth» eintauchen

Eine Story voller spannender Wendungen mit genialer Inszenierung. Ein Gameplay, das süchtig macht. Eine Welt voller Leben. «Final Fantasy VII Rebirth» ist eine Wucht – auch zwei Jahre nach dem ursprünglichen Release.

Die Switch-2-Version ist eine bemerkenswerte Portierung. Der gesamte Content ist enthalten, und das Spiel ist gut spielbar. Die Einschränkungen bei Auflösung, Texturen und Rendering sind teils deutlich sichtbar. Aber sie zerstören nicht, was das Spiel besonders macht. Es ist beeindruckend, was heute auf einer portablen Konsole möglich ist. Auf dem Steam Deck habe ich «Rebirth» kaum gezockt, weil es eine schlechte Erfahrung ist. Die Switch 2 hat hier die Nase vorn und ich spiele die Hauptstory bestimmt noch einmal ganz durch. Damit ich bereit bin für Teil drei. Denn die Zeichen verdichten sich, dass es schon bald so weit sein könnte.

Pro

  • gute Portierung für Switch 2
  • geniale Story-Inszenierung
  • lebendige Spielwelt
  • starke Nebenmissionen
  • beeindruckende Minispiele

Contra

  • (wenige) mühsame Gameplayelemente
  • schwache NPC-Qualität
  • optische Abstriche gegenüber der PS5-Version
Square Enix FF VII Rebirth NSW2 (Switch 2, DE, FR, IT)
Game

Square Enix FF VII Rebirth NSW2

Switch 2, DE, FR, IT

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Technologie und Gesellschaft faszinieren mich. Die beiden zu kombinieren und aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten, ist meine Leidenschaft.


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