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Google I/O 2026: KI-Suche, KI-Agenten, KI-Brillen, KI-Modelle

Jan Johannsen
20.5.2026

Bei der Google I/O steht Software im Fokus. Entsprechend gab es zum Auftakt viele KI-Neuankündigungen, aber auch etwas Hardware für die KI.

Zwei Stunden dauerte die Keynote zum Auftakt der Google I/O. Es gab jede Menge neue KI-Tools und -Modelle, verbunden mit der Erkenntnis, dass deren Nutzung Geld kostet und viel Vertrauen in den Anbieter erfordert. Zum Schluss gab es mit intelligenten Brillen auch neue Hardware.

Intelligente Brillen steuern die KI ab Herbst

Große Hoffnungen setzt Google in die als «intelligent eyewear» bezeichneten Brillen. Dafür liefert Google mit Android XR die Software und Samsung die Technik. Die ersten beiden Brillenmodelle stammen von Gentle Monster und Warby Parker.

Mit diesen Brillen lässt sich die KI auf dem verbundenen Smartphone nutzen, ohne es in die Hand zu nehmen. Über eingebaute Mikrofone erfolgt die Sprachsteuerung und über die Kameras im Brillengestell sieht die KI die Umgebung und bezieht sie mit ein oder nimmt Fotos auf.

Die zwei Modelle markieren den Start der intelligenten Brillen.
Die zwei Modelle markieren den Start der intelligenten Brillen.

Navigation, Übersetzungen und alle weiteren Dinge kommen bei den ersten Modellen ab Herbst über kleine Lautsprecher ins Ohr. Später soll es auch Modelle geben, die Informationen auf einer Anzeige im Glas anzeigen können. Bei allen Modellen sollen weitere Informationen zu Preis und Verfügbarkeit in den nächsten Monaten folgen.

Fitbit Air wurde bereits vor der I/O angekündigt, hatte aber viele Cameo-Auftritte an den Handgelenken auf der Bühne.

Neues Design für Gemini-App

Von den vielen Ankündigungen dürften die Neuerungen der Gemini-App am relevantesten für die meisten Menschen sein. «Neural Expressive» nennt Google die neue Optik, zu der neue Farben, haptisches Feedback und Animationen gehören. Der KI-Assistent liefert zudem keine reinen Textantworten mehr, sondern baut Elemente wie Bilder, Grafiken, Videos oder Zeitleisten ein.

In der Gemini-App ändert sich nicht nur hinter den Kulissen was.
In der Gemini-App ändert sich nicht nur hinter den Kulissen was.

Außerdem sollen bald Dialekte in der App wählbar sein. Bei den Beispielen waren allerdings keine deutschsprachigen dabei.

KI ist nicht kostenlos

Angesichts der Unsummen, die in KI-Rechenzentren investiert werden, kann die Nutzung von KI nicht dauerhaft kostenlos bleiben. Für Google scheint dieser Moment gekommen zu sein. Es gibt zwar noch zahlreiche kostenlose Basisfunktionen, aber für viele der Neuankündigungen musst du bezahlen.

So ist etwa «Gemini Omni» nur für Personen nutzbar, die für AI Plus, AI Pro oder AI Ultra zahlen. Mit dem neuen Modell lassen sich aus Texten, Videos, Bildern und Audios neue Inhalte erstellen. Den Anfang machen Videos, bei denen sich Stil, Figuren, Umgebung oder Details per Sprachbefehl bearbeiten lassen.

Gemini Omni ist Googles neuestes generatives KI-Modell.
Gemini Omni ist Googles neuestes generatives KI-Modell.

Ebenfalls nur für zahlende Nutzerinnen und Nutzer steht – in den USA – der neue «Daily Brief» in der Gemini-App zur Verfügung. Der KI-Agent schaut jeden Morgen in deine Inbox, deinen Kalender und andere Dinge, um dir zu sagen, was wichtig ist – ähnlich wie «Now Brief» in der Galaxy AI von Samsung.

Willst du mit «Docs Live» per Spracheingabe Google Docs erstellen oder mit «Google Pics» Bilder im Workspace erstellen oder bearbeiten, musst du ebenfalls zahlen und da reicht das günstigste Abo nicht mehr aus. AI Pro oder AI Ultra sind nötig.

Für Vielnutzer wird die KI immerhin etwas günstiger. Für das Ultra-Abo senkt Google den Preis – in den USA – von 250 auf 200 Dollar und führt auch noch eine 100-Dollar-Variante ein.

KI-Inhalte sollen erkennbar sein

Mit SynthID hat Google ein Wasserzeichen für KI-Inhalte, das seit seinem Start über 100 Milliarden generierte Bilder und Videos kennzeichnet. Bisher ließen sich Inhalte allerdings nur über die Gemini-App überprüfen. In Zukunft sollst du das auch in Chrome, über Circle-to-Search oder die Suche machen können.

Mit der Einführung der «C2PA Content Credentials Verification» enthält die SynthID zudem mehr Metadaten. Außerdem gibt es mit OpenAI, Kakao und IIIElevenLabs weitere KI-Anbieter, die das Wasserzeichen unterstützen. Nvidia ist schon seit letztem Jahr dabei.

Die KI sucht für dich

Die KI-Suche wird immer mehr zum Standard der Google Suche. Mit Gemini 3.5 nutzt sie ab sofort ein neues KI-Modell. Optisch wird das durch eine neue Eingabemaske sichtbar, die versucht, Fragen bei der Eingabe zu vervollständigen.

Später diesen Sommer soll Gemini 3.5 Flash für dynamische Layouts in den Suchergebnissen sorgen. Die Antworten sollen dann nicht nur in Textform vorliegen, sondern, wenn es passt, auch extra erstellte Grafiken oder Animationen enthalten.

Selbst in der Suche sind nicht alle KI-Funktionen kostenlos.
Selbst in der Suche sind nicht alle KI-Funktionen kostenlos.

Um KI-Agenten in der Suche nutzen zu können, ist wiederum ein kostenpflichtiges Abo nötig. Mit Gemini Spark kannst du dann etwa Parameter für Aktienkurse definieren und bekommst eine Benachrichtigung, wenn sie erfüllt werden.

Mit «Ask Youtube» lassen sich in den USA ab Sommer auch komplexe Fragen stellen und die Plattform findet das passende Video dazu. Ähnlich wie es mit «Ask Maps» bei Google Maps bereits möglich ist.

Du musst der KI und Google vertrauen

Mit Gemini Spark führt Google einen KI-Agenten ein, der dein persönlicher Assistent sein soll. Wie das Hype-Tool OpenClaw soll Spark alle möglichen Dinge für dich erledigen können. Anfangs in der Gemini-App, später auch per E-Mail und in Chrome sowie als Android Halo auch in Android 17.

Um Spark nutzen zu können, brauchst du nicht nur ein AI-Ultra-Abo von Google, sondern musst dem KI-Agenten auch Zugriff auf deine Daten geben. Das fängt mit Mails und Kalendereinträgen an. Ohne diese Daten kann Spark seine Aufgaben nicht erledigen. Bei Daten, die ohnehin schon bei Google liegen, dürfte die Hürde geringer als bei externen Daten sein. Aber bereits OpenClaw hat gezeigt, dass man einer KI nicht blind vertrauen sollte. Google hat immerhin eingebaut, dass Spark sich bestimmte Handlungen noch einmal bestätigen lässt und nicht ohne Nachfrage handelt.

Ein Einkaufswagen von Google für alles.
Ein Einkaufswagen von Google für alles.

Mit dem Universal Commerce Protocol (UCP) versucht Google, einen Standard zu etablieren, der es KI-Agenten erleichtert, für dich einzukaufen. Neben neuen Partnern, die UCP in ihren Shops unterstützen, weitet Google ihn in den nächsten Monaten auf Kanada, Australien und das Vereinigte Königreich aus. Außerdem sollen nicht nur Produkte, sondern auch Hotels oder bestellbares Essen im UCP aufgenommen werden. Mit dem Universal Cart, also einem übergreifenden Einkaufswagen, will Google dann auch noch alle deine Bestellungen verwalten.

Googlebooks und Android 17 mit eigenem Event

Da die zwei Stunden der I/O-Keynote für KI reserviert waren, hat Google die Neuerungen von Android 17 sowie die Googlebooks als Nachfolger der Chromebooks bereits eine Woche zuvor angekündigt. Es ist nicht so, als spiele die KI dort nur eine Nebenrolle.

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Titelbild: Google LLC

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Als Grundschüler saß ich noch mit vielen Mitschülern bei einem Freund im Wohnzimmer, um auf der Super NES zu spielen. Inzwischen bekomme ich die neueste Technik direkt in die Hände und teste sie für euch. In den letzten Jahren bei Curved, Computer Bild und Netzwelt, nun bei Digitec und Galaxus. 


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