
GoPro steht vor dem Konkurs
Der einst dominante Hersteller von Actionkameras warnt vor einer möglichen Insolvenz. GoPro macht dafür die gestiegenen Speicherpreise verantwortlich. Doch die Probleme gehen tiefer.
Dem US-amerikanischen Actionkamera-Hersteller GoPro droht die Insolvenz: Die Firma warnt Anleger im jüngsten Finanzbericht, dass es «erhebliche Zweifel am eigenen Fortbestand» gibt. US-Konzerne sind dazu rechtlich verpflichtet, wenn sie nicht mehr sicher davon ausgehen können, dass sie in den kommenden zwölf Monaten zahlungsfähig bleiben. Eine solche Warnung ist ein schlechtes Zeichen und kann zu einem Teufelskreis führen. Denn sie verschärft den Druck von Investoren zusätzlich und macht frisches Kapital teurer. Die Aktie fiel am Montag zeitweise um bis zu 14 Prozent.

Quelle: Michelle Brändle
GoPro stellt in der Mitteilung klar, dass man zusätzliche Finanzierungen, neue Kreditvereinbarungen oder strategische Optionen prüfe, um eine Insolvenz zu vermeiden. Nach Informationen aus bei der US-Börsenaufsicht eingereichten Unterlagen sind die flüssigen Mittel auf rund 50 Millionen Dollar geschrumpft. Bereits 2025 fiel der Jahresumsatz auf gut 651 Millionen Dollar, unterm Strich stand ein Nettoverlust von mehr als 80 Millionen Dollar.
Auslöser der akuten Krise sind drastisch gestiegene Preise für Speicherchips. Hersteller wie Samsung und Micron verlagern ihre Kapazitäten in Richtung High-Bandwidth-Memory für KI-Rechenzentren. Standard-DRAM für Gerätehersteller wie GoPro wird knapper und teurer. Nach Unternehmensangaben haben sich die Speicherpreise teilweise mehr als verdoppelt – und in einer Produktkategorie mit Verkaufspreisen zwischen 300 und 500 Franken lässt sich das nur begrenzt an die Kundschaft weitergeben.
Konkurrenzdruck aus China
Gleichzeitig schwächelt GoPros Kerngeschäft. Die Nachfrage nach klassischen Actionkameras wächst deutlich langsamer als noch vor einigen Jahren, viele Gelegenheitsnutzer greifen lieber zum Smartphone. Upgrade-Zyklen bei Bestandskunden werden länger.
Hinzu kommt der Wettbewerbsdruck aus China. Anbieter wie DJI und Insta360 haben GoPro in wichtigen Märkten teils überholt. Retail-Daten aus Japan zeigen, dass GoPro dort innerhalb weniger Jahre von einer dominanten Marktposition zu 19 Prozent Marktanteil abgerutscht ist. Derweil bringen die chinesischen Hersteller in kurzen Abständen neue Modelle mit aggressiver Preisgestaltung und auffälligen Funktionen auf den Markt.
GoPro reagierte fürs Erste mit harten Sparprogrammen: Der Konzern verkauft Vermögenswerte und baut seit April fast ein Viertel der Belegschaft ab. Zudem prüft man eine Fusion oder einen Verkauf des Unternehmens. Die Zukunft der Marke hängt jedoch nicht nur vom Management ab – sondern auch davon, ob GoPro mit seinen Produkten wieder ein breites Publikum erreichen kann. Zuletzt versuchte es der Hersteller im April im Profi-Segment mit der Mission 1.
Mein Fingerabdruck verändert sich regelmässig so stark, dass mein MacBook mich nicht erkennt. Der Grund: Sitze ich nicht vor einem Bildschirm oder stehe hinter einer Kamera, hänge ich oft an den Fingerspitzen in einer Felswand.
Vom neuen iPhone bis zur Auferstehung der Mode aus den 80er-Jahren. Die Redaktion ordnet ein.
Alle anzeigen