Kabellose Kopfhörer-Klassiker: Koss Porta Pro Wireless im Test

Jan Johannsen
Hamburg, am 19.05.2021

Der Koss Porta Pro ist so gut, dass er seit 1984 nahezu unverändert geblieben ist. Aber auch ein zeitloser Kopfhörer-Klassiker muss sich anpassen. Bei der Wireless-Version löst Bluetooth Kabel und Klinkenanschluss ab.

In den 1980er Jahren passte der Porta Pro zum Walkman, in den 90ern zum Discman und den 2000er zum MP3-Player. Inzwischen haben immer weniger Smartphones einen Anschluss für Kopfhörer. Der Koss Porta Pro Wireless ist die logische Folge und sorgt immer noch für den «Back to the 80s»-Look.

Bügel auf dem Kopf

Die Porta Pro sind offene Bügelkopfhörer, die sich zum Mitnehmen anbieten. Sie lassen sich klein zusammenfalten und wiegen nicht viel. Die Wireless-Version bringt inklusive Akku 72 Gramm auf die Waage und die passende Aufbewahrungsbox gehört zum Lieferumfang.

Der Bügel besteht aus zwei Metallstreifen, die durch zwei Kunststoffteile verbunden sind. Sie bleiben beweglich und du kannst den Porta Pro Wireless an deine Kopfgröße anpassen und dabei den Anpressdruck beeinflussen. Bei mir landet das kalte Metall direkt auf der Glatze. Das ist nicht angenehm. Der Bügel wärmt sich jedoch schnell auf. Den Kopfhörer selbst nehme ich schon nach kurzer Zeit kaum noch wahr. Kollegen äußerten die Befürchtung, dass Haare an den beweglichen Teilen einklemmen könnten. Das hat sich in Tests mit behaarten Personen aus meinem Haushalt aber nicht bestätigt.

Ganz ohne Kabel kommt aber auch der Porta Pro Wireless nicht aus. Ein Kabel verbindet die beiden Hörmuscheln. An ihm sind, kurz unterhalb der Hörmuscheln, der Akku, die Bluetooth-Technik sowie die Steuerung – Start, Stopp, Lauter, Leiser – und ein Mikrofon befestigt. Der Akku wird über einen Micro-USB-Anschluss aufgeladen und hält eine gefühlte Ewigkeit. Dem Hersteller zufolge sind es aber insgesamt doch nur zwölf Stunden.

Nicht nur beim Micro-USB-Anschluss steckt der Porta Pro Wireless im Jahr 2013 fest. Er unterstützt zwar Bluetooth, aber nur in der Version 4.1. Mit Bluetooth 5.0 wäre die Reichweite größer. Aber auch mit dem alten Standard ist die Verbindung bei mir auf eine typische Smartphone-zu-Kopfhörer-Distanz stabil. Problematisch wird es dagegen, wenn ich bei Verbindung zum Laptop den Schreibtisch verlasse und ins andere Ende der Wohnung gehe. Das sind maximal zehn Meter, aber vor allem mit ein, bis zwei Wänden dazwischen. Der Porta Pro unterstützt den Audio-Codec «aptx». Das ist gut, aber für Audiophile dürfte es zu wenig sein.

Kleinkram, aber die Abdeckung des Ladeanschlusses wirkt unschön drauf geklatscht.
Kleinkram, aber die Abdeckung des Ladeanschlusses wirkt unschön drauf geklatscht.

Sound ins Ohr

Die gepolsterten Kopfhörermuscheln des Koss Porta Pro Wireless liegen angenehm auf den Ohren und überzeugen mich mit gutem Klang. Ihr Sound ist detailreich und klar zugleich. Stimmen sind gut zu verstehen, verschiedene Instrumente sind klar zu unterscheiden und alles zusammen wirkt angenehm ausbalanciert. Der Bass ist deutlich zu vernehmen, ohne zu drücken oder zu wummern. Das hätte ich von den günstig wirkenden Kopfhörern aus Kunststoff und etwas Metall nicht erwartet.

Konstruktionsbedingt schirmen die On-Ear-Kopfhörer dich nicht von der Umgebung ab. Egal ob Handwerker in der Nebenwohnung, Gespräche in der U-Bahn oder der Straßenverkehr: Du hörst alles und kannst nur mit der Lautstärke dagegen arbeiten.

Über das Mikrofon gab es in zahlreichen Videocalls nur eine Beschwerde. Als ich dann das Fernsteuerungselement am Kabel, in dem sich auch das Mikrofon befindet, etwas besser positioniert habe, war ich aber wieder gut zu verstehen.

Fazit: Retro-Look und guter Sound

Die Koss Porta Pro Wireless versprühen Retro-Charme, sind klanglich aber immer noch auf der Höhe der Zeit. Suchst du leichte, kompakte Kopfhörer, kannst du zugreifen, solange du nicht erwartest die Umgebung akustisch auszusperren. Die Akkulaufzeit ist gut, aber Bluetooth 4.1 hinterlässt als alter Standard bei mir einen faden Beigeschmack.

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Jan Johannsen
Content Development Editor
jan.johannsen@galaxus.de

Als Grundschüler saß ich noch mit vielen Mitschülern bei einem Freund im Wohnzimmer, um auf der Super NES zu spielen. Inzwischen bekomme ich die neueste Technik direkt in die Hände und teste sie für euch. In den letzten Jahren bei Curved, Computer Bild und Netzwelt, nun bei Galaxus.de. 


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