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Ken Wolter / Shutterstock
News & Trends

Microsoft bietet 60 000 Mitarbeitern Abfindungen an – für die KI-Revolution

Martin Jud
27.10.2026

Microsoft bietet rund 60 000 Mitarbeitenden eine freiwillige Abfindung an. Es ist das zweite Programm dieser Art in der 51-jährigen Firmengeschichte. Der Hintergrund: Der Konzern investiert Milliarden in die KI-Infrastruktur und will dafür die Personalkosten senken.

Der Tech-Konzern steht vor einer gewaltigen Rechnung. Rund 145 Milliarden US-Dollar investiert Microsoft in diesem Jahr in Rechenzentren und KI-Chips – fast doppelt so viel wie im Vorjahr. Geld, das irgendwoher kommen muss. Also will der Konzern die Kosten mittelfristig senken und bietet rund 60 000 Mitarbeitenden eine freiwillige Abfindung an. Personalchefin Amy Coleman nennt das in einem offiziellen Blogpost «mehr Flexibilität». Analysten und Medien sehen den eigentlichen Grund aber in den enormen KI-Investitionen. Die Abfindungen sind der finanzielle Hebel, um diese Ausgaben zu stemmen.

Was Microsoft genau anbietet

Das Programm heisst offiziell «Voluntary Exit Offer», also «freiwilliges Angebot zum Gehen». Betroffen sind Teams aus den Bereichen KI (AI Experiences), Copilot, Finanzen, Personal, Xbox und Windows. Dass auch die KI-Teams betroffen sind, zeigt, wie rigoros der Sparkurs ist – niemand ist ausgenommen. Wer in diesen Teams arbeitet und einem internen Karriere-Level von 70 oder darunter angehört (das umfasst erfahrene Fachkräfte und mittlere Führungskräfte, aber keine Top-Manager), kann das Angebot annehmen. Nicht betroffen sind hingegen Marketing, Sales, IT-Security und der Commercial-Business-Bereich.

Wer das Angebot annimmt, erhält eine Abfindung nach einer klaren Formel und verlässt das Unternehmen zum 31. Dezember 2026. Sie besteht aus 60 Tagen Grundgehalt plus einer Woche pro sechs Monate Betriebszugehörigkeit. Mitarbeiter in höheren Gehaltsstufen erhalten eine höhere Abfindung, maximal jedoch 39 Wochen. Die Mitarbeiter müssen sich bis Anfang Dezember entscheiden.

Bemerkenswert ist auch die Dimension. Es ist bereits das zweite freiwillige Abfindungsprogramm in diesem Jahr. Im April 2026 gab es das erste freiwillige Abfindungsprogramm in der Geschichte des Konzerns. Es richtete sich an rund 8750 US-Mitarbeiter, die bestimmte Alters- und Dienstzeitkriterien erfüllten. Mehr als 30 Prozent der Berechtigten nahmen es an. Microsoft selbst nennt in seinem Memo keine konkrete Zahl. Die Angaben mit den 60 000 stammen aus übereinstimmenden Medienberichten.

Der wahre Preis der KI-Offensive

Dass Microsoft gleichzeitig Milliarden in KI investiert und Personal abbauen will, ist kein Widerspruch, sondern eine strategische Entscheidung. Die Abfindungen sind kein Zeichen von Schwäche, sondern ein Instrument, um das Unternehmen finanziell für die Zukunft auszurichten.

In den Medien ist in diesem Zusammenhang oft vom «goldenen Fallschirm» die Rede. Streng genommen ist das aber der falsche Begriff. Ein goldener Fallschirm sichert Führungskräfte bei einer Übernahme ab. Was Microsoft hier anbietet, ist ein goldener Handschlag. Damit ist eine grosszügige Abfindung beim freiwilligen Abschied gemeint.

Das alles ist nicht ohne Ironie. Microsoft-Gründer Bill Gates, der keine offizielle Rolle im Unternehmen mehr hat, warnte erst kürzlich in einem Interview vor dieser Entwicklung: «Die Anreizstruktur ist falsch. Sie lautet: Stelle den Roboter ein, feuere den Menschen und schau nicht zurück.» Die Warnung wurde am Sonntag veröffentlicht, einen Tag bevor Microsoft am Montag die Abfindungen ankündigte. Ausgerechnet der Mann, der mit diesem System zum Multimilliardär wurde, kritisiert aus der Ferne genau die Praxis, die sein Lebenswerk fortsetzt.

Wie freiwillig ist das Angebot wirklich?

Beobachter bezweifeln die Freiwilligkeit solcher Programme. Wer das Angebot ablehnt, muss in der aktuellen Lage damit rechnen, später betriebsbedingt entlassen zu werden. In den sozialen Medien berichten Mitarbeiter von der Sorge, dass eine Ablehnung später negative Folgen haben könnte.

Die Microsoft-Aktie legte am 26. Oktober um 1,54 Prozent zu. Allerdings trieb an diesem Tag eine breite KI-Rally die Tech-Börsen an, ausgelöst durch die Ankündigung eines Börsengangs des KI-Unternehmens Anthropic. Die Abfindungen dürften bei Anlegern trotzdem gut angekommen sein, weil sie Microsofts Kostendisziplin unterstreichen.

Titelbild: Ken Wolter / Shutterstock

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Der tägliche Kuss der Muse lässt meine Kreativität spriessen. Werde ich mal nicht geküsst, so versuche ich mich mittels Träumen neu zu inspirieren. Denn wer träumt, verschläft nie sein Leben.


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