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Hinter den Kulissen

Möbelaufbau: Italien streitet, Österreich zahlt für den Service

Jede fünfte Person in Europa hat beim Möbelaufbau schon mit der Partnerin oder dem Partner gestritten. Italien führt die Streit-Statistik an, die Schweiz bleibt gelassen. Das zeigt eine repräsentative Umfrage von Galaxus und YouGov.

Schrauben an einem Samstagmorgen. Auf dem Boden liegen 47 Teile, ein Inbusschlüssel und eine Anleitung, die für jemanden mit Ingenieurs-Abschluss geschrieben wurde. Irgendwann fällt der Satz: «Das hältst du falsch.» Was dann passiert, hat Galaxus gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut YouGov bei 5226 Menschen in fünf europäischen Ländern nachgefragt.

Italienerinnen und Italiener streiten am häufigsten

Gut jede fünfte befragte Person in Europa gibt dem Klischee entsprechend an, beim Möbelaufbau schon einmal mit der Partnerin oder dem Partner gestritten zu haben. Die Unterschiede zwischen den Ländern sind dabei beträchtlich: In Italien berichten 34 Prozent von Streit, in Deutschland 22 Prozent und in Österreich 21 Prozent. Frankreich liegt mit 19 Prozent knapp unter dem europäischen Schnitt. Am friedlichsten geht es in der Schweiz zu und her: Nur 14 Prozent der Befragten geben an, jemals beim Aufbau gestritten zu haben.

Allerdings, die Einwohnerinnen und Einwohner der Schweiz schlucken den Ärger offenbar einfach herunter: 30 Prozent der Befragten berichten von «angespannter Stimmung», obwohl sie keinen offenen Streit hatten. In Italien, wo offen gestritten wird, liegt dieser Wert bei nur 9 Prozent.

Aufbau macht vielen Menschen Freude

Trotz Streitpotenzial: Die Mehrheit baut Möbel tatsächlich gerne auf. Spitzenreiter ist Italien mit 58 Prozent, gefolgt von der Schweiz mit 53 Prozent. Deutschland bildet mit 41 Prozent das Schlusslicht. In der Schweiz gibt es am meisten Menschen, die ihre Möbel ohne grosse Emotionen zusammenschrauben.

Beim Geschlecht zeigt sich ein Graben. Frauen greifen seltener zum Werkzeug als Männer: 19 Prozent von ihnen bauen gar keine Möbel selbst auf, bei den Männern sind es 7 Prozent. Unterdessen schrauben viele Männer am Sofa, Regal oder Kinderbett, um es einfach hinter sich zu bringen.

Auch zeigt sich, dass die Freude am Möbelaufbau mit dem Alter sinkt – womöglich, weil der Silberrücken schmerzt. Womöglich deshalb delegieren wir die Aufgabe ab 45 zunehmend, wobei der mit dem Alter wachsende Wohlstand wohl ebenfalls eine Rolle spielt.

Die Hälfte montiert falsch

Fehler gehören zum Möbelaufbau dazu: Die Hälfte der Befragten hat schon einmal Teile falsch montiert. Bei einem Viertel stand das Möbelstück danach wacklig da, bei jedem bzw. jeder Fünften gingen Teile kaputt. 15 Prozent haben beim Aufbau etwas anderes beschädigt, zum Beispiel den Boden oder die Wand. 13 Prozent haben die Anleitung ignoriert und es anschliessend bereut. Verletzt haben sich sogar 12 Prozent – der Hammer auf dem Finger blieb offensichtlich in Erinnerung.

YouTube statt Profis

Wer beim Aufbau nicht weiterkommt, ruft am häufigsten die Partnerin oder den Partner zu Hilfe (37 Prozent). Knapp dahinter: Video-Tutorials mit 31 Prozent und Freunde oder Nachbarn mit 30 Prozent. Professionelle Hilfe holen sich nur 9 Prozent, wenn die Pakete schon aufgerissen sind. Und 7 Prozent fragen mittlerweile eine künstliche Intelligenz um Rat. Jede bzw. jeder Vierte gab an, von niemandem Hilfe zu beanspruchen.

Frankreich schraubt am liebsten selbst

In Frankreich haben drei Viertel der Befragten noch nie für professionelle Möbelmontage bezahlt. Das könnte kulturelle Gründe haben: «Bricolage», gilt in Frankreich als Volkssport, mehr als die Hälfte der Einwohnerinnen und Einwohner bezeichnen Heimwerken als Freizeitbeschäftigung und drei Viertel als «Quelle von Vergnügen». In der Schweiz und Deutschland hat je die Hälfte noch nie einen Montageservice genutzt, in Italien sind es 45 Prozent. In Österreich haben sechs von zehn Befragten schon mindestens einmal für den Aufbau bezahlt.

Möbelaufbau ist in Europa also ein Gemeinschaftsprojekt mit Konfliktpotenzial. Ob in Palermo gestritten, in Zürich geschwiegen oder in Paris stoisch selbst geschraubt wird: Am Ende steht trotzdem meistens ein Regal. Manchmal sogar ein stabiles.

Titelbild: Shutterstock

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Alex Hämmerli
Senior Public Relations Manager
Alex.Haemmerli@digitecgalaxus.ch

Ich bin bei Galaxus und digitec zuständig für den Austausch mit Journalistinnen und Bloggern. Gute Geschichten sind meine Leidenschaft, deshalb bin ich immer auf dem neusten Stand.


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