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Produkttest

Navimow X420E im Test: Bergsteiger mit zwölf Klingen

Der Berg ruft! Und der Mähroboter X420E von Navimow kommt. Das Gerät meistert im Test auch schwieriges Terrain mit steilen Hängen souverän.

Für diesen Mähroboter brauche ich einen anderen Garten. Mein topfebener 100-Quadratmeter-Rasen ist für den X420E keine würdige Herausforderung. Ein Messi spielt ja auch nicht in der Challenge League. Also fahre ich mit dem noch verpackten Mähroboter ins Zürcher Oberland. Dort wohnt Christoph, ein guter Kollege. Er wohnt in einem Haus am Hang: 50 bis 70 Prozent Steigung gibt es auf seinem Rasen plus steile, enge Passagen, insgesamt 130 Quadratmeter Spielwiese für den X420E.

Das ist viel Rasen, aber laut Spezifikationen könnte der Navimow-Bolide noch mehr:

  • Flächen bis 2000 Quadratmeter
  • Steigungen von bis zu 84 Prozent
  • Multi-Zonen-Management
  • Ladezeit von 90 Minuten
  • Laufzeit von 90 Minuten
  • 12 Klingen, insgesamt 43 Zentimeter Schnittbreite
  • Hindernis- und Objekterkennung mit KI
  • Sensoren für Regen und Dunkelheit
  • Diebstahlschutz

Die auf dem Papier beeindruckenden Leistungsdaten haben ihren Preis: um die 2000 Franken. Kurzum: Segway Navimow spielt mit seinen Robotern der X-Klasse eindeutig in der Oberklasse. Dort, wo es um Flächen ab 1500 Quadratmeter aufwärts geht. Konkurrenzmodelle sind zum Beispiel der Husqvarna Nera oder der Landroid Vision L1600 von Landroid.

Installation und Einrichtung

Der X420E kommt mit einer Ladestation, wo der Mähroboter seinen Parkplatz hat. Es ist ein grosser Parkplatz. Das Gerät ist 85 Zentimeter lang und 61 Zentimeter breit. Eine Garage ist nicht dabei. Es gibt sie als Zubehör.

Beim Aufbau bin ich froh, dass wir zu zweit sind. Besagter Kollege Christoph und ich. Der X420E wiegt fast 30 Kilogramm. Hätte ich ihn alleine aus dem Karton wuchten müssen, hätte ich direkt einen Termin beim Chiropraktiker buchen können.

Nach dem Aufbau stehen wir beeindruckt vor dem Gefährt. Christoph benennt den X420E spontan um: Er heisst bei ihm ab sofort «Tumbler», wie Batmans Gefährt aus der 2005er-Verfilmung «Batman Begins». Regisseur Christopher Nolan hat damals das Fahrzeug als «Kreuzung aus Lamborghini und Hummer» bezeichnet. Das trifft es gut.

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Auffällig ist das Kameramodul des Mähroboters: Es sitzt erhöht auf dem robusten Gehäuse. Damit hat der X420E eine 360-Grad-Sicht. Diese ermöglicht ihm, sich im Einsatzgebiet zurechtzufinden. Der Navimow-Mäher kommt ohne Begrenzungskabel aus – diese Technik ist ohnehin von gestern, wie ich finde. Stattdessen helfen eine integrierte Antenne und die Rundum-Kameras bei der Navigation. Eine separate RTK-Antenne ist im Lieferumfang enthalten, aber sie hat sich im Test als unnötig erwiesen. Auch unter Bäumen findet der Mähroboter problemlos den Weg. Hier genügen ihm die Kamerasicht sowie der Tiefensensor oder er nutzt Korrekturdaten, die er per Mobilfunk über das Net-RTK-Modul bezieht.

Mit insgesamt drei Kameras, zwei davon an den Seiten, und einem Tiefensensor erfasst der X420E das Gelände.
Mit insgesamt drei Kameras, zwei davon an den Seiten, und einem Tiefensensor erfasst der X420E das Gelände.

Erfassung des Arbeitsbereichs

Nach dem Auspacken und Aufbauen sind Software-Aufgaben zu erledigen: App und Firmware-Update herunterladen, Benutzerkonto einrichten, Verbindung mit dem WLAN herstellen. Das ist nach 20 Minuten erledigt. Dann darf «Tumbler» seine erste Fahrt antreten. Christoph steuert den X420E in der App auf dem iPhone. Sie zeigt virtuelle Controller-Felder. Es geht eine Runde durch den Garten respektive am Rasenrand entlang. So erfasst der Mäher den künftigen Arbeitsbereich.

Die App sagt, was beim Einrichten zu tun ist. Am einfachsten ist das automatische Erfassen des Arbeitsbereichs – aber manuell wird es genauer.
Die App sagt, was beim Einrichten zu tun ist. Am einfachsten ist das automatische Erfassen des Arbeitsbereichs – aber manuell wird es genauer.

Der Mähroboter erweist sich als erstaunlich agil. Sein Wendekreis ist beachtlich klein. Die vier Räder arbeiten unabhängig voneinander und die beiden Vorderräder schaffen einen extremen Lenkeinschlag. Kleinere Mähroboter, etwa den Luba Mini 2 AWD von Mammotion, fand ich im Test weniger agil. Apropos wendig: Wendemanöver führt der X420E sehr rasenschonend aus. Trotz seines Gewichts hinterlässt er keine Spuren im Rasen.

Die Räder des X420E haben genug Profil, damit er den Hang hoch kommt.
Die Räder des X420E haben genug Profil, damit er den Hang hoch kommt.

Nach der ersten groben Erfassung erlaubt die App Anpassungen im Detail. Einmal erfasste Grenzlinien können nach Antippen verschoben werden. So wird der zunächst grosszügige Randbereich kleiner, in dem das Gras ungemäht bleibt. Ein rund 15 Zentimeter breiter Streifen Gras bleibt am Zaun dennoch übrig. Denn der X420E hat weder eine Randschnittscheibe noch einen ausfahrbaren Mähteller. Solche Features sollen einige für 2027 angekündigte Modelle haben. Bis dahin hilft nur der Griff zum Trimmer.

Cleveres Verhalten am Hang

Christophs Garten bietet alles, was das Testerherz begehrt: enge Passagen, Rabattensteine und Holzpalisaden als Abgrenzung, Übergänge zu Pflanzflächen, über den Rasen wuchernde Büsche, enge Winkel und extrem steile Hänge. Es geht wild bergauf und bergab.

Aber «Tumbler» erweist sich als kraftvoll und clever. Statt sich kopfüber den Hang hinabzustürzen, fährt er die steilsten Stellen seitlich an. Der Allradantrieb mit Traktionskontrolle in Kombination mit dem guten Reifenprofil macht ihn zu einem wahren Kletterkünstler. So bewältigt der X420E den Hang fast so elegant wie Luis Trenker einst die Gipfel.

Während des Tests hat sich der Segway Navimow X420E kein einziges Mal irgendwo festgefahren, sich verirrt oder die Ladestation nicht gefunden. Er ist also ein sehr zuverlässiger Arbeiter. Es lohnt sich allerdings, das Gelände am Anfang sorgfältig zu kartieren und problematische Stellen zu identifizieren, damit der Mäher keine Aussetzer hat.

Auf Christophs Rasen ist das zum Beispiel ein fast 100 Prozent steiles Rasenstück. Hier würde der X420E an seine Grenze stoßen und abrutschen, was bei einer Herstellerangabe von maximal 84 Prozent Steigung auch zu erwarten ist. Also richten wir eine Sperrzone ein.

Also, als Grashalm würde mir die Frontansicht schon einmal Respekt einflössen.
Also, als Grashalm würde mir die Frontansicht schon einmal Respekt einflössen.

Breiter Mähstreifen und solider Akku

Für einen Mähdurchgang braucht «Tumbler» etwa 50 Minuten. Er zieht dabei Bahnen, was viel Zeit spart im Vergleich zum Chaos-Prinzip günstigerer Mähroboter. Die zwölf Klingen auf den beiden Mähtellern sorgen für einen extrem breiten Mähstreifen: 43 Zentimeter. Zum Vergleich: Kompakte Mähroboter schaffen mit drei Klingen bestenfalls 20 Zentimeter.

Mit vollem Akku läuft der X420E etwa 90 Minuten, danach lädt er etwa genauso lang wieder auf. Das sind eher durchschnittliche Werte, was aber im Alltag kaum eine Rolle spielt. Mir jedenfalls ist egal, wie lange am Tag mein Mähroboter seiner Arbeit nachgeht.

Einstellungen und Kamera-KI

Ich könnte es in der App nachschauen, wenn ich es wissen wollte. Hauptsächlich aber dient die App dazu, eine Vielzahl von Einstellungen zu machen, zum Beispiel:

  • Die Schnitthöhe kann von 20 bis 70 Millimeter stufenlos definiert werden. Dazu hat der Mähroboter einen kleinen Elektromotor.
  • Die Richtung der Bahnen kann variiert werden, zum Beispiel in Nord-Süd-Richtung oder im Schachbrettmuster. Der Mäher variiert hier auf Wunsch auch automatisch.
  • Im Nachtmodus mäht der X420E besonders leise. Es ist aber zum Schutz von Igeln sinnvoll, Mähroboter nur tagsüber arbeiten zu lassen.
  • Der Mähroboter kann in verschiedenen Modi arbeiten: Standard-, Effizient- oder Präzisionsmodus. In letzterem fährt er Kanten langsamer und genauer an und bearbeitet Ecken besser.

Bei der Hindernis- und Geländeerkennung spielen die Kameras ihre Stärken aus. Sie identifizieren sehr gut, was zu mähen ist. Die KI ist übrigens so clever, dass sie einen Löwenzahn nicht als Hindernis erkennt, sondern ihn abmäht. Auch einzelne braune Stellen im Rasen erkennt der X420E als Teil des Arbeitsbereichs. Dümmere Mähroboter stoppen vor so etwas auch gerne und umfahren es weiträumig. Bei Segway Navimow kann ich in der App natürlich trotzdem Sperrzonen einrichten – für den Fall, dass ich das braune Stück gerade neu angesät habe.

Qualität und Verarbeitung

Im insgesamt 18-wöchigen Testeinsatz war der Mähroboter Hitze und Sonne ausgesetzt, ohne erkennbare Folgen für das Material. Der schwarze Kunststoff ist zwar an den sehr sonnigen Tagen richtig heiss geworden, aber es gibt bisher weder Risse noch ist etwas ausgeblichen.

Die Klingen halten lange durch und schneiden das Gras eine ganze Saison. Jedenfalls habe ich sie bisher nicht gewechselt.

Wenn der Klingentausch ansteht, ist das beim X420E eine einfache Arbeit und dauert laut Anleitung höchstens 15 Minuten. Bei der Gelegenheit könnte ich den X420E dann auch gleich mit dem Gartenschlauch einmal abspritzen. Ja, ich werde «Tumbler» nach dem Sommer ein wenig pflegen. Er hat es sich verdient.

Hier begegnet der Mähroboter den Mähenden auf der anderen Seite des Zauns.
Hier begegnet der Mähroboter den Mähenden auf der anderen Seite des Zauns.

Fazit

Kletterfreudiges Batmobil für grosse Gärten

Der X420E von Segway Navimow ist ein wahres Kraftpaket für grosse und steile Gärten. Er klettert dank Allradantrieb Hänge hoch, an denen andere Mähroboter scheitern, manövriert präzise durch enge Passagen und hat sich im 18-wöchigen Test nie verirrt. In der App lässt sich vieles einstellen, von der Himmelsrichtung der Bahnen bis zur Schnitthöhe. Einziger echter Wermutstropfen: Am Zaun bleibt ein Streifen stehen, der Trimmer hat also noch nicht ausgedient. Trotzdem ist der X420E sein Geld wert und macht in der Preisklasse um die 2000 Franken den etablierten Mährobotern von Husqvarna und Co. ernsthaft Konkurrenz.

Pro

  • hochwertige Verarbeitung
  • mäht dank zwei Mähtellern viel Fläche in kurzer Zeit
  • umfangreiche Einstellungsmöglichkeiten
  • rasenschonende Wendemanöver
  • trotz seiner Grösse sehr wendig
  • zuverlässige Navigation auf der Rasenfläche
  • meistert steile Hänge

Contra

  • grosses und schweres Gerät
  • Randstreifen von etwa 15 Zentimetern Breite
Produktbild Segway-Navimow X420E (2000 m², Ohne Begrenzungskabel)
Mähroboter

Segway-Navimow X420E

2000 m², Ohne Begrenzungskabel

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Journalist seit 1997. Stationen in Franken, am Bodensee, in Obwalden und Nidwalden sowie in Zürich. Familienvater seit 2014. Experte für redaktionelle Organisation und Motivation. Thematische Schwerpunkte bei Nachhaltigkeit, Werkzeugen fürs Homeoffice, schönen Sachen im Haushalt, kreativen Spielzeugen und Sportartikeln. 


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