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Kim Mutinga
Produkttest

Screenshots für die Ohren: Nothing Ear (3a) im Test

Nothings günstige Kopfhörer sind beim Klang und bei der Geräuschunterdrückung fast so gut wie ihr teureres Schwestermodell. Trotz günstigem Preis gibt es mit «Audio-Screenshots» ein neues Zusatz-Feature.

Die Nothing Ear (3a) sind gute Kopfhörer, aber auch ein Audio-Notizbuch. Mit ihnen kann ich bis zu 60 Sekunden lange Clips vom Podcast oder der Musik, die ich gerade höre, aufnehmen. Sogar ganze Telefonate oder Calls können aufgezeichnet und später transkribiert werden.

Die größte Neuerung, die Audio-Schnappschüsse, sieht man den Ear (3a) nicht an.
Die größte Neuerung, die Audio-Schnappschüsse, sieht man den Ear (3a) nicht an.

Aufnehmen und transkribieren

Die Aufnahme mit den Ear (3a) starte ich unkompliziert, indem ich den Schaft beider Hörer gleichzeitig drücke. Das ist eine neue Geste in der typischen Bedienung der In-Ears von Nothing, die schon immer auf Zusammendrücken reagieren. Höre ich Musik, einen Podcast oder Ähnliches, nehmen sie das für den eingestellten Zeitraum auf: Das nennt sich Audio-Schnappschuss oder Audio Snapshot auf Englisch. Befinde ich mich in einem Anruf oder Videocall, zeichnen sie diesen sogar für bis zu zwei Stunden auf. Die Gesprächspartner werden dann über eine kurze Durchsage über die beginnende Aufnahme informiert. Diese Funktion nennt Nothing «Call Recording».

Für die Aufzeichnungen stehen 32 Megabyte Speicher in den Hörern zur Verfügung. Der finale Speicherort ist aber das Smartphone. Zugriff erhalte ich über die Nothing-X-App, von der aus ich die Wav-Dateien auch teilen kann. In dieser muss ich mich mit meinem Nothing-Account anmelden, um die Aufzeichnungen überhaupt starten zu können. Ich kann die Kopfhörer aber nicht als Mikrofon nutzen, um die Umgebung oder mich alleine aufzuzeichnen.

Optionen und Warnhinweise für die Audio-Schnappschüsse in der Nothing-X-App.
Optionen und Warnhinweise für die Audio-Schnappschüsse in der Nothing-X-App.

Für die Audio-Schnappschüsse lege ich in der App einen Zeitraum zwischen 30 und 60 Sekunden fest. Diese Dauer halten sie fest ein und lassen sich auch nicht vorher beenden. Ich kann zudem auswählen, dass die Aufnahme bis zu 30 Sekunden in der Vergangenheit startet. Dafür legen die Kopfhörer dann laufend Daten im Zwischenspeicher ab. Ich muss nicht zurückspulen, wenn eine wichtige Stelle kommt. Die Funktion belastet die Batterien der Hörer aber natürlich stärker.

Für die Audio-Schnappschüsse kann ich die Tonqualität auswählen. Ohne weitere Details stehen «Standard» und «Pro» zur Wahl. Die Aufzeichnungen klingen auch in Pro-Qualität dumpfer als der Originalton. Es ist aber alles zu verstehen und das ist das Wichtigste. Die Aufnahmen sollen nicht den besten Sound bieten, sondern als Audio-Notizen und als Quelle für die Transkription dienen.

Die Ear (3a) gibt es auch in weniger auffälligen Farben wie Schwarz und Weiß. Die gelbe Variante ist dann aber wieder ein Hingucker.
Die Ear (3a) gibt es auch in weniger auffälligen Farben wie Schwarz und Weiß. Die gelbe Variante ist dann aber wieder ein Hingucker.

Für die Transkription bietet Nothing drei Varianten an. Die offline funktionierenden Standardmodelle sind kostenlos und erfordern ca. 250 und 140 Megabyte große Downloads. Ich kann mich zwischen langsam und präzise oder schneller und nicht so genau entscheiden. Die dritte Option «Pro» kombiniert schnell und präzise, und ist kostenpflichtig. Beim Kauf der Ear (3a) sind aber je 120 Minuten pro Monat für die ersten drei Monate zum Ausprobieren inkludiert.

Das präzise Standardmodell benötigt knapp 20 Sekunden für eine 30-Sekunden-Aufnahme. Die Transkription ist in Ordnung, aber noch lange nicht perfekt. Die Pro-Version ist kaum schneller, liefert aber deutlich bessere Ergebnisse.

Die kostenlose Transkription (links) ist nicht so gut, wie die nach drei Monaten kostenpflichtige Pro-Version. Jeder Audioschnipsel lässt sich nur einmal transkribieren.
Die kostenlose Transkription (links) ist nicht so gut, wie die nach drei Monaten kostenpflichtige Pro-Version. Jeder Audioschnipsel lässt sich nur einmal transkribieren.

Auch wenn die Audio-Schnappschüsse eine Nischenanwendung sind: Ich mag diese kleinen Extras, die Nothing seinen Kopfhörern verpasst. Selbst wenn ich sie beim Ausprobieren als wenig hilfreich erachte, wie das «Super Mic» der Ear (3), erkenne ich an, dass der Hersteller neue Dinge ausprobiert. Bei den Audio-Schnappschüssen kann ich mir vorstellen, dass mehr Leute dafür Verwendung finden als für das «Super Mic».

Besser als der Vorgänger, kaum schlechter als die teure Variante

Gegenüber den Vorgängern Ear (a) bieten die Nothing Ear (3a) zahlreiche Veränderungen und Verbesserungen: So unterstützen sie jetzt Static Spatial Audio und die Lautsprecher messen zwölf statt elf Millimeter im Durchmesser. Die Geräuschunterdrückung wurde auf «Wideband ANC» erweitert, bleibt aber bei einer Reduzierung um 45 Dezibel. In der App findest du jetzt auch einen erweiterten Equalizer, bei dem du acht Frequenzbänder einstellen kannst. Nothing erhöht außerdem die Bluetooth-Version auf 6.0, von 5.3 beim Vorgänger.

Die Akkus der Ear (3a) sind mit 55 statt 46 mAh etwas größer und halten ohne ANC etwa eine halbe Stunde länger durch. Das Gehäuse ist jetzt, wie die Hörer, gemäss IP54-Standard vor Spritzwasser geschützt. Ein Statuslicht aus drei LEDs leuchtet im Kopplungsmodus anders als bei der Installation von Updates oder beim Laden der Hörer. Falls du kleine Ohren hast: Zum Lieferumfang gehört ein vierter, kleinerer Aufsatz für die Hörer.

Das Statuslicht befindet sich im Gehäuse.
Das Statuslicht befindet sich im Gehäuse.

Die Nachteile gegenüber den teureren Ear (3) sind überschaubar:

  • Nur Kunststoff und kein Edelstahl oder Aluminium in Gehäuse oder Hörern. Damit kann ich leben.
  • ANC der Ear (3a) nur adaptiv und nicht «Real Time Adaptive», was für mich im Alltag vernachlässigbar ist.
  • Das «Super Mic» ist weg und ich vermisse es nicht.
  • In den Ear (3) verbaut Nothing «custom dynamic driver», in den Ear (3a) nur «custom driver».

Guter Sound, brauchbare Geräuschunterdrückung und gewohnte Bedienung

Die Qualitätsunterschiede zwischen den Nothing Ear (3) und den Ear (3a) können gemessen werden, beim Hören sind sie für mich aber so gering, dass sie im Alltag keine Rolle spielen. Für den Sound lohnt es sich meiner Meinung nach nicht, zum teureren Modell zu greifen.

Die Ear (3a) überzeugen mich mit einer klaren Wiedergabe von Stimmen. Bei der Musik sind die Höhen und Mitten nuanciert und gut wahrnehmbar. Der Bass ist etwas schwach, liegt für diese Art Kopfhörer aber im Rahmen.

Im Ohr fallen selbst die pinken Ear (3a) kaum auf.
Im Ohr fallen selbst die pinken Ear (3a) kaum auf.
Quelle: Kim Mutinga

Die aktive Geräuschunterdrückung macht die Umgebung hörbar leiser. So kann ich etwa Podcasts an der Hauptverkehrsstraße hören, ohne die Lautstärke unangenehm hochzuschrauben. Sie schotten mich aber nicht so krass ab, wie die deutlich teureren Soundcore Liberty 5 Pro.

Bei der Bedienung setzt Nothing auf sein bewährtes Konzept. Ich muss die Stäbchen der Hörer drücken: einmal, mehrmals oder gedrückt halten. Die genaue Belegung kann ich in der Nothing-X-App anpassen. Dort kann ich außerdem den Sound mit zwei unterschiedlich detaillierten Equalizern anpassen sowie Presets von anderen importieren oder meine exportieren und anderen zur Verfügung stellen.

Fazit

Es gibt keinen Grund, mehr Geld für einen Kopfhörer auszugeben

Für die meisten Menschen ist der Nothing Ear (3a) völlig ausreichend. Für sie lohnt es sich nicht, mehr Geld für einen In-Ear-Kopfhörer auszugeben. Ihr Sound und ihre Geräuschunterdrückung sind besser als bei ganz günstigen Modellen und bleiben hinter teureren Geräten nur so wenig zurück, sodass sich der Aufpreis dafür selten lohnt.

Mit den Audio-Schnappschüssen und der Aufzeichnung von Anrufen und Videocalls hat sich Nothing zudem mal wieder eine Funktion überlegt, die die Ear (3a) von anderen Kopfhörern abhebt. Die Aufnahme funktioniert gut, aber für eine brauchbare Transkription musst du am Ende zahlen.

Pro

  • guter Klang, brauchbare Geräuschunterdrückung
  • viele Verbesserungen gegenüber Vorgängermodell
  • Audio-Schnappschüsse können hilfreich sein

Contra

  • kostenlose Transkription noch mittelmäßig
Nothing Ear (3a) (ANC, 4.50 h, Kabellos)
Kopfhörer
Neu
EUR139,–

Nothing Ear (3a)

ANC, 4.50 h, Kabellos

Titelbild: Kim Mutinga

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Als Grundschüler saß ich noch mit vielen Mitschülern bei einem Freund im Wohnzimmer, um auf der Super NES zu spielen. Inzwischen bekomme ich die neueste Technik direkt in die Hände und teste sie für euch. In den letzten Jahren bei Curved, Computer Bild und Netzwelt, nun bei Digitec und Galaxus. 


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