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Trump sagt «Ja» zu Paramounts Warner-Deal

Luca Fontana
15.6.2026

Acht Monate Prüfung, Milliarden auf dem Spiel und ein Bieterkrieg wie aus dem Lehrbuch: Jetzt hat Paramount die wichtigste Hürde genommen. Fertig erzählt ist die Warner-Saga aber noch nicht.

Wer kriegt am Ende Warner Bros. Discovery? Die Saga hat seit Oktober 2025 mehr Akte als Odysseus’ Heimreise: einen Bieterkrieg, politische Einmischung, eine Aktionärsabstimmung, eine Klage und sogar eine seltene Niederlage für Netflix.

Jetzt gibt es ein weiteres Kapitel: Das US-Justizministerium hat die geplante Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount Skydance ohne Auflagen genehmigt. Die Übernahme schade weder dem Wettbewerb im Streaming-Geschäft noch der Filmproduktion oder den US-Konsumentinnen und -Konsumenten. Zu diesem Schluss kamen die Behörden nach monatelanger Kartellprüfung.

Aber fertig ist der Poker noch nicht.

Was bisher geschah – die sehr kurze Fassung

Für alle, die zwischendurch ausgestiegen sind: Warner Bros. Discovery stand ab Oktober 2025 zum Verkauf. Netflix sicherte sich zunächst den Deal und wollte 82,7 Milliarden Dollar für Filmstudio, HBO und Streaming-Geschäft zahlen.

Paramount konterte mehrmals, unter anderem sogar mit einem feindlichen Gegenangebot und bot stets für den gesamten Konzern, also auch für lineare TV-Sender wie CNN. Nach monatelangem Tauziehen, einer Klage und neun (!) Angeboten entschied sich der Warner-Verwaltungsrat letztlich doch für Paramount. Der Deal: 31 Dollar pro Aktie, vollständig in bar, Gesamtwert rund 111 Milliarden Dollar.

Netflix zog sich daraufhin zurück und erklärte, der Deal sei «nice to have» gewesen, aber kein «must have». Klingt nach Ausflüchten eines schlechten Verlierers. Wäre der Deal zustande gekommen, wäre Netflix nicht einfach gewachsen – der Konzern wäre zum wohl mächtigsten Content-Besitzer der modernen Unterhaltung geworden. Netflix, HBO, Warner Bros., DC «Harry Potter» und «Lord of the Rings» unter einem Dach. Das ist keine Nebensache.

Nachdem die Warner-Aktionäre dem Paramount-Deal Ende April zugestimmt haben, fehlt nur noch das Okay von den Kartellbehörden auf allen wichtigen Märkten.

Keine Auflagen. Überraschend? Nicht wirklich.

Jetzt hat es also grünes Licht von der Trump-Regierung gegeben, und das sogar ohne Auflagen. Klingt nach einem grossen Moment – und formal ist es das auch. Die Behörde hat nicht etwa verlangt, dass Paramount bestimmte Sender abstossen oder Lizenzen freigeben muss, um kein neues Monopol der Unterhaltungsbranche zu werden. Der Deal wurde einfach durchgewunken.

Ein Schock ist das trotzdem nicht. Denn im Vergleich zur alternativen Variante, nämlich dem Netflix-Deal, hat ein Paramount-Warner-Konzern deutlich weniger kartellrechtliche Sprengkraft. Netflix wäre zum grössten Streaming-Ökosystem der Welt und damit zur unangefochtenen Content-Supermacht aufgestiegen – ein Szenario, das Regulierungsbehörden weltweit erheblich mehr Kopfzerbrechen bereitet hatte.

Paramount hingegen ist im klassischen Hollywood-Studiobetrieb verankert, nicht im Streaming-Monopol-Geschäft. Aus Kartellperspektive sieht die Übernahme nach «Old Hollywood trifft Old Hollywood» aus, und das ist weniger bedrohlich als «Streaming-Gigant schluckt alles».

Die politische Sprengkraft dieses Deals

Und dann ist da noch CNN. Der Trump-kritische Nachrichtensender gehört zum linearen TV-Geschäft von Warner und landet bei Paramount unter dem Dach der Ellison-Familie, deren Patriarch Larry Ellison als enger Vertrauter von US-Präsident Trump gilt. Kritikerinnen und Kritiker befürchten, dass CNNs redaktionelle Unabhängigkeit nun unter Druck geraten könnte.

Tatsächlich hatte Trump selbst im Dezember öffentlich angekündigt, sich in die regulatorische Prüfung einmischen zu wollen – ein in der US-Geschichte höchst ungewöhnlicher Vorgang, der die politische Dimension dieses Deals unterstreicht. Dass seine Regierung der Übernahme jetzt grünes Licht gab, dürfte in dieser Konstellation nicht alle beruhigen.

Der Deal soll laut Plan im dritten Quartal 2026 abgeschlossen werden. Ob das klappt, hängt jetzt vor allem von Kalifornien und Europa ab. Für Warner, HBO, DC und «Harry Potter» beginnt die Uhr zu ticken – wortwörtlich, denn ab dem 1. Oktober zahlt Paramount eine Verzugsprämie von 0,25 Dollar pro Aktie und Quartal. Das sind rund 650 Millionen Dollar alle drei Monate.

Motivation genug, um schnell zu sein.

Trotzdem: Es ist noch nicht (ganz) vorbei

Die Freigabe durch Trumps Justizministerium war die wichtigste Hürde, aber nicht die letzte. Mehrere US-Bundesstaaten prüfen noch rechtliche Schritte. Besonders Kalifornien gilt als potenzielle Problemzone: Der Bundesstaat könnte klagen und den Deal um bis zu sechs bis acht Monate verzögern – eine einstweilige Verfügung würde reichen, um den geplanten Abschluss im dritten Quartal 2026 zu kippen.

Parallel dazu läuft noch die Prüfung durch europäische Wettbewerbsbehörden. Deutschland und Slowenien haben den Deal bereits freigegeben, die EU-Kommission hat zwar die Unterlagen, aber eine Entscheidung steht noch aus. Allerdings ist auch hier nicht mit grösseren Hürden zu rechnen. Schliesslich hat Paramount im Vergleich zu einem Netflix-Warner-Giganten eine deutlich geringere Marktmacht in Europa.

Titelbild: Shutterstock

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Ich schreibe über Technik, als wäre sie Kino, und über Filme, als wären sie Realität. Zwischen Bits und Blockbustern suche ich die Geschichten, die Emotionen wecken, nicht nur Klicks. Und ja – manchmal höre ich Filmmusik lauter, als mir guttut.


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