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Marcos Castillo/Shutterstock
Ratgeber

Warum nicht jede Wunde gleich behandelt werden sollte und wie du’s richtig machst

Anna Sandner
7.9.2026

Bei einer Schramme ist oft der erste Impuls: irgendetwas drauf, damit’s schneller heilt. Doch ob Salbe, Desinfektionsmittel oder Spezialpflaster tatsächlich sinnvoll sind, hängt weniger vom Produkt als von der Verletzung ab.

Gestürzt, Knie aufgeschürft. Mit dem Messer abgerutscht, in den Finger geschnitten. Oder in neuen Schuhen eine Blase gelaufen: Viele kleine Alltagswunden kannst du leicht selbst behandeln. Doch was hilft wann am besten? Auswaschen, desinfizieren, Salbe oder Hydrogel, trocknen lassen oder feucht verarzten? In diesem kleinen Ratgeber kommen die Antworten.

Schnitt- oder Schürfwunde: spülen, Pflaster, fertig

Wasch dir zuerst die Hände. Dann spülst du die Wunde mit sauberem, fließendem Wasser aus und entfernst sichtbaren Schmutz vorsichtig. Blutet sie, drück mit einer sterilen Kompresse oder einem sauberen, fusselfreien Tuch gleichmäßig darauf – und schau nicht alle paar Sekunden nach, ob es schon vorbei ist.

Lässt die Blutung nach, reicht meist ein Pflaster oder eine sterile Wundauflage. Und dann bist du im Grunde auch schon fertig. „Muss die Wunde nicht noch desinfiziert werden? “, fragst du dich jetzt vielleicht. Bei kleineren, sauberen Wunden kannst du das Desinfektionsmittel getrost im Schrank stehen lassen, viele Mittel reizen nur unnötig die Haut. Ist die Wunde allerdings stark verschmutzt oder besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko, kann ein geeignetes Wundantiseptikum sinnvoll sein.

Salbe, Gel, Pflaster oder alles?

So mancher Badschrank mit Wundmitteln sieht aus, als bräuchte jede Schramme ihre eigene Spezialbehandlung. In Wirklichkeit genügt oft eine passende Abdeckung zum Schutz, den Rest übernimmt dein Körper selbst.

MittelWann es passtWann lieber nicht
Pflaster oder sterile Kompressekleine Schnitte und Schürfwunden; Schutz vor Schmutz und Reibungbei tiefen, klaffenden oder stark blutenden Wunden
nicht haftende Wundauflagegrößere Schürfwunden und offene Blasen; sie klebt weniger festbei Wunden, die ärztlich versorgt werden müssen
HydrokolloidpflasterReibungsblasen sowie oberflächliche, nicht infizierte Wunden mit wenig Wundsekretbei entzündeten, stark nässenden oder unklar tiefen Wunden
Hydrogeltrockene, wenig nässende oberflächliche Wunden; meist als Teil einer Wundauflagebei stark nässenden oder infektionsverdächtigen Wunden; für kleine Alltagsschnitte meist überflüssig
fettige Wund- oder Heilsalbetrockene, bereits heilende Hautfrische, nässende oder verschmutzte Wunden
Antibiotikasalbe nur nach medizinischer Empfehlungnicht vorsorglich auf jede Wunde
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Blase gelaufen: Haut dranlassen

Eine geschlossene Reibungsblase hat ihr Pflaster schon dabei: die Haut darüber. Lass sie möglichst zu, nimm Druck von der Stelle und gib dem schuldigen Schuh eine Pause.

Wenn du trotzdem weiterlaufen musst, kann ein Hydrokolloid-Blasenpflaster helfen. Ist die Blase aufgegangen, wasch sie vorsichtig ab, lass die verbliebene Haut zum Schutz dran und versorge sie mit einer nicht haftenden Wundauflage oder einem passenden Blasenpflaster.

Verbrennung: kühlen, nicht herumprobieren

Eine kleine Verbrennung oder Verbrühung solltest du möglichst schnell für 20 Minuten unter kühles bis lauwarmes, fließendes Wasser halten. Eis und eiskaltes Wasser sind keine gute Idee, weil sie die Haut zusätzlich schädigen können. Ein kühlendes Brandgel oder eine spezielle Hydrogel-Auflage ist kein Ersatz fürs Kühlen unter dem Wasserhahn, es kann danach aber angenehm sein und Schmerzen lindern.

Nach dem Kühlen kannst du die Stelle falls nötig locker mit einer sterilen, fusselfreien Auflage oder sauberer Frischhaltefolie schützen. Butter, Öl, Zahnpasta und andere kreative Hausmittel lässt du besser weg.

Wann besser ärztlich abklären?

Wenn die Blutung trotz festem Druck nicht stoppt, die Wunde sehr tief oder stark verschmutzt ist oder etwas darin steckt, lass sie lieber ärztlich anschauen. Genauso, wenn die Stelle zunehmend rot, warm, geschwollen oder schmerzhaft wird, eitert, rote Streifen sichtbar werden oder Fieber dazukommt.

Bildet eine Verbrennung Blasen, ist sie offen oder größer, heißt es ebenfalls ab in die Arztpraxis. Das gilt auch für chemische und elektrische Verbrennungen.

Bei tiefen oder verschmutzten Wunden lohnt außerdem ein Blick in den Impfpass: Ist dein Tetanusschutz unklar oder nicht aktuell, frag zeitnah in einer Arztpraxis oder Apotheke nach.

Titelbild: Marcos Castillo/Shutterstock

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Wissenschaftsredakteurin und Biologin. Ich liebe Tiere und bin fasziniert von Pflanzen, ihren Fähigkeiten und allem, was man daraus und damit machen kann. Deswegen ist mein liebster Ort immer draußen – irgendwo in der Natur, gerne in meinem wilden Garten.


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