Adventskalender geöffnet: Ein Knochen, eine Bürste – das Kalenderkonzept funktioniert nicht

Oliver Fischer
Oliver Fischer
Zürich, am 12.11.2021

Wir testen für dich Adventskalender. Wir durften alle Türchen schon im Oktober aufmachen. So weisst du, ob ein Kalender sich für dich lohnen könnte.

Vor ein paar Wochen sind wir vermeintlich auf eine gute Idee gekommen. Wir testen Adventskalender aus unserem Shop. Das Problem: Wir haben an die 1000 verschiedene Adventskalender im Sortiment. Also haben wir uns aufs Geratewohl hinaus für eine zufällige Auswahl entschieden.

Was verspricht dir der Hersteller?

In der Produktbeschreibung wird die Geschichte einer Tierärztin erzählt, die drei Pferde vor einer Show untersucht. Über den Befund, dass alle Tiere gesund seien, freuten sich neben den Pferden auch Katze, Kaninchen und Eichhörnchen. Einmal abgesehen davon, dass die Story für die beschenkten Kinder komplett irrelevant ist, stammt die Beschreibung mutmasslich von einem Kalender vergangener Jahre. Denn auf der Verpackung sind weder Kaninchen noch Eichhörnchen abgebildet, dafür ein Hund und ein Küken.

Was kann er?

Drin ist, was drauf ist. Hinter den 24 Türchen verstecken sich genau jene Spielsachen, die auf der Schachtel zu sehen sind. Das heisst, dass man an vielen Tagen ein einziges, winziges Ding bekommt, das für sich allein ziemlich langweilig ist – etwa eine «Bürste», um die Pferde zu striegeln, einen winzigen Hundeknochen oder einen einzelnen roten Stab, den man ohne den Fuss (der kommt erst später) nicht aufstellen kann. Hat man am Ende das ganze Set beieinander, macht das kleinen Pferdenarren und -närrinnen sicher Spass. An manchen Tagen ist die Enttäuschung ob des langweiligen Minigeschenkes aber vorprogrammiert.

Für wen ist das das Richtige?

Angeschrieben ist er für Kinder von fünf bis zwölf. Ab fünf macht Sinn, weil viele Objekte sehr klein sind und man sich gut daran verschlucken könnte und weil sie ohne eine einigermassen ausgebildete Feinmotorik nicht wirklich brauchen kann. Bis zwölf scheint mir allerdings sehr optimistisch, da kann ich mir selbst bei den grössten Pferdefans nicht vorstellen, dass das noch ein cooles Geschenk ist. Fünf bis acht oder neun wäre meine geschätzte Prognose. Und ausser den Pferden und der Reiterin dürften die übrigen Sachen sehr schnell ihren Reiz verlieren.

Bilder: Oliver Fischer
Bilder: Oliver Fischer

Ist er sein Geld wert?

Ein Schleich Pferd mit Reiter:in kostet als Einzelstück um 20 Franken. Knapp 30 Franken für zwei zusätzliche Fohlen ist damit günstiger als alles einzeln zu kaufen. Dazu kommen weitere Kleinobjekte. Nüchtern betrachtet stimmt das Preisleistungsverhältnis. Als Adventskalender funktioniert das aber nach meiner Meinung (und der meiner Tochter) nicht so richtig, weil an zu vielen Tagen nichts Cooles dazu kommt. Da verschenkt man besser gleich einige Einzel-Objekte als Weihnachtsgeschenk.

Bewertung: 12 von 24 möglichen Türchen.

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Oliver Fischer

Weltenbummler, Wandersportler, Wok-Weltmeister (nicht im Eiskanal), Wortjongleur und Foto-Enthusiast.


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