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Michelle Brändle
Ratgeber

Deckende Farben ohne Kleckern: 4 Acryl-Brush-Pens im Vergleich

Acrylmalerei ohne Pinsel, Wasserglas und Farbpalette? Acryl-Marker mit Pinselspitze machen es möglich. Ich habe vier beliebte Brands getestet und zeige dir, welche Stifte wirklich decken – und bei welchen dir schnell die Laune vergeht.

Ich liebe die kräftigen, leuchtenden Farben von Acryl. Was ich weitaus weniger liebe, ist das Drumherum: Tuben aufdrehen, Farben auf der Palette mischen, Pinsel auswaschen sowie die ständige Angst, das Lieblingsshirt mit unentfernbaren Flecken zu ruinieren.

Kurz: Malen mit klassischer Acrylfarbe ist herrlich kreativ, aber eben auch eine ziemliche Sauerei – und für unterwegs absolut ungeeignet.

Hier kommen Acryl-Marker ins Spiel. Sie verbannen die deckende Farbe sauber in einen Stift. Wer beim Zeichnen jedoch nicht auf die Dynamik und Flexibilität von echten Pinselstrichen verzichten will, greift zu Brush-Pens mit flexibler Spitze. Doch funktionieren die feinen Spitzen auch auf rauen Oberflächen?

Mit Acryl-Brush-Pens kann ich flexibel illustrieren.
Mit Acryl-Brush-Pens kann ich flexibel illustrieren.

Zenacolor: die günstigen

Bei Zenacolor bekomme ich ein riesiges Paket mit 72 Markern. Mit einem Stückpreis von aktuell knapp 70 Rappen (beziehungsweise Cent) ist das Set das absolute Schnäppchen in diesem Vergleich. Praktisch ist zudem die Verpackung: Die Stifte sind in einem ausklappbaren Etui verstaut.

Einen Haken gibt es allerdings: Die Stifte sind nicht nummeriert. Ohne Farblegende ist es knifflig, gezielt bestimmte Farbkombis für ein Bild zusammenzustellen.

Zenacolor Acrylstifte-Set (72x)
Marker

Zenacolor Acrylstifte-Set

72x

Guangna Acrylic: das Grosspaket

Die Acryl-Marker von Guangna kommen in einem robusten Karton. Allerdings ist das zugleich die unübersichtlichste Verpackung im Test. Immerhin sind dennoch alle Marker am Deckel nummeriert.

Ein Pen kostet mich 1,30 Franken. Auf dem Gehäuse steht, dass man die Stifte vor Gebrauch schütteln muss, um die Pigmente gleichmässig zu verteilen. Zusätzlich liegen dem Set fünf Ersatzspitzen bei, falls eine Pinselspitze verschleisst.

Arrtx: die praktische Box

Arrtx liefert die Stifte in einem Karton-Schuber aus. Das Set besteht aus 30 Markern à 1,50 Franken. Sie sind dank der Verpackung ordentlich senkrecht angeordnet und zudem nummeriert. Ein wichtiger Tipp am Rande: Lagere deine Acryl-Marker trotzdem immer waagrecht. Hochkant gelagert laufen sie entweder aus oder die Pigmente setzen sich am Stiftende ab, sodass die Spitze austrocknen kann.

Zudem liegt ein Stickerbogen bei, auf dem alle Farben mit zugehöriger Nummer als einzelne Aufkleber drauf sind. Obwohl die tatsächlichen Farben nicht ganz den Stickern entsprechen, sind sie als Richtwert nützlich.

Arrtx Acrylmarker (30x)
Marker
EUR45,90

Arrtx Acrylmarker

30x

Ohuhu: das kleine Reisepaket

Von Ohuhu kenne ich sonst die Alkoholmarker, die ich sehr schätze. Die Acrylmarker gibt es in verschiedenen Sets. Bei meinem 24er-Etui kostet ein Pen 1,73 Franken oder Euro.

Das Set ist praktisch für unterwegs und die Stifte haben Nummerierungen. Hier hat Ohuhu gut mitgedacht: Die Nummerierungen sind seitlich am Deckel, genau dort, wo Ohuhu eine Erhöhung angebracht hat. Lege ich den Stift ab, rollt er dank dieser Kante nicht weg – und bleibt exakt so liegen, dass die Farbnummer perfekt lesbar nach oben zeigt. Wer viel zeichnet, weiss dieses unscheinbare Detail enorm zu schätzen

Zudem liegen dem Set zwei Karten bei, auf denen ich alle Stifte einmal als Referenz für später ausprobieren kann. Einmal in Schwarz und einmal in Weiss, damit ich beide Ausgangslagen abdecken kann. Allerdings muss ich die Brush-Pens jeweils vor jedem Gebrauch schütteln, damit sich die Pigmente gleichmässig verteilen. Bin ich im Malflow, könnte mich das schnell nerven.

Papiertest

Die beste Deckkraft auf Papier liefern die Guangna-Marker (auf meinen Testskizzen mit «Acrylic» beschriftet, weil der Schriftzug so dominant auf dem Stift prangt). Die Farben leuchten kräftig und passen gut zueinander. Das Malen fühlt sich angenehm an und nicht kratzig. Die Farben sind cremig und die Striche kaum erkennbar. Obwohl auf der Verpackung steht, man müsse die Stifte schütteln, bekomme ich auch ohne top Ergebnisse.

Ein grober Überblick, wie sich die vier Marken auf Papier verhalten.
Ein grober Überblick, wie sich die vier Marken auf Papier verhalten.

Arrtx bietet zwar die kleinste Farbauswahl, die Farbtöne sind allerdings gut aufeinander abgestimmt, sodass ein fertiges Bild besonders harmonisch wird. Wie bei Guangna fühlt sich das Malen dank der cremigen Farbe sehr angenehm an. Auch hier sind die Farben schön deckend und homogen.

Ohuhu liefert auch mit viel Schütteln ein zu flüssiges Malerlebnis, was die Deckkraft beeinträchtigt. Die Farben leuchten zwar schön, es entstehen je nach Farbton aber fleckige Flächen.

Am schwächsten schneidet Zenacolor ab. Mit 72 Markern ist die Auswahl zwar gross, und umfasst sogar Metallic-Töne, es ist aber extrem schwierig, die richtigen Farbzusammensetzungen zu finden. Die Farbe deckt zudem nicht und die Pinselspitzen sind trocken und kratzig. Das führt zu unsauberen, erkennbaren Strichen.

Mit den Arrtx-Markern bin ich happy, Ohuhus malen etwas fleckig.
Mit den Arrtx-Markern bin ich happy, Ohuhus malen etwas fleckig.
Zenacolor hat zwar sogar ein metallisches Silber, aber die Farben passen mässig zusammen. Guangna (Acrylic) harmonieren besser und decken schöner.
Zenacolor hat zwar sogar ein metallisches Silber, aber die Farben passen mässig zusammen. Guangna (Acrylic) harmonieren besser und decken schöner.

Glas und Stoff

Auf Glas kann ich mit den Markern ebenfalls malen, benötige bei allen allerdings zwei Schichten, damit die Farbe deckt und dauerhaft haftet. Kratzfest ist nach dem Trocknen der zweiten Schicht lediglich Ohuhu.

Auch auf Stoff male ich mit den Acryl-Pens. Zenacolor funktioniert dabei als einzige Marke gar nicht. Ohuhu und Arrtx decken sehr gut auf Weiss, Schwarz schimmert wenig überraschend auch bei dunklen Markern durch. Guangna deckt am besten und sogar Schwarz ist unter einem dunklen Blau nicht mehr sichtbar.

Fazit: Für alle Anwendungsbereiche und Untergründe

Als kurze Übersicht der Eigenschaften aller Kandidaten hier eine Tabelle – von links nach rechts aufsteigend in ihrer Qualität (nach meinem Ermessen):

Mein grosser Favorit sind die Brush-Pens von Guangna. Die Qualität überzeugt auf allen getesteten Untergründen, auch dunkles Papier und Stoff sind kein Problem. Die Konsistenz ist angenehm cremig und nicht zu flüssig. Die Farben sind kräftig, deckend und ich muss die Stifte nicht zwingend schütteln. Ausserdem sind die Marker sinnvoll nummeriert. Einzig die Verpackung ist unübersichtlich, weil die Stifte lose in einer Kartonbox kommen.

Genauso gut gefallen mir die Marker von Arrtx. Sie liegen preislich (pro Stift) zwar über Guangna, bilden aber ein praktisches, kompaktes Set. Die Farben sind optimal aufeinander abgestimmt, übersichtlich und malen angenehm deckend und gleichmässig.

Ohuhu ist das teuerste, aber auch am besten durchdachte Set für unterwegs (tolles Etui, Farbkarten, cleverer Wegrollschutz). Die Farben sind schön, für meinen Geschmack aber etwas zu flüssig. Das erfordert ständiges Schütteln und kann Flecken verursachen. Dafür hält Ohuhu auf Glas als einzige Marke kratzfest. Tipp: In unserem Shop gibt es von Ohuhu immer wieder Aktionen – aktuell noch bis zum 19. Juli 2026.

Das Budget-Set von Zenacolor zieht im direkten Vergleich zwar in fast allen Kategorien den Kürzeren, ist für Kinder oder erste Malversuche auf Papier aber dennoch eine preiswerte Option.

Titelbild: Michelle Brändle

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Seit ich einen Stift halten kann, kritzel ich die Welt bunt. Dank iPad kommt auch die digitale Kunst nicht zu kurz. Daher teste ich am liebsten Tablets – für die Grafik und normale. Will ich meine Kreativität mit leichtem Gepäck ausleben, schnappe ich mir die neuesten Smartphones und knippse drauf los. 


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