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Meinung

Du musst beim Yoga pupsen? Lass es raus!

Anika Schulz
12.6.2026

Pupsen, blähen, einen fahren lassen: Fürs Luftablassen gibt es viele Worte. Warum Yoga deinen Schließmuskel strapaziert.

Yoga ist erstaunlich gut darin, in den unpassendsten Momenten Luft aus Menschen herauszupressen. Erst kürzlich ertönte wieder ein «Tröööt» in meiner Yoga-Klasse. Betretenes Schweigen. Und dann: weiter im Flow.

Der Grund für die Flatulenz ist wenig glamourös. Viele Asanas drücken oder lockern den Bauchraum. Insbesondere Drehhaltungen – etwa die «Krokodile» oder der Drehsitz – wringen deinen Bauch regelrecht aus. Auch Knie-zur-Brust-Übungen erhöhen den Druck auf den Darm.

Es gibt sogar eine Yoga-Haltung, die im Englischen «Wind-Relieving-Pose» heißt: Pavanamuktasana. Der Name bedeutet sinngemäß «windbefreiende Haltung». Bei Pavanamuktasana liegst du auf dem Rücken, ziehst beide Beine zur Brust und hebst den Kopf zu den Knien.

Wer nicht spätestens jetzt mit dem Schließmuskel kämpft, werfe die erste Rolle Toilettenpapier!

Entspannung fördert Fürze

Auch tiefes Atmen und Entspannung führen dazu, dass dein Körper Dinge loslässt, an denen er sonst festhält – inklusive Darmgas. Oder kennst du das etwa nicht? Den ganzen Tag lang fühlst du dich total aufgebläht. Doch kaum liegst du zu Hause auf deinem kuscheligen Sofa, geht es los: tröööt, knatter, puuups.

Schöner Sch… also? Furzen ist etwas vollkommen Normales. Jeder Mensch pupst täglich etwa einen Liter Luft raus, verteilt auf rund 30 Fürze. Beim Verdauen einer Mahlzeit produziert der Homo sapiens etwa 1,5 Liter Luft, die wieder raus muss. Einen Teil davon atmen wir ab und der Rest kommt eben unten raus. Männer blähen übrigens etwas mehr und lauter als Frauen.

Wer es sich dauerhaft verkneift, einen fahren zu lassen, riskiert Bauchschmerzen. Abgesehen davon könnte ich mich beim Yoga auch gar nicht richtig entspannen, würde ich dauernd denken: «Jetzt bloß nicht pupsen, jetzt bloß nicht…»

Der Drehsitz holt das Beste aus dir raus.
Der Drehsitz holt das Beste aus dir raus.
Quelle: Pixabay

Deswegen plädiere ich für die Furz-Legalisierung. Wer beim Yoga pupsen muss, soll sich nicht schämen. Und alle anderen tun bitte, bitte weiterhin so, als wäre nichts passiert.

Titelbild: Unsplash

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Als Kind wurde ich mit Mario Kart auf dem SNES sozialisiert, bevor es mich nach dem Abitur in den Journalismus verschlug. Als Teamleiterin bei Galaxus bin ich für News verantwortlich. Trekkie und Ingenieurin.


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