

Erhellendes aus Schweden: Die Stirnlampe von Silva überzeugt im Test
Eine Stirnlampe, die dich beim Feierabend-Training, aber auch bei Ultraläufen begleitet? Die leicht und angenehm zu tragen ist? Die Silva «Trail Runner Free Hybrid» verspricht Vielseitigkeit und ein gutes Tragegefühl. Ich habe sie getestet.
Freust du dich auch schon auf die ersten Volksläufe und Laufwettkämpfe der Saison? Dann sind deine Laufeinheiten sicher auch schon wieder länger geworden. Bei mir starten sie oft in der Dunkelheit oder dauern nach Sonnenuntergang noch an.
Eine Stirnlampe gehört deshalb schon fast zur Grundausstattung fürs Laufen. Mit ihr kannst du zeitlich flexibel trainieren. Oder dich auf eine besondere Challenge wie einen Backyard Ultra vorbereiten, bei dem du im Extremfall gleich mehrere Nächte durchlaufen kannst.
Ich persönlich laufe gern im Dunkeln. Die ruhige Stimmung gefällt mir. Zeit und Kilometer rauschen in einem angenehmen Tempo vorbei. Ich bin fokussiert und im Flow. Und froh über eine zuverlässige Stirnlampe, die den Pfad vor meinen Füssen erhellt.
Genauer gesagt: Ich möchte eine Stirnlampe, die bequem sitzt, leicht ist, eine lange Akkulaufzeit hat und deren Lichtkegel die Meter vor mir und den Wegesrand gut ausleuchtet. Ganz schön viele Anforderungen, ich weiss. Kann die «Trail Runner Free 2 Hybrid» sie erfüllen?
Eine Stirnlampe mit vielen Optionen
Die «Trail Runner Free 2 Hybrid» von Silva will die eine Stirnlampe sein, die dich in fast allen Situationen begleitet, egal, ob du überwiegend in der Stadt, auf Feld- und Waldwegen oder auf hügeligen Trails unterwegs bist. Spoiler-Alert: Ich finde, es gelingt ihr.

Wie sie das schafft? Zum einen durch die verschiedenen Akku-Optionen. Geliefert wird die Lampe mit einem Batterie-Case und einem wiederaufladbaren Akku. Alternativ kannst du auch AAA-Batterien in das Case packen – je nachdem, was du gerade zur Hand hast. Oder mit dem Akku starten und Batterien als Backup dabei haben.

Beide Varianten geben dir bei mittlerer Lichtstärke (200 Lumen) vier bis fünf Stunden Laufzeit. Bei maximaler Helligkeit (450 Lumen mit AAA-Batterien und 500 Lumen mit Akku) und Reichweite (mehr dazu später) sind es zwischen 1,5 und 3 Stunden. Für die meisten Trainingsläufe ist das ausreichend.
Willst du länger laufen, kannst du einen separat erhältlichen Akku kaufen, der bis zu neun Stunden halten soll. Er lässt sich über das mitgelieferte, längere Textilkabel einfach verbinden und im Laufrucksack transportieren.
Vielseitig wird die Lampe zum anderen durch die verschiedenen Leuchtstufen und das geringe Gewicht (60 Gramm ohne Batterie). Willst du in der Stadt laufen und brauchst das Licht hauptsächlich, um gesehen zu werden, kannst du mit nur 50 Lumen leuchten. Bist du in völliger Dunkelheit im Wald unterwegs, strahlt die Lampe mit bis zu 500 Lumen.

Zudem gibt es ein Sicherheitslicht hinten am Battery-Case, das entweder konstant rot leuchtet oder blinkt. Ich schalte es oft an, um von Velofahrern in der Stadt oder auf Feld- und Waldwegen besser gesehen zu werden.

Einziger Nachteil: Der Schalter befindet sich im Batterie-Case. Ein einfaches Ein- und Ausschalten ohne zu stoppen ist nicht möglich. Ich habe schon mehrfach vergessen, das Sicherheitslicht nach dem Training auszuschalten. Da es wenig Batterie benötigt, ist das aber kein grösseres Problem. Bei mir reichte der Akku nach einer Nacht mit leuchtendem Rotlicht immer noch locker für eine einstündige Laufeinheit bei mittlerer Lichtstärke.
Bedienung und Lichtkegel
Abgesehen vom Sicherheitslicht ist die Bedienung der «Trail Runner Free 2 Hybrid» kinderleicht. Es gibt genau einen grossen Knopf. Den ich auch mit kalten Händen oder Handschuhen locker bedienen kann. Einmal drücken zum Einschalten und bei jedem weiteren Klick aktivierst du die nächste Helligkeitsstufe. Vor der hellsten gibt es einen kleinen Lichtblitz, damit du weisst, wo du dich in der Auswahl befindest, falls es beispielsweise neblig ist und du es mit blossem Auge nicht erkennen kannst.

Beim Ausschalten zeigt dir ein grünes oder rotes Licht an, ob der Akku noch eine Weile reicht oder per USB-C nachgeladen werden muss. Leider gibt es nur Grün oder Rot, hier hätte ich mir eine genauere Anzeige mit Abstufungen gewünscht (die der grössere Akku übrigens bietet).
Für mich ist die einfache Bedienung ein klares Plus, denn gerade bei mehrstündigen Läufen im Dunkeln, wenn die Brainpower schon nachgelassen hat, möchte ich nicht über Tastenkombinationen grübeln oder meine Feinmotorik auf die Probe stellen.
Die Stirnlampe verfügt über zwei LED. Eine ist als Spotlight konfiguriert, die andere hat einen weiteren Winkel. Dadurch wird der Weg vor dir im maximalen Modus auf bis zu 80 Meter Entfernung beleuchtet (50 Meter im mittleren Modus). Dank der Weitwinkel-LED siehst du auch, was sich rechts und links vom Weg abspielt. «Intelligent Light» nennt das schwedische Unternehmen Silva dieses Feature.
Die Lampe selbst lässt sich stufenlos nach oben und unten drehen, je nachdem, wohin das Licht fallen soll. Das hilft bei Bergläufen, um den Trail vor dir zu beleuchten.
Tragekomfort und Gewicht
Ein Vorteil des Silva-Lichts gegenüber anderen Stirnlampen ist das Fehlen von störenden Kabeln zwischen Akku und Leuchteinheit. Die Kabel wurden in das Textil-Stirnband eingearbeitet.
Das Stirnband ist breit und innen mit einem Silikonstreifen versehen, sodass es angenehm anliegt und nicht rutscht. Ich habe die Lampe direkt auf Stirn und Haaren, mit einem Headband und mit Mütze getragen und in allen Fällen war die Lampe kaum spürbar und wackelte nicht.

Das liegt neben dem angenehmen Stirnband am geringen Gewicht (116 Gramm mit Akku gemäss eigener Messung) und der Tatsache, dass die Leuchteinheit vorne mit dem Batterie-Case hinten ausbalanciert ist.
Der leistungsstärkere Akku lässt sich über das ebenfalls mit Textil ummantelte Verlängerungskabel einfach einstöpseln. Da er etwas grösser und schwerer ist, kannst du ihn im Laufrucksack verstauen, wenn du ihn nicht am Kopf tragen möchtest. Das mitgelieferte Verlängerungskabel hat einen weiteren Nutzen: Bei Minustemperaturen kannst du den Akku vom Stirnband beispielsweise in die Brusttasche deines Laufshirts verfrachten. Dort bleibt er wärmer, was sich positiv auf die Laufzeit auswirkt.
Die Lampe ist gegen Schweiss und starken Regen geschützt (IPX5), was allerdings bei einer Outdoor-Stirnlampe auch zu erwarten ist.
Fazit
Eine vielseitige Lampe, die mich auch bei längeren Läufen nicht im Stich lässt
Die «Trail Runner Free 2 Hybrid» von Silva hält, was sie verspricht. Sie ist für Läufe in der Stadt genauso geeignet wie für abendliche oder morgendliche Trailabenteuer.
Was sie auszeichnet, sind der Tragekomfort und der Lichtkegel, der weitreichendes Spotlight und Umgebungslicht mischt. Dank der verschiedenen Akku- und Batterie-Optionen kannst du die Lampe auf die Länge deines Laufs anpassen. Die Laufzeit ist mit vier bis fünf Stunden im mittleren Modus (200 Lumen) gut, im minimalen Modus (50 Lumen) reicht sie sogar die ganze Nacht (acht bis 12 Stunden).
Die Bedienung ist sehr einfach und das Sicherheitslicht am Hinterkopf ein durchdachtes Feature. Nur das Ein- und Ausschalten des Rotlichts im Case ist etwas umständlich.
Pro
- dank breitem Textilband angenehm zu tragen
- Silikon-Strip verhindert rutschen
- Kombi-Licht für gerades und peripheres Sehen
- verschiedene Batterie- und Akku-Optionen
- keine störenden Kabel
- einfache Bedienung mit grossem Knopf
Contra
- Ein- und Ausschalten des Rotlichts im Case
Forschungstaucherin, Outdoor-Guide und SUP-Instruktorin – Seen, Flüsse und Meere sind meine Spielplätze. Gern wechsel ich auch mal die Perspektive und schaue mir beim Trailrunning und Drohnenfliegen die Welt von oben an.
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