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Debora Pape
Hintergrund

Home Assistant 2026.11 bringt viele Neuerungen ins Smarthome

Debora Pape
5.11.2026
Bilder: Debora Pape

Das November-Update bringt den neuen Marketplace, neue Logiken bei der Entitätsbenennung und definierbare Ausnahmen bei Automationen.

Auf eines im Leben ist Verlass: die monatlichen Updates für die Open-Source-Smarthome-Plattform Home Assistant. Die Entwicklerinnen und Entwickler bezeichnen das November-Update mit der Versionsnummer 2026.11 in einem Blogbeitrag als das größte, das jemals ausgespielt wurde. Dort findest du alle Änderungen im Detail beschrieben. In diesem Beitrag gebe ich dir einen Überblick über die wichtigsten Neuerungen.

Alte Home-Assistant-Hasen können sich über jede Menge Quality-of-Life-Verbesserungen freuen. Dazu kommen die Unterstützung für Long Range Wide Area Networks (LoRaWAN), Zwei-Wege-Sprechen für Matter-Kameras und neue Integrationen. Durch das Update werden einige Änderungen am System vorgenommen. Prüfe am besten zunächst die Liste der Änderungen, die sich danach nicht mehr rückgängig machen lassen, damit du keine Überraschungen bei deinen Integrationen und Erweiterungen erlebst.

Für Einsteiger ist vor allem der neue Marketplace interessant: Er löst HACS (Home Assistant Community Store) ab und ermöglicht das einfache Installieren von Plugins aus der Home-Assistant-Community.

Insgesamt zeigt dieses Update, wie wichtig eine saubere Zuordnung von Geräten, Räumen und Etagen ist. Du solltest deine Geräte immer den richtigen Räumen und, falls vorhanden, Etagen zuweisen. Nur dann kannst du im vollen Umfang von einigen Neuerungen profitieren, etwa von automatischen Entitätsbenennungen, Ausnahmen in Automationen und neuen Dashboard-Funktionen.

Marketplace, der zentrale Ort für Community-Plugins

Home-Assistant-Admins stoßen eher früher als später auf HACS. Das ist ein zusätzliches Modul, das all die Erweiterungen bereitstellt, durch die Home Assistant sich erst richtig an die eigenen Bedürfnisse anpassen lässt. Doch die Installation ist kompliziert und stellt für Einsteigerinnen und Einsteiger häufig eine Hürde dar.

Das ist jetzt Geschichte. HACS heißt nun Marketplace und ist Bestandteil der Core-Installation. Du findest den Marketplace als eigenen Eintrag unter Einstellungen. Dort kannst du nach Erweiterungen suchen und deine vorhandenen verwalten.

Angezeigt werden sowohl Plugins aus dem offiziellen Community-Katalog als auch Custom Repositories, die du manuell über einen Github-Link eingefügt hast. Das geht nun auch mit dem Button «Über Link einfügen» direkt im Marketplace. Für manuell hinzugefügte Repositories ist künftig eine GitHub-Verbindung erforderlich, damit Home Assistant Versionsnummern lesen und Release-Dateien herunterladen kann.

Wer HACS bereits nutzt, muss nichts tun. Alle Erweiterungen werden übernommen und sind im Marketplace zu sehen. Dort gibt es ein paar sinnvolle Änderungen, etwa bessere Sortier- und Filterfunktionen. Bei der Konfiguration von Plugins nach der Installation sind nun keine Umwege mehr nötig.

Beim ersten Öffnen des Marketplace siehst du einen Warnhinweis, der dir sagt, Vorsicht walten zu lassen.
Beim ersten Öffnen des Marketplace siehst du einen Warnhinweis, der dir sagt, Vorsicht walten zu lassen.

Ausnahmen für Ziele in Automationen und Skripten

In den vergangenen Jahren fügte das Entwicklerteam nach und nach die Möglichkeit ein, pauschal einen Raum, eine Etage oder ein Label als Ziel für eine Automation anzugeben. Mit dem Ziel «Erdgeschoss» lassen sich so Lampen im Erdgeschoss ausschalten. Zuvor musstest du jede einzelne Lampe als Ziel manuell hinzufügen und die Automation aktualisieren, wenn du eine neue hinzufügst.

Ansich ist das eine gute Sache, die nur einen Haken hat: Nicht immer sollen alle Geräte des angegebenen Ziels etwas tun. Da sich keine Ausnahmen definieren lassen, musste ich doch immer wieder einzelne Geräte als Ziel angeben anstatt einer Gruppe.

Nach dem Update lassen sich endlich Ausnahmen festlegen. Das funktioniert für einzelne Geräte, aber auch für Gruppierungen, etwa ein Label oder einen Raum. Ausnahmen sind bei Triggern, Bedingungen und Aktionen möglich.

Bei gruppierten Zielen lassen sich jetzt Ausnahmen festlegen.
Bei gruppierten Zielen lassen sich jetzt Ausnahmen festlegen.

Entschlackte, logische Entitäten-Namen

Nach mehreren Jahren Vorarbeit stellt Home Assistant sein Benennungskonzept grundlegend um. Namen wie «Lampe 1 EG Flur» oder «Temperatur Thermostat Badezimmer» sollen künftig überflüssig werden. Sind Geräte Räumen und Etagen korrekt zugeordnet, kennt Home Assistant ihren Kontext bereits. Diese Infos werden jetzt dort angezeigt, wo du es wissen musst. Das bedeutet, dass du die Namen nicht mit Details vollstopfen musst.

Deine alten Bezeichnungen werden während des Updates laut Entwicklerblog migriert, aber wo das nicht sinnvoll möglich ist, solltest du nacharbeiten, um dein System logisch zu halten. Die automatische Änderung lässt sich nach dem Update übrigens nicht rückgängig machen.

In einem separaten Blogpost werden die Neuerungen näher erläutert.

Dashboards: automatische Abschnitte

Für Dashboards gibt es nun eine Sektion, die automatisch passende Karten einfügt. Du musst neue Lampen also nicht mehr von Hand einfügen: Das kann Home Assistant nun selbst erledigen.

Einen sogenannten «automatischen Abschnitt» fügst du in einem bestehenden Dashboard ein, indem du auf das Plus-Symbol neben dem letzten vorhandenen Abschnitt klickst. Dann musst du dich zwischen drei Varianten entscheiden:

  • Häufig genutzte Steuerelemente: füllt den Abschnitt mit Funktionen, die du oft nutzt
  • Gerät: zeigt alle Entitäten eines ausgewählten Geräts an
  • Entitäten: zeigt alle Objekte einer ausgewählten Gruppe an, etwa alle Geräte in einem Raum
Automatische Abschnitte aktualisieren selbstständig die enthaltenen Karten.
Automatische Abschnitte aktualisieren selbstständig die enthaltenen Karten.

Solltest du zudem wie ich (und hoffentlich jeder vernünftige Mensch) eine Automation haben, die dich ans regelmäßige Leeren des Katzenklos erinnert, kannst du das nun als «Warnung»-Badge im Dashboard anzeigen lassen. Die Hintergrundfarbe des Badges lässt sich einstellen und es kann sogar auffällig pulsieren.

Weitere größere Änderungen

In der Aktivitäten-Übersicht gibt es nun den neuen Filter «Ausgelöst durch». Dort kannst du Personen, aber auch Automationen auswählen. In der Aktivitäten-Anzeige siehst du dann nicht, was im festgelegten Zeitraum passiert ist, sondern warum. Das hilft, unerklärlichem Verhalten von Geräten auf den Grund zu gehen.

LoRaWAN (Long Range Wide Area Network) ist ein Funkstandard für energiesparende Sensoren mit hoher Sendereichweite. Im Gegensatz zu WLAN, Bluetooth und Zigbee kann er auch über hunderte Meter senden. Solche Sensoren eignen sich etwa für Geräteschuppen, landwirtschaftliche Flächen oder Wetterstationen.

Bislang unterstützte Home Assistant den Standard nicht nativ und ließ sich nur über Umwege integrieren. Jetzt lassen sich LoRaWAN-Netzserver wie ChirpStack und The Things Network (TTN) direkt in Home Assistant integrieren. Die zentrale Übersicht findest du unter Einstellungen → Konnektivität → LoRaWAN.

Unterstützt werden jetzt auch Kameras mit dem Matter-Standard 1.5. Damit kannst du dir ihren Livestream via WebRTC ins Dashboard holen. Ein neues Vorschau-Feature ist zudem Zwei-Wege-Audio: Dabei bekommt der Kamera-Live-Stream einen Sprechen-Button und du kannst mit der Person vor der Kamera sprechen, sofern sie und ihre Integration Zwei-Wege-Audio unterstützt. Du aktivierst die Funktion unter Einstellungen → System → Labs.

Viele, viele weitere Änderungen des Updates und Details zu den vorgestellten Funktionen liest du im Entwicklerblog. Dazu gehören etwa die Möglichkeit, Backups und Medien auf externen lokalen Speichern abzulegen sowie die Unterstützung für Zigbee-Schaltern, die ohne Strom funktionieren («Zigbee Green Power»).

Titelbild: Debora Pape

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Fühlt sich vor dem Gaming-PC genauso zu Hause wie in der Hängematte im Garten. Mag unter anderem das römische Kaiserreich, Containerschiffe und Science-Fiction-Bücher. Spürt vor allem News aus dem IT-Bereich und Smart Things auf.


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