Sieht aus wie ein Sextoy, ist aber ein Springseil.
Sieht aus wie ein Sextoy, ist aber ein Springseil.
ProduktvorstellungSport

SmartRope Rookie: Seiligumpe 2.0

Patrick Bardelli
Patrick Bardelli
Zürich, am 19.06.2020
Rope Skipping – oder Seilspringen, wie es früher hiess – trainiert dein Herz-Kreislauf-System. Dabei sollst du rund dreimal mehr Kalorien verbrennen als beim Jogging. Das neue SmartRope Rookie von Tangram Factory erfasst dabei mehr als deinen Kalorienverbrauch.

Boxer schwören darauf. Seilspringen oder auf Neudeutsch «Rope Skipping» gehört zum Trainingsalltag der Faustkämpfer. Auch der ehemalige Weltmeister im Schwergewicht, Vitali Klitschko, hat sich auf diese Weise fit gemacht oder es zumindest versucht:

Rope Skipping 2.0

Ich war noch nie ein Freund des Springseils, wie du hier nachlesen kannst. Und ich frage mich, ob wirklich jedes Produkt digitalisiert und mit einer App ausgestattet daherkommen muss. Auch das Springseil.

Corde Rookie (317 cm)
Springseil
Tangram Corde Rookie (317 cm)
9

Das SmartRope Rookie Springseil des koreanischen Herstellers Tangram Factory aus Polycarbonat soll dein Cardiotraining mit magnetischen Sensoren effektiver machen. Sie zählen deine Sprünge und zeigen das Ergebnis in der SmartRope App an. Zwei Sätze Kugellager aus Metalllegierung in jedem Griff sorgen für eine flüssige Bewegung. Ausserdem im Lieferumfang enthalten:

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Nichts geht ohne App ...

Das Springseil koppelst du mit der SmartRope App für iPhone, iPad, Apple Watch oder Android Smartphone. Erhältlich im App Store und bei Google Play. Jede vollständige Umdrehung des Seils wird als kompletter Sprung erfasst. Die App misst den Kalorienverbrauch und die Trainingszeiten. Sie gibt Empfehlungen fürs Intervalltraining, du erhältst Auszeichnungen und kannst dich mit Freunden verbinden. Ausserdem lässt sich die App mit dem Apple HealthKit synchronisieren, sodass du einen Überblick über deinen körperlichen Zustand hast.

Das Dashboard der App.
Das Dashboard der App.
Ich sollte mehr trainieren.
Ich sollte mehr trainieren.

Du bist über zwei Meter gross und möchtest mit einem Springseil trainieren? Das Plastikseil des SmartRope Rookie kannst du bis auf 2.08 Meter Körpergrösse anpassen. Achtung: Prüfe das Seil sorgfältig, bevor du es schneidest. Einmal Schnipp und es ist, wie es ist. In der Bedienungsanleitung findest du Informationen zur Seillänge, von Rookie bis Professional.

Schon dreimal abgeschnitten und immer noch zu kurz.
Schon dreimal abgeschnitten und immer noch zu kurz.

... und Batterien

Das SmartRope Rookie braucht Strom, damit es sich mit der App verbindet. Im Lieferumfang befindet sich deshalb eine Knopfzellenbatterie, die in einen der beiden Griffe eingelegt wird. Hübsch: Das Springseil schaltet sich automatisch ein, sobald du mit dem Training beginnst.

Sieht aus wie ein ... ach, lassen wir das.
Sieht aus wie ein ... ach, lassen wir das.

Erster Eindruck: viel Plastik und sehr feminin

Nebst der schwarzen Variante gibt es das SmartRope Rookie in den Farben Icecream Blue, Loving Coral und Icecream Pink. Für mich zu feminin. Ausser dem schicken grauen Aufbewahrungsbeutel bestehen das Seil und die beiden Griffe aus Plastik. Nicht zeitgemäss, finde ich. Und sonst? Viel Design, eine App und einige Daten. Wem's gefällt. Ich kann mir jedoch nicht vorstellen, dass ein Klitschko damit trainieren würde. Er gehört vermutlich nicht zum Zielpublikum.

Ich will das Springseil schon wegpacken, da steht plötzlich meine 10-jährige Tochter neugierig neben mir. «Coole Farbe. Was ist das?» Aha, jetzt wird's interessant. Mal schauen, was an meiner Theorie der weiblichen Kundschaft dran ist. «Ein Springseil. Willst du es ausprobieren? Es gibt auch eine App dazu», antworte ich. Die Augen meiner Tochter beginnen zu leuchten und sie schmunzelt. Coole Farben und eine App? Ja, sie will. Fazit: Vitali Klitschko und ich gehören definitiv nicht zum Zielpublikum des SmartRope Rookie. Meine Tochter schon. Dann ist ja alles gut.

Seiligumpen 2.0
Seiligumpen 2.0

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Patrick Bardelli
Patrick Bardelli

Senior Editor, Zürich

Es zählt nicht, wie gut du bist, wenn du gut bist. Sondern wie gut du bist, wenn du schlecht bist.

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