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Jan Johannsen
Hintergrund

Virtueller RAM rettet Smartphones nicht aus der Speicherkrise

Jan Johannsen
20.4.2026

Die aktuelle Speicherkrise macht auch Smartphones teurer. Virtueller Arbeitsspeicher ist allerdings keine Möglichkeit, die Preise zu senken.

Virtuellen Arbeitsspeicher bieten viele Hersteller von Android-Smartphones schon länger an. Ich habe ihm bisher kaum Aufmerksamkeit geschenkt. Wegen der steigenden Preise durch die Speicherkrise habe ich mich gefragt, ob virtueller RAM die Erlösung sein könnte.

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Was ist virtueller Arbeitsspeicher

RAM Plus, RAM-Erweiterung, Dynamic RAM Expansion oder einfach nur virtueller RAM: Die Hersteller haben verschiedene Namen für die gleiche Technologie. Sie reserviert – vereinfacht gesagt – einen Teil des Datenspeichers. Ist der Arbeitsspeicher ausgelastet, nutzt das Smartphone diesen virtuellen Bereich für RAM-Aufgaben. Meist sind das Daten von Hintergrundprozessen oder inaktiven Apps.

Ich kann etwa beim Nothing Phone (4a) Pro die zwölf Gigabyte (GB) RAM um bis zu acht virtuelle GB erweitern. Dabei habe ich das Gefühl, bereits mit den zwölf GB gut auszukommen. Also könnte ein Hersteller nur vier GB RAM verbauen und diese virtuell erweitern.

Das macht Samsung zum Beispiel beim Galaxy A17. Seine vier GB RAM sind standardmäßig um vier virtuelle GB erweitert. Bei Notebooks kommt mitunter das gleiche Prinzip zum Einsatz. Das MacBook Neo ist ein aktuelles und prominentes Beispiel.

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Das bringt virtueller Arbeitsspeicher

Der virtuelle Speicher ist dem echten Arbeitsspeicher nicht ebenbürtig. Er basiert auf Flash-Speicher – und der ist beim Lese- und Schreibzugriff deutlich langsamer als physischer RAM. Deshalb wird er für Hintergrundprozesse verwendet und nicht für aktive Anwendungen. Theoretisch hilft der virtuelle Speicher, wenn dein Smartphone beim Multitasking langsam ist. Er kann dafür sorgen, dass Apps schneller aus dem Hintergrund aufwachen. Ist das für dich kein Problem, lohnt sich der virtuelle Speicher nicht.

Ich habe auf dem Nothing Phone (4a) Pro und dem Samsung Galaxy A17 mehrere Benchmarks laufen lassen und sehe keine Vorteile durch den virtuellen RAM. Die Anwendungen testen den Arbeitsspeicher nicht direkt, aber dass er die Ergebnisse nicht beeinflusst, überrascht mich. Im Schnitt mehrerer Benchmarks (3DMark, Antutu und Geekbench) erreicht das Phone (4a) mit acht GB virtuellem Speicher ein Prozent mehr Leistung bei CPU und GPU. Das liegt im Bereich der Fehlerquote.

Beim Galaxy A17 zeigt sich ein ähnliches Bild, wobei die fünf Prozent mehr CPU-Leistung mit virtuellem RAM langsam den Fehlerquotenbereich verlassen. Die GPU-Werte weisen dagegen gar keinen prozentualen Unterschied auf. Bei der Nutzung des Smartphones mit diversen geöffneten Apps habe ich außerdem nicht das Gefühl, dass Apps aus dem Hintergrund schneller wieder da sind, wenn der virtuelle Speicher aktiv ist.

In der Hoffnung, den virtuellen Arbeitsspeicher zu spüren, habe ich die maximal möglichen 99 Browser-Tabs geöffnet. Der Browser verbraucht dann 1,7 Gigabyte des Arbeitsspeichers und das ohnehin schon langsame Smartphone wird nicht schneller. Aber selbst mit dieser Grundlast merke ich in der Nutzung des Galaxy A17 keinen Unterschied mit und ohne virtuellen RAM.

Der virtuelle Arbeitsspeicher bringt keine spürbaren Vorteile und kann auch Nachteile haben. Der für ihn reservierte Speicherplatz steht dir nicht mehr für Daten zur Verfügung. Gerade wenn dieser durch Apps, Fotos und Videos knapper wird, zählt jedes GB. Zudem wird der Flash-Speicher an der Stelle ständig gelesen und beschrieben, was seine Lebensdauer verkürzt. Allerdings ist es wahrscheinlich, dass du das Smartphone aus anderen Gründen austauschst, bevor sich die stärkere Belastung des Speichers bemerkbar macht.

Kein Weg aus der Speicherkrise

Ich erkenne im virtuellen Arbeitsspeicher bei Smartphones keine Vorteile – nicht einmal kleine Auswirkungen, wenn ich eine App aus dem Hintergrund hole. Er kann echten RAM nicht ersetzen und taugt nicht dazu, während der Speicherkrise die Preise von Smartphones niedrig zu halten. Nachdem ich mich jetzt intensiv mit ihm beschäftigt habe, werde ich den virtuellen Speicher in Zukunft in der Berichterstattung und bei Tests wie in der Vergangenheit ignorieren.

Titelbild: Jan Johannsen

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Als Grundschüler saß ich noch mit vielen Mitschülern bei einem Freund im Wohnzimmer, um auf der Super NES zu spielen. Inzwischen bekomme ich die neueste Technik direkt in die Hände und teste sie für euch. In den letzten Jahren bei Curved, Computer Bild und Netzwelt, nun bei Digitec und Galaxus. 


Hintergrund

Interessantes aus der Welt der Produkte, Blicke hinter die Kulissen von Herstellern und Portraits von interessanten Menschen.

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