

Welche Gitarrensaiten brauche ich?
Gitarrensaiten unterscheiden sich im Material, in der Stärke und in der Umwicklung. Dieser Überblick hilft dir, dich im Saiten-Dschungel besser zurechtzufinden.
Über 2000 Artikel findest du zurzeit in der Saiten-Rubrik unseres Shops. Schränkst du die Auswahl auf Gitarrensaiten ein, bleiben immer noch mehr als 800 Produkte. Gerade für Anfänger ist es schwierig, die richtigen Saiten zu finden.
Wann musst du die Saiten wechseln?
Wirklich zwingend ist ein Saitenwechsel erst, wenn eine Saite reisst. Es gibt jedoch gute Gründe, nicht so lange zu warten. Frische Saiten klingen brillanter. Doch alte Saiten lassen nicht nur im Klang zu wünschen übrig. Oft setzt sich Rost an. Das ist an dunklen Verfärbungen sichtbar und beim Spielen spürbar. Zudem müssen alte Saiten häufiger nachgestimmt werden, fangen an zu schnarren und reissen auch schneller.
Abhängig davon, wie viel du spielst, solltest du alle paar Wochen bis alle paar Monate die Saiten wechseln. Und dann am besten den kompletten Satz.
Nylon versus Stahl
Den wichtigsten Unterschied kennst du sicher: Es gibt Nylon-Saiten für klassische Gitarren und Metallsaiten für Western- und E-Gitarren. Auf keinen Fall darfst du auf eine klassische Gitarre Stahlsaiten aufziehen! Stahlsaiten haben einen viel stärkeren Zug, und die Gitarre muss dafür konstruiert sein. Western- und E-Gitarren haben einen Metallstab im Hals, damit dieser trotz der hohen Spannung nicht unkontrolliert verbiegt oder gar bricht. Auch der Steg und die Mechanik sind extra für Metallsaiten konstruiert.
Umgekehrt lassen sich Nylonsaiten nicht sinnvoll auf Stahlsaitengitarren montieren. Stahlsaiten haben am unteren Ende einen Knubbel, der die Saite am Steg festhält. Nylonsaiten dagegen werden mit einem Knoten fixiert. Klassische Gitarren haben darum einen anderen Steg als Stahlsaitengitarren. Auch oben beim Sattel gibt es Unterschiede: Da die oberen Metallsaiten dünner sind als ihre Pendants aus Nylon, ist die Kerbe im Sattel bei Western- und E-Gitarren für Nylon zu schmal.

Umwicklung der Saiten
Die tiefen Saiten sehen bei Nylon- und Stahlsaiten auf den ersten Blick ähnlich aus. In beiden Fällen ist eine Metallumwicklung sichtbar. Der Kern besteht jedoch entweder aus Nylon oder Stahl.
Bei der Umwicklung ist roundwound der Standard. Wenn du einen besonders weichen, dumpfen Klang bevorzugst, brauchst du flatwound. Diese Saiten haben eine abgeschliffene Umwicklung und werden gerne im Jazz eingesetzt. Als Zwischending gibt es auch Halfwound-Saiten.


Bei den meisten E-Gitarren-Saiten besteht die Umwicklung aus einer Nickel-Legierung. Bei Westerngitarren kommt dagegen häufig Bronze und bei klassischen Gitarren Silber zum Einsatz. Selten gibt es auch Umwicklungen aus Stahl oder Gold. Beide halten länger, Stahlumwicklungen können jedoch die Lebensdauer der Bünde beeinträchtigen, da sie sehr hart sind.
In der Regel sind die untersten drei Saiten umwickelt. Bei manchen Westerngitarren-Sätzen sind es auch vier.
Die richtige Saitenstärke
Wichtig ist, dass du die passende Saitenstärke wählst. Dickere Saiten benötigen mehr Kraft zum Spielen. Das merkst du besonders bei E-Gitarren, wenn du eine Saite ziehst, um den Ton anzuheben. Dafür verstimmen sie sich auch weniger, wenn du (zu) fest drückst. Entgegen einer weit verbreiteten Meinung klingen dicke Saiten nicht «voller». Eher im Gegenteil.
Achtung: Ziehst du dünnere oder dickere Saiten auf, ändert sich die Spannung. Dadurch wird bei E-Gitarren eine Anpassung der Halskrümmung nötig. Und dies wiederum kann eine Anpassung der Saitenhöhe am Steg nach sich ziehen. Mit anderen Worten: Die Gitarre muss neu justiert werden.
Daher solltest du jederzeit wissen, mit welcher Saitenstärke du spielst, und diese nur ändern, wenn es einen klaren Grund dafür gibt. Als Anfänger oder Anfängerin empfiehlt es sich nicht, die Halskrümmung selbst anzupassen. Überlass das dem Musikgeschäft oder einer erfahrenen Person.
Die Saitendicken werden üblicherweise in Zoll angegeben. Die oberste Saite einer E-Gitarre ist meistens 0,009 oder 0,010 Zoll dick. Falls du keine Ahnung hast, wie stark deine bisherigen Saiten überhaupt sind, solltest du eine der beiden Grössen nehmen. Auf Fender-Gitarren kommen normalerweise 9er-Saiten ab Werk drauf, bei Gitarren im Gibson-Style eher 10er. Diese Stärken werden oft als «light» bezeichnet, was aber irreführend ist. Sie gelten als Standard.

Bei einem Satz 9er-Saiten misst die tiefste Saite normalerweise 0,042 Zoll. Es gibt aber auch Sätze, die von 9 bis 45 reichen. Da sich auch hier die Spannung unterscheidet, musst du nicht nur die Stärke der obersten Saite wissen. Merk dir ein Zahlenpaar wie «9–42» oder «10–46».
Westerngitarren haben tendenziell dickere Saiten: Hier sind 12 bis 52 üblich. Es ist aber durchaus möglich, mit leichteren Saiten zu spielen, falls dir das leichter von der Hand geht. Nylonsaiten sind ungewickelt viel dicker, etwa 0,028 Zoll für die E-Saite.
Durch Interesse an IT und Schreiben bin ich schon früh (2000) im Tech-Journalismus gelandet. Mich interessiert, wie man Technik benutzen kann, ohne selbst benutzt zu werden. Meine Freizeit ver(sch)wende ich am liebsten fürs Musikmachen, wo ich mässiges Talent mit übermässiger Begeisterung kompensiere.
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