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Xiaomi 11T Pro im Hands-on: Schneller lädt keiner

Jan Johannsen
Hamburg, am 17.09.2021

Bei der Vorstellung des Xiaomi 11T Pro und 11T rücken die Videofunktionen in den Vordergrund. Sie stehen auf den ausgestellten Geräten aber nicht zur Verfügung. So bleibt der Eindruck von brauchbaren Oberklasse-Smartphones, von denen eins verdammt schnell lädt.

Xiaomi hat das 11T und 11T Pro in Berlin vorgestellt. Im Anschluss konnte ich sie in die Hand nehmen. Der erste Eindruck fällt aber knapp aus. Xiaomi kettet die Geräte an und die angepriesenen Videofunktionen stehen noch nicht zur Verfügung. Ich kann also nur wenig mehr sagen, als die Specs zu verraten.

Drei Kameras – nicht nur für Videos

Bei der Vorstellung der Xiaomi 11T Serie bekam ich das Gefühl, eine Filmkamera gezeigt zu bekommen. Das Smartphone rückte in den Hintergrund. Die Cinemagic-Videoeffekte sind in den Beispiel-Filmen beeindruckend. Aber ich frage mich: Gibt es genug Menschen, die mit ihren Smartphones so aufwändige Filme drehen? In der Mitte horizontal gespiegelte Aufnahmen, Vertigo-Effekt oder Time-Freeze-Spielereien muss man geplant einsetzen.

Von den Videofunktionen, dem Audio-Zoom und Videos in HDR10+ werde ich mich im ausführlichen Test überzeugen lassen können. Einige Testfotos konnte ich aufnehmen, aber nicht von den ausgestellten Geräten holen.

Die Hauptkamera verfügt über eine Auflösung von 108 Megapixel. Sie fügt standardmäßig vier Pixel zu einem zusammen. Das sogenannte «Pixel Binning» soll die Bildqualität verbessern und führt am Ende zu Fotos mit einer Auflösung von 28 Megapixeln.

Kurzer Check auf dem Display des 11T Pro: Bei der Bildqualität liegt die Hauptkamera im internen Vergleich vorne. Die 120-Grad-Ultraweitwinkelkamera mit einer Auflösung von 8 Megapixeln kann in der dunklen Umgebung nicht mithalten. Das gilt auch für die Telemakrokamera mit 5 Megapixeln. Sie bringt dich zwar näher ans Motiv heran, aber schöner sieht es durch die Hauptkamera aus.

Viel Glas und eine alte Filmkamera als Vorbild

Rein äußerlich sind das Xiaomi 11T Pro und das 11T das gleiche Smartphone. Unterschiede gibt es beim Akku und beim verbauten Chip. Äußerlich fällt nur der Harman-Kardon-Schriftzug am oberen Rand auf. Er verweist auf die Stereo-Lautsprecher des 11T Pro. Beim 11T stammen sie von einem nicht genannten Hersteller.

So ist kein Unterschied zu erkennen. Xiaomi 11T Pro (links) und 11T.
So ist kein Unterschied zu erkennen. Xiaomi 11T Pro (links) und 11T.

Die Smartphones liegen gut in der Hand – soweit sich das mit dem Diebstahlschutz auf der Rückseite bewerten lässt. Die Verarbeitung wirkt gut und optisch kannst du zwischen Meteorite Grey und Celestial Blue wählen. Ich bekam aber nur die graue Version live zu sehen.

Die Rückseite des 11T (Pro) ist aus Glas. Ich mag den gebürsteten, metallenen Look der grauen Version. Allerdings wirkt die Glasschicht über dem Metall wie eine dicke Kunststoffhülle.

Der Diebstahlschutz macht das 11T Pro unhandlich.
Der Diebstahlschutz macht das 11T Pro unhandlich.

Beim Design der Kamera soll eine alte Filmkamera Vorbild gewesen sein. Die zwei äußeren Linsen der Triple-Kamera lassen sich mit viel Fantasie als zwei Filmrollen eines alten Projektors erahnen. Der rote Punkt neben den Linsen soll an das Warnlicht bei einer laufenden Aufnahme erinnern.

Großes Display mit vielen Farben

Das Display der Xiaomi 11T Serie ist 6,67 Zoll groß und hat eine Auflösung von 2400×1080 Pixel. Das reicht für eine detailreiche Darstellung. Die maximale Bildwiederholrate des Amoled-Displays liegt bei 120 Hertz. Um Energie zu sparen, kann sie automatisch auf 30, 60 oder 90 Hertz reduziert werden.

Xiaomi verspricht mit seiner TrueColor-Technologie bis zu einer Milliarde Farbtönen. Für meine Augen sieht das Display vom 11T (Pro) gut aus. Es scheint anderen Touchscreens mit den üblichen 16 Millionen Farbtönen aber nicht so überlegen, wie die unterschiedlichen Zahlen vermuten lassen.

Einer der wenigen Pluspunkte beim Display des Xiaomi 11T Pro gegenüber dem 11T ist die Unterstützung von HDR10+. Die kommt aber nur zum Tragen, wenn du Filme schaust, die mit diesem Codec erstellt wurden.

Voll in 17 Minuten

Von einer weiteren angepriesenen Funktion des Xiaomi 11T Pro kann ich mich ebenfalls nicht überzeugen: der Schnelllade-Technologie HyperCharge. In nur 17 Minuten soll der 5000 mAh-Akku mit dem 120-Watt-Netzteil vollständig geladen sein. Das lässt die 36 Minuten des 11T lang erscheinen. Dabei ist auch das sehr schnell. Beim OnePlus 8T war ich von einer ähnlichen Ladezeit sehr angetan.

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Xiaomi verweist darauf, dass der Akku größer als bei der Konkurrenz mit vergleichbar starken Netzteilen ist. Dort kämen maximal 4000-mAh-Batterien zum Einsatz. Überhitzung und eine Verkürzung der Lebensdauer will Xiaomi mit einer Teilung des Akkus, zahlreichen Sensoren und Sicherheitsmechanismen verhindern.

Snapdragon oder Dimensity

Der verbaute Chip ist ein weiterer Unterschied zwischen dem Xiaomi 11T Pro und 11T. In der Pro-Version steckt der Snapdragon 888. Der momentan beste Chip von Qualcomm, der aktuell in den meisten Top-Smartphones mit Android zum Einsatz kommt. Im 11T verbaut Xiaomi den Dimensity 1200-Ultra von Mediatek. Der erinnert vom Namen her verdächtig an den Dimensity 1200-AI im OnePlus Nord 2 und ist eher ein Mittelklasse-Chip.

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Im Hands-on der beiden Smartphones bemerke ich keine Leistungsunterschiede. Dafür muss ich sie im ausführlichen Test an ihre Leistungsgrenzen bringen und Benchmark-Tests durchführen. Auswirkungen auf den Funktionsumfang, insbesondere die Film-Effekte, scheinen die Chips nicht haben. Er ist Xiaomi zufolge beim 11T und 11T Pro identisch. Es wäre allerdings keine Überraschung, wenn die Bildprozessoren zu nicht identischen Ergebnissen bei Fotos kommen.

Die Ausstattung mit Speicher ist bei der 11T-Serie identisch: 8 Gigabyte Arbeitsspeicher und 128 oder 256 Gigabyte interner Massenspeicher. Eine Erweiterung mit einer microSD-Karte ist nicht möglich. Zwei SIM-Karten passen aber in die Smartphones.

Preis und Verfügbarkeit

Xiaomi will die zwei neuen Smartphones ab dem 1. Oktober verkaufen. Die unverbindlichen Preisempfehlungen starten bei 549,90 Euro für das Xiaomi 11T und 649,90 Euro für das Xiaomi 11T Pro. Für die Schweiz liegen noch keine Angaben in Franken vor.

Fazit vom ersten Eindruck

Das Xiaomi 11T Pro lockt mit einer verdammt kurzen Akkuladezeit. Aber auch das 11T soll schnell laden. Da ich von den Chipsätzen im Alltag keine spürbaren Unterschiede erwarte, wäre das günstigere 11T angesichts der übrigen Gemeinsamkeiten meine Wahl.

11T (128 GB, Meteorite Gray, 6.67 ", Dual SIM, 108 Mpx, 5G)
358,–
Xiaomi 11T (128 GB, Meteorite Gray, 6.67 ", Dual SIM, 108 Mpx, 5G)
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11T Pro (128 GB, Celestial Blue, 6.67 ", Dual SIM, 108 Mpx, 5G)
Xiaomi 11T Pro (128 GB, Celestial Blue, 6.67 ", Dual SIM, 108 Mpx, 5G)
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Die Kameras – und vor allem die Videofunktionen – lassen sich noch nicht bewerten. So kann ich vorerst nur sagen, dass die Xiaomi 11T Serie für ihre Ausstattung attraktiv günstig ist. Es scheinen gute bis sehr gute Smartphones zu sein, die es aber wahrscheinlich schwer haben werden, aus der Masse der Mittel- bis Oberklasse-Smartphones herauszustechen.

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Jan Johannsen
Content Development Editor
jan.johannsen@galaxus.de

Als Grundschüler saß ich noch mit vielen Mitschülern bei einem Freund im Wohnzimmer, um auf der Super NES zu spielen. Inzwischen bekomme ich die neueste Technik direkt in die Hände und teste sie für euch. In den letzten Jahren bei Curved, Computer Bild und Netzwelt, nun bei Galaxus.de. 


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