
Das Nattou Trotty vereint drei Bewegungsspielzeuge in einem
Mit dem Trotty von Nattou kommt 2027 ein leichtes und vielseitiges Rutsch- und Schaukelspielzeug auf den Markt. Auch bei anderen Herstellern zeigt sich: Bunter Hartschaumstoff liegt als Material im Trend.
Was ist das denn? Beim Gang durch die Messehallen an der «Kind + Jugend» in Köln lockt mich das knubbelige Trotty an den Stand von Nattou. Statt wie ein klassisches Schaukelpferd sieht es eher nach einer Nilpferdschnauze aus, die auf einer geschwungenen Kufe sitzt. Das Gebilde ist so leicht, dass ich es mühelos am ausgestreckten Arm vor mir baumeln lassen kann.

Wie die bunten Spielblöcke im Hintergrund des Bildes besteht es aus einem Hartschaumstoff, über dessen Vorzüge ich am Stand der belgischen Firma mehr erfahre.
Expandiertes Polypropylen (EPP) sieht nach Styropor aus: Viele kleine Kügelchen sind miteinander verschmolzen. Es hat aber andere Eigenschaften. Statt starr und spröde ist es elastisch. Dazu ist es komplett rezyklierbar und wird ohne giftige Substanzen hergestellt. Zu über 90 Prozent besteht es ohnehin aus Luft.
Du kennst das Material zum Beispiel von Thermoboxen, Kindersitzen oder Faszienrollen. In der Spielzeugwelt hat es vor allem das deutsche Unternehmen Stapelstein beliebt gemacht – und ist damit sogar an Design-Ausstellungen vertreten.
Es bleibt ein Kunststoff auf Erdölbasis, aber immerhin einer mit vielen positiven Eigenschaften. Das Trotty nutzt sie auf drei verschiedene Arten.
Funktion 1: Schaukeln
Das Spielzeug kommt als eine Art Schaukelnilpferd aus dem Karton. Durch zwei Sterngriffschrauben, die ich von Hand anziehen und lösen kann, ist es fest mit dem Unterteil verbunden. Kritische Ecken und Kanten finde ich keine, beworben wird es für Kinder ab zwölf Monaten.
Allenfalls der hölzerne Griff hat Potenzial für unangenehme Begegnungen mit dem Kindergesicht. Ansonsten musst du dir weder Sorgen um Möbel noch erste Milchzähne machen, wenn dein Kind das leichte Spielzeug durch die Wohnung zieht. Auch die Enden des Griffs sind gut gepolstert.

Funktion 2: Rutschauto
Wenn du das Unterteil abschraubst und den Aufbau auf den Boden stellst, verwandelt sich das Trotty in ein Rutschauto. An seiner Unterseite sind vier Rollen. Die beiden vorderen sind um 360 Grad drehbar, was das Gefährt wendig macht – Kinder können damit auf der Stelle umkehren. Bodenfreiheit gibt es praktisch keine. Das minimiert die Kippgefahr, dafür werden schon kleine Schwellen zu schwer überwindbaren Hindernissen.

Dank des elastischen Materials macht es nichts, wenn dein Kind das Trotty mit Schwung gegen ein Tischbein fährt. Es ist eine einzige Knautschzone – anders als zum Beispiel ein Puky Wutsch, mit dem meine Kinder früher die Wohnung malträtiert haben. Aus diesem Alter sind sie längst raus. Mit der dritten Funktion des Trotty können aber auch noch grössere Kinder Spass haben.
Funktion 3: Balance Board
Das geschwungene Unterteil dient als Balance Board: Einen Fuss links, einen rechts auf die Erhöhung und einfach loswippen. Offiziell empfiehlt der Hersteller das Trotty für Kinder mit einem Gewicht von bis zu 20 Kilogramm, weshalb ich davor zurückschrecke, mich selbst draufzustellen.
«Kein Problem, das Material hält bis zu 120 Kilogramm aus», werde ich am Messestand ermutigt. Also steige ich auf – und stehe platt auf dem Boden, ohne dass es knirscht oder bricht. Sobald ich absteige, springt das Balance Board in seine Form zurück, als wäre nichts gewesen.

Nicht nur Nattou setzt auf 3-in-1
Ein paar Messestände weiter stolpere ich über ein Produkt, das Nattou als Inspiration für sein Trotty gedient haben könnte. Bei Scoot and Ride steht der MyFirst Rutscher gar nicht mehr speziell im Fokus. Es gibt ihn schon seit gut drei Jahren und er setzt auf ein ähnliches Prinzip für kleinere Kinder ab sechs Monaten.
Die Unterseite des MyFirst löst sich mit einem Handgriff. Auf einer Seite hat sie Rollen, die nach dem gleichen wendigen Prinzip wie beim Trotty arbeiten. Auf der anderen sitzen Gleitpads, die aus dem Gefährt eine Lauflernhilfe für die ersten Schritte machen. Das Unterteil können die Kinder ausserdem noch separat als Rollbrett nutzen, dessen Vertiefung etwas Platz für Spielzeug bietet.

Obwohl das Produkt von Scoot and Ride kein Schaukelpferd ist, würde ich es als Vorreiter bezeichnen – Nattou hat das Prinzip mit einem Holzgriff und der Wippfunktion ergänzt, wodurch es für eine ältere Zielgruppe interessant wird. Preislich dürfte sich das Trotty in einem ähnlichen Bereich bewegen. Es kommt Anfang 2027 auf den Markt.
Einfacher Schreiber, zweifacher Papi. Ist gerne in Bewegung, hangelt sich durch den Familienalltag, jongliert mit mehreren Bällen und lässt ab und zu etwas fallen. Einen Ball. Oder eine Bemerkung. Oder beides.
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