

Licht und Luft: Der «Nova» von Lazer macht Freude
Dieser Helm hat alles: Es gibt ein Visier zum Herunterklappen, du kannst Ohrenwärmer anbauen, die Belüftung auf- und zuschieben, und er hat eine wirklich smarte LED-Beleuchtung. Nur einen kleinen Nachteil hat das Ganze.
Ja, doch, es gibt etwas, was ich am «Nova» von Lazer kritisieren muss: Er ist schwer. In Grösse M wiegt der Helm, der mir für einen Test zur Verfügung gestellt wurde, satte 680 Gramm, inklusive LED-Leiste und Visier.
Im Shop findest du Helme mit – auf den ersten Blick – ähnlicher Ausstattung, die leichter sind. So wiegt der «Pedelec 2.0 Ace» von Abus nur 410 Gramm. Ihm fehlt aber ein Frontlicht. Der «Aura» von Unit1 hat eine integrierte Beleuchtung und wiegt 440 Gramm. Dazu kommt ein Visier, das je nach Helmgrösse mindestens 200 Gramm wiegt – und trotzdem ist das Unit1-Modell etwas leichter.
Am ehesten vergleichbar ist der «Ultra» von Lumos. Dieser wiegt 520 Gramm. Er hat ebenfalls Visier, Front- und Rücklicht und ist wie der «Nova» nach NTA-8776 zertifiziert, also für E-Bikes, die bis 45 km/h fahren, besonders geeignet.
Also, der «Nova» ist erst einmal ein Schwergewicht. Aber er ist auch ein Champion. Im Test überzeugen mich etliche Features, weil sich hier jemand wirklich etwas überlegt hat.

Smartes Licht
Wer als Hersteller etwas auf sich hält, muss heute «smarte» Produkte anbieten. Meist sind die dann gar nicht so smart, sondern vor allem umständlich zu bedienen. Anders der «Nova» von Lazer. Der Helm kommt mit einer Lichtleiste, die halbkreisförmig gebogen ist. Du kannst sie in Aussparungen auf der Oberseite des Helms einklicken. Dann hast du auf der Vorderseite ein helles weisses Licht (35 Lumen) und hinten ein rotes Rücklicht (10 Lumen). Besonders gefällt mir, dass ich es einfach ein- und ausschalten kann, ohne App, ohne einen Knopf zu suchen.
Ich muss nur eine geriffelte Fläche für wenige Sekunden sanft berühren, dann geht das Licht schon an. Durch nochmaliges Drücken für etwa eine Sekunde wechselt der Modus, geht also zum Beispiel von Dauerleuchten zu einem pulsierenden Leuchten. Ich weiss, dass sich der Modus verändert hat, weil ich ein Vibrieren als Rückmeldung bekomme. So klappt der Modus-Wechsel auch während der Fahrt, zum Beispiel bei einem Ampelstopp.


Ein echtes Komfort-Feature ist das automatische Bremslicht. Ein Bewegungssensor in der LED-Leiste erkennt in jedem Modus, wenn ich mit dem Velo bremse und signalisiert durch Pulsieren den Autos hinter mir, dass ich langsamer werde.
Egal, welchen Modus ich wähle – ich kann sicher sein, dass die Leuchten gut gesehen werden. Sowohl Front- als auch Rücklicht sitzen so in der Kunststoffleiste, dass sie von vorne, hinten und auch von der Seite gut gesehen werden. Die Helligkeit, gemessen in Lumen, ist zwar eher gering, aber die Sichtbarkeit ist der entscheidende Faktor. Die grösste Helligkeit sollte beim Velofahren das fest verbaute Frontlicht haben, weil es dir den Weg ausleuchtet.

Der Akku liefert Strom für vier Stunden Betrieb bei höchster Helligkeit, im sparsamsten Modus reicht es für bis zu 18 Stunden. Wie viel Saft die Batterie noch hat, zeigt eine blaue LED an. Leuchtet sie konstant, sind noch mehr als 25 Prozent Kapazität verfügbar, darunter fängt die LED an zu blinken. Das Signal für mich, die LED-Leiste zu laden. Von ganz leer bis ganz voll dauert das Laden knapp vier Stunden.
Oft sind Beleuchtungen fest im Helm verbaut. Zum Laden muss ich dann den ganzen Helm ans Kabel hängen. Beim «Nova» nehme ich nur die LED-Leiste und hänge sie an das USB-A-Kabel. Geladen wird über einen magnetischen Anschluss, so ähnlich wie der MagSafe bei Apple. Das ist praktisch, heisst aber auch, dass ich das Kabel nicht verlieren sollte.

Gut sitzendes Visier
Das Visier des «Nova» lässt sich dreistufig verstellen. Wobei – ich habe es eigentlich eh nur ganz oben oder eben unten. In dieser Position schützt es mich hervorragend vor Fahrtwind, deutlich besser als bei anderen Helmen mit Visieren. Trägst du eine Brille hast du für diese trotzdem auch noch Platz unter dem Visier.
Etwas knifflig wird es, wenn du das Visier vom Helm abnehmen willst, zum Beispiel, um es zu reinigen. Es ist links und rechts angesteckt und geht recht schwer heraus. Ich habe es zum Beispiel geschafft, das Plastikelement zu beschädigen. Deshalb mein Tipp: Lass das Visier dran und reinige es am Helm.

Bequemes und herausnehmbares Innenpolster
Bei einem relativ schweren Helm ist mir wichtig, dass er gut auf dem Kopf sitzt. Er sollte nicht rumwackeln, weil das die Nackenmuskulatur nur noch zusätzlich beansprucht. Beim «Nova» gibt es ein bequemes Innenpolster. Die Passform verstelle ich über ein Drehrad am Hinterkopf. Unter dem Kinn gibt es einen Fidlock-Magnetverschluss. Beides, Drehrad und Kinnverschluss, kann ich einfach auch mit Handschuhen bedienen.
Das Innenpolster ist mit Klebepunkten und Klettstreifen im Helm befestigt. Ich kann es relativ leicht herausnehmen, um es zum Beispiel zu waschen. Wobei mir Patrick, Velo-Experte in unserer Redaktion versichert, dass ich als E-Bike-Pendler sicher nicht so schwitzen werde, dass das nötig wird.

Eindeutig ist die Sache bei den Ohrenwärmern. Sie sind bei jedem Helm dabei und können seitlich am Helm befestigt werden. Dafür gibt es kleine Plastiknippel, in die ich die Ohrenwärmer einklicke. Das hält schon, aber eine Garantie, dass der Mechanismus auch in einem Jahr noch tadellos funktioniert, würde ich nicht geben. Der Kunststoff wirkt hier nicht besonders ausdauernd und stabil.

Luftzug per Schieberegler
Die einfache Bedienung der LED-Leiste habe ich bereits gelobt. Ein weiteres Lob gibt es von mir für einen Belüftungsschieber. Diesen kann ich statt der LED-Leiste auf den Helm klicken. Ich rüste um, wenn ich keine Beleuchtung benötige. Sitzt der Schieber auf dem Helm, kann ich ihn in drei Stufen verschieben und mal mehr und mal weniger Luftzug erlauben.

Theoretisch könnte ich auch weder Belüftungsschieber noch LED-Leiste auf dem Helm haben. Das sparte Gewicht. Gemäss Anleitung ist das aber nicht zulässig. Keine Ahnung, warum.

Schutz mit «KinetiCore» statt MIPS
Lazer setzt auf das Schutzsystem «KinetiCore». Anders als beim weiter verbreiteten MIPS sind die Knautschzonen für den Fall eines Aufpralls hier in den Schaumstoff integriert. MIPS arbeitet dagegen mit einer Gleitschicht im Helm, um die Kräfte abzufangen.
Beide Sicherheitssysteme haben ihre Vor- und ihre Nachteile. Wichtig für dich: Helme mit beiden Systemen erhalten regelmässig 5-Sterne-Bewertungen auf der unabhängigen Bewertungsplattform Virginia Tech Helmet Ratings.
Der «Nova» von Lazer ist dort bisher (Stand März 2026) nicht untersucht worden. Er ist aber nach NTA-8776 zertifiziert. Er erfüllt damit spezifische Anforderungen an Sicherheit und Schutz bei höheren Geschwindigkeiten.
Zerlegbar und damit nachhaltig
Keinem Velohelm ist das ewige Leben gegönnt. Sollte der «Nova» von Lazer seine letzte Reise antreten müssen, kannst du davon ausgehen, dass das ein umweltfreundlicher Weg ist. Die einzelnen Komponenten sind einfach zu trennen und könnten im Idealfall sortenrein rezykliert werden.
Fazit
Zu gut, um nicht ein bisschen zu schwer zu sein
In der Ankündigung für den neuen «Nova» vermeldet Lazer, dass «viele Jahre investiert» wurden, um das Gewicht des Helms zu reduzieren. Es sei «um jedes Gramm» gegangen. Nun, da hat sich die Anstrengung nur bedingt gelohnt. Besonders leicht ist der Helm nicht. Und das ist auch mein grösster Kritikpunkt. Viele Features sorgen eben für Gewicht. Hätter ich entscheiden müssen, auf eines zu verzichten, wäre es bei mir das Visier gewesen, weil es genug gute Brillen zum Velofahren gibt.
Ansonsten ist der «Nova» ein rundum gelungenes Angebot für Menschen, die sich auf dem E-Bike sicher fühlen wollen. Schutzsystem und Zertifizierung sind top, die Beleuchtung clever und sehr durchdacht, der Komfort stimmt, sogar bei der Nachhaltigkeit habe ich nichts zu meckern. Für mich reicht es trotzdem ganz knapp nicht zur Bestnote. Neben dem Gewicht stören mich die Befestigungen von Visier und Ohrenwärmern.
Pro
- optionaler Ohrenschutz zum einfachen Anklicken
- einfache Bedienung, keine App nötig
- Licht schaltet sich bei Dunkelheit automatisch an
- lange Akkulaufzeit
- LED-Leiste inklusive automatischem Bremslicht
- Belüftung oben in Stufen einstellbar
Contra
- relativ hohes Gewicht
- Visier lässt sich schwer abnehmen
- proprietäres magnetisches Ladekabel für LED-Leiste

Journalist seit 1997. Stationen in Franken, am Bodensee, in Obwalden und Nidwalden sowie in Zürich. Familienvater seit 2014. Experte für redaktionelle Organisation und Motivation. Thematische Schwerpunkte bei Nachhaltigkeit, Werkzeugen fürs Homeoffice, schönen Sachen im Haushalt, kreativen Spielzeugen und Sportartikeln.
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